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Editorial
Metabolismus
Fettsucht
 

Volksseuche Fettsucht
Mittlerweile gibt es weltweit mehr Dicke als Hunger Leidende - das Schlaraffenland ist grausame Wirklichkeit geworden. Fast zwei Milliarden Menschen leiden weltweit von Fettsucht und diese Plage ist längst nicht mehr auf die Industriestaaten beschränkt.

   

Angesicht von Millionen Menschen die täglich hungern klingt es absurd - doch es ist traurige Realität: Die Fettleibigkeit als Ursache für zahlreiche Krankheiten ist inzwischen zur Volksseuche geworden.

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  Epidemie | Ursachen | Folgen | Krankheit der Armen
   
Epidemie Fettsucht   Die Zahlen sind alarmierend: Bereits jeder vierte Mensch weltweit ist zu dick. Die Folgen sind, dass Fettleibigkeit immer rascher zu einer der häufigsten Todesursachen wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht daher von einer Epidemie.

1.7 Milliarden Menschen sind bereits übergewichtig. Nach Malaria und Pocken und neben AIDS wird der Appetit zur globalen Gesundheitsbedrohung des beginnenden 21. Jahrhunderts. Von den 1.7 Milliarden Dicken sind 312 Millionen fettleibig und liegen damit mindestens 13.5 kg über dem Normalgewicht.

   
Ursachen der Fettleibigkeit  

Es sind zahlreiche Faktoren, die zur globalen Vergrößerung des Bauchumfangs beitragen. Einer ist, dass selbst in armen Ländern die Kosten für Nahrungsmittel sinken. Der Konsum von Öl und Fetten hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt.

Billigerer Zucker ist ein weiterer Faktor für die Gewichtszunahme. Besonders der Konsum von zuckerhältigen Getränken wie Cola steigt und steigt. Der weltweite Erfolg von Fertigprodukten trägt noch weiter zur Verbreitung von Übergewicht bei.

Parallel dazu bewegen sich immer mehr Menschen viel zu wenig, Ursache dafür sind technische Errungenschaften wie Auto, Telefon, Computer und Internet. Die Arbeitswelt und das Freizeitverhalten wurde dadurch fundamental verändert. Die daraus resultierende mangelnde Bewegung reduziert auch den täglichen Energiebedarf des Körpers und potenziert dadurch die vermehrte Energieaufnahme.

   
Folgen der Fettleibigkeit  

Die Folgen sind alarmierend: Diabetes Typ zwei ist jene Krankheit, die am unmittelbarsten mit Fettleibigkeit zusammenhängt. Diese Krankheit führt oft zu Herzerkrankungen und Nierenversagen und ist jährlich für mehr als drei Millionen Todesfälle verantwortlich.

Fettleibigkeit kann zudem das Risiko einer Herzerkrankung verdreifachen. Ein Drittel aller weltweiten Todesfälle geht laut WHO darauf zurück.

In extremen Fällen - wenn jemand bereits von Kindheit an übergewichtig ist - kann Fettleibigkeit die Lebenserwartung um fünf bis zehn Jahre senken.

Viele Ernährungswissenschaftler sind inzwischen davon überzeugt, dass es schwerer ist mit dem übermäßigem Essen aufzuhören als mit dem Rauchen.

   
Die neue Krankheit der Armen  

Inzwischen gibt es auf der Welt bereits mehr fette Menschen als Hunger leidende. Bereits ein Drittel alle Todesfälle auf der ganzen Welt stehen in Verbindung mit Gewichtsproblemen, Bewegungsmangel und Rauchen. Beunruhigend ist derzeit jedoch die rasche Verbreitung der Fettleibigkeit außerhalb der Industriestaaten.

Doch die USA bleiben weiterhin das Land mit einer der höchsten Raten an fettleibigen Menschen. In der Heimat von Cola und Hamburger sind zwei von drei Menschen übergewichtig.

Doch es gibt zahlreiche Länder, wo es noch schlimmer ist: etwa auf den südpazifischen Inseln Tonga und Nauru, wo die traditionelle Küche aus Fisch und Meeresfrüchten häufig durch billige Fertiggerichte ersetzt wurde.

Der weltweite Trend zum Übergewicht ist längst nicht mehr auf die Reichen oder Wohlhabenden beschränkt, im Gegenteil: immer mehr arme Leuten essen immer mehr. Ein Drittel der 105 Millionen Mexikaner leben beispielsweise in Armut, doch zwei Drittel der Mexikaner sind übergewichtig oder fettleibig.

   
     
   

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