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  Informationsverschmutzung
Die Todsünden gegen die Ergonomie der elektronischen Information werden den Bußgängen gegenüber gestellt. Unsere Wissensumwelt wird immer stärker durch Informationsverschmutzung verseucht.

Vieraugenregel | Informationsverschmutzung | Code-Ergonomie | Navigation

Informationsverschmutzung

Medienkompetenz
Überschüssige Botschaften
Falsche Informationsaufbereitung
Klare Informationsangebote
Management der Information

Medienkompetenz

 

Überschüssige Botschaften

 

Falsche
Informationsaufbereitung
   

Klare Informationsangebote

 

Management
der Information
    Wichtige Informationen versinken immer mehr in irrelevanten Redundanzen. Information ist ein wertvoller Rohstoff und nicht immer wird sie ergonomisch dargeboten. Am wertvollsten ist elektronische Information in ihrer reinsten Form, in der er vom Menschen aufgenommen werden kann. Verdreckte Texte machen bei der Rezeption und der anschließenden Weiterverwendung Schwierigkeiten.

Die fortwährende Belästigung durch elektronischen Dreck ist eine schlimme Form der Umweltverschmutzung. So mancher Schmutzfink ist für die Verpestung der Information und deren Verunreinigung der Botschaften.

Das Verdrecken von Information im Internet kann verschiedene Ursachen haben: Überflüssige Botschaften. Falsche inhaltliche Aufbereitung. Mussverständliche sprachliche Darstellung. Fehlerhafte Typographie. Stümperhafte Umsetzung in HTML. Mangelhafte Ausarbeitung von Bildern.

Spam ist nicht nur ein Problem bei der Überflutung durch nicht gewollte E-Mails, sondern entsteht auch durch absurde Aufbereitung von Information.

   

Medienkompetenz

Die Kunst mit einem Medium umgehen zu können

Medienkompetenz   Bereits die gezielte Auswahl und Aufnahme von Inhalten aus einem bestimmten Medium erfordert ein bestimmtes Maß Medienkompetenz.

Die Erstellung von Inhalten auf einem bestimmten Medium muss sorgfältig geplant werden. Die prinzipielle Fragen zur Medienauswahl, zum Medieneinsatz und der Medientauglichkeit sind genauso unerlässlich wie die zu erstellenden Inhalte, ein Storyboard oder das Drehbuch. Einfach drauflos produzieren ist immer fehl am Platz.

Die Medienkompetenz der meisten Erwachsenen liegt in allen Zeiten und Kulturen des Umbruchs im Argen. Die Heranwachsenden sind nicht einfach Opfer der Medien, sondern sie nutzen diese heute meist mit größerer Medienkompetenz als die Erwachsenen.

Dazu gehört eine entsprechend breite Erfahrung mit diesen Medien, die es erlaubt, die immer weiter anwachsende Vielfalt der technischen Angebote zu bewältigen und sinnvoll auszuwählen zu können. Es geht beim Verständnis des Medieneinsatzes für einen bestimmten Zweck um das Einfühlungsvermögen in die ganze Bandbreite der verfügbaren Medien. Gerade diese mangelnde Medienkompetenz der Gestalter ist im Internet für die Informationsverschmutzung verantwortlich.

Medienreife Es lässt sich leicht feststellen, welche Reife der Medienkompetenz jeweils erreich wird bzw. wo jemand hängen geblieben ist:

1600 Bücher lesen
1800 Zeitungen lesen
1880 Telefonieren
1910 Farbfotografieren
1925 Radio hören
1955 Fernseh schauen
1980 PC benutzen
1985 Telefax nutzen
1990 Handy nutzen
1994 Internet passiv nutzen (Nachschlagewerk)
1994 Internet aktiv nutzen (E-Mail, eigene Homepage)
1997 Handy Zusatzfunktionen nutzen (SMS, Terminkalender)

Alle Neuen Medien gibt es seit mindestens seit zehn Jahren, in denen sie eine noch nie da gewesene Verbreitung gefunden haben. Es haben also alle Menschen Zeit gehabt, sich darauf ausreichend einzustellen - nicht alle haben es geschafft in diesem Jahrzehnt etwas dazu zu lernen.

Wechselwirkung von Inhalt und Medium   Jedes der Medien das Text, Einzelbilder, Ton, Bewegtbilder bzw. deren Kombination verfügt macht hat einen bestimmten funktionalen Vorzug bei der Darstellung von Inhalten. In Abhängigkeit davon, wie und über welche Sinne die Informationskanäle des Menschen angesprochen werden.

Für Ton und Bewegtbilder sprechen die Anschaulichkeit und die zusätzlichen Informationen, die "augenfällig" vermittelt und dadurch einfacher als nur über Einzelbilder und geschriebenen Text herübergebracht werden können. Besser unterstützt werden dadurch Ästhetik, Stimmung, Subjektivität und Präsenz. Der Betrachter wird bei dieser medialen Bearbeitung zum Sklaven der Anfolge der Information und wird durch die Kontinuität geradezu eingelullt. 

Aber auch Animationen oder ein Einzelbild (wie eine Explosionszeichnung) können bestimmte Informationen "anschaulicher" als ein Video vermitteln, weil eben immer anschaulich Bezug auf einen Inhalt bzw. einen bestimmten Zweck genommen wird. Sollen etwa Informationen über den Aufbau eines DVD-Players vermitteln, kann mit einer gezeichneten Animation eher der technischen Aubau und die Arbeitsweise des Gerätes veranschaulicht werden. Mit einem Video jedoch kann man eher zeigen, wie einzelne Benutzer damit umgehen, das Gerät bedienen oder zerlegen. Oder ich kann z.B. auf einer Website das Video über den letzten gemeinsamen Familienausflug dazu nutzen, eine bestimmte Stimmung wiederzugeben. Die Abenteuer oder das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie lässt sich aber besser mit einer Fotostrecke vermitteln.

Nicht zuletzt spielt bei der Angemessenheit des eingesetzten Mediums die Qualität eine große Rolle: Ist statt einer einfachen Zeichnung vielleicht ein kurzes Video besser oder umgekehrt?

Zu beachten ist der Zusammenhang von Medienästhetik und der noch immer begrenzten Bandbreit des Internets. Daher besteht (noch) ein großer Unterschied zwischen Internetvideo und anderen Videos in Bezug auf die darstellbare Ausgabegröße und Filmlänge. In Filmchen in Briefmarkengröße kann Information nur begrenzte dargestellt werden. Dramatik und Ästhetik leiden stark unter eingeschränkten Darstellungen.

Die Grundfrage für den Informationswert heißt also noch immer: welches Medium wird benötigt, um welchen Sachverhalt darzustellen. Die häufig in der Praxis vorkommende Einschränkung dabei ist: gleichgültig für welches Medium wir uns entscheiden, es muss im Internet anstandslos funktionieren.

   

Überschüssige Botschaften

Das Verdrecken von Informationen

Überschuss  

Informationsverschmutzung entsteht durch Überschuss an Information. Dieser Überfluss tritt in erheblichen Ausmaß im Internet auf.

Das Internet ist mit der größte Informationsverschmutzer von allen. Spam ist noch nicht einmal Informationsüberfluss. Denn sogar gewöhnliche E-Mails werden für mehr Leute kopiert als im Endeffekt nötig wäre, kontaminiert durch übermäßige Wortschwalle und endlosen Antwortschleifen.

Websites überlaufen mit entweder wenig gehaltvollen Postings oder harmlosem Unternehmensgeplauder.

Studien über Content Usability finden typischerweise heraus, dass wenn die Hälfte der Worte auf den Websites entfernt würden, sich der Informationsgehalt, den die Anwender erhalten, um das Doppelte steigern würde.

Wertlose Details  

Übermäßig viele Worte und wertlose Details erschweren es dem Anwender, nützliche Informationen zu extrahieren. Je mehr Sie sagen, um so weniger Leute werden Ihre Botschaft erhalten.

Weniger zu sagen ist oftmals mehr. Unser Leben ist voll gestopft mit unwesentlichen Details, die - wie Beispiele meiner kürzlich angetretenen Reisen zeigen - die wichtigen Informationen im Keim ersticken.

Jedes einzelne kleine Stück dieses nutzlosen Geplauders ist relativ unschuldig und raubt uns nur ein paar Sekunden. Der kumulierte Effekt jedoch ist schlimmer: wir nehmen an, dass der Grossteil der Kommunikation etwa gleich nutzlos ist und schalten einfach ab, was dazu führt, dass wir die wichtigen Informationen - die im Durcheinander enthalten sind - nicht mitbekommen.

Der Informationsüberfluss ist eine weltweite Plage, welche nicht nur Reisende quält, sondern jeden.

Die meisten Handbücher sind voll von "wichtigen" Warnungen, die gegen offensichtliche Dummheiten schützen sollen, die aber tatsächliche Gefahren unter einer Masse von Irrelevanz begraben.

Text-Redundanz  

Hohe Redundanzwerte bei Text und den Bildern sind das erste äußere Anzeichen von Informationsverschmutzung.

Text-Redundanz zeigt sich in zweierlei Hinsicht. Erst einmal am Inhalt und zweitens in Form der Darstellung.

Redundanz beim Textinhalt entsteht nicht nur durch unnötige Wortwiederholungen, sonder auch durch Weitschweifigkeit und zu viel Nebensächliches

Redundanz bei der Darstellung von Texten tritt auf, wenn Fließtexte in viel zu großen Buchstaben, sodass die Aussagen nicht auf einem Bildschirm bzw. im Blickfeld Platz finden.

Bild-Redundanz  

Bild-Redundanz zeigt sich in vielerlei Hinsicht. Sie liegt erst einmal am Inhalt der bildlichen Quellen, aber auch wenn kein logischer Zusammenhalt zwischen Text und Bildern besteht, schließlich auch in der Form der Darstellung.

Bilder die logischer Zusammenhalt zum Text haben sind ohne Aussagekraft und deshalb redundant. Das Gleiche trifft auch für Bildkompositionen zu, deren Zusammenhang beim Betrachter nicht herüber kommt.

Bildredundanz tritt auf, wenn auf einem Bild das betroffene Objekt neben den anderen Bildteilen untergeht. Es handelt sich dabei um Bilder mit geringem Informationsgehalt. Etwa ein Bild mit einer ameisengroßen Person, die in der mit fotografierten Landschaft untergeht.

Bildliche Darstellungen die nicht im Zusammenhang betrachtet werden können, ärgern den Besucher. das tritt auf, wenn Bilder viel zu groß sind, sodass sie nicht auf einem Bildschirm bzw. im Blickfeld des Benutzers Platz finden.

   

Falsche Informationsaufbereitung

Sprachliches Unvermögen mindert die Informationsaufnahme

Sprachliche Aufbereitung   Poeten und Lyriker gestalten ihre Kunstwerke mit ganz gewöhnlichen Worten. In der Webung und technischen Dokumentation gelten die gleichen Regeln zur Gestaltung der werblichen oder technischen Inhalte.

Falsche inhaltliche Aufbereitung und falsche sprachliche Darstellung machen Texte zur schweren Kost und nicht jeder der schreiben kann, kann auch Sachverhalte beschreiben.

Fassen Sie sich kurz und formulieren Sie mit klaren und prägnanten Worten. Schriften von Poeten und Deutschlehrern sind schlechte Vorbild für E-Mail-Verfasser.

Textgestaltung und Textoptimierung

Typographie  

Falsche Typographie und falsche Ausarbeitung von Bildern

Für wen sind eigentlich Texte geschrieben, wenn sie keiner lesen kann? Entweder weil die Buchstaben zu klein sind und die Bildschirmauflösung daraus graue Fleckchen macht oder weil die Schriftart an und für sich schlecht zu lesen ist.

Drei Maßnahmen als Notwehr stehen dem Besucher zur Verfügung:

  1. Der Besucher verlässt die Site und geht auf eine mit lesbarem Text.

  2. Er versucht die Site auszudrucken.

  3. Er kopiert den Text aus in eine Textverarbeitung.

Vielleicht kann man auch bei Texten in Bildern noch etwas machen, z.B. mit einem besseren Scanner. Ist ja sonst ewig schade um die klugen Worte, wenn sie als Schattierungen im Äther vergehen statt das zu sein, als das sie vom Autor gedacht waren.

Technische Umsetzung   Falsche Umsetzung in HTML

Der Träger der Information im Internet ist HTML. Daher kommt auch der Darstellung von Texten und Bildern im Raum des Hypertextes besondere Bedeutung zu.

bei der Aufbereitung von Texten wirken hohe Konzentrationen von HTML-Tags wie Schadstoffe im Text. Besonders Produkte, die wie automatisch Web-Sites erzeugen (wie MS Word und MS Front-Page), haben einen hohen Schadstoffausstoß an überflüssigem HTML-Code.

Gestalten Sie die Menüpunkte "Map" und "News" um Basisinformationen und Neuerungen ohne Umwege finden zu können.

   

Klare Informationsangebote

durch saubere Informationen

   

Es gilt der Informationsverschmutzung den Kampf anzusagen. Bei der Befreiung von elektronischem Dreck geht es erst einmal darum, die eigene Informationsumgebung aufzuräumen.

Sagen Sie Dinge, von denen Ihr Kunde profitieren kann oder schreiben Sie nur einfach viele unnötige Worte? Wenn die Anwender das Geschriebene nicht brauchen können, dann schreiben Sie es auch nicht. Helfen Sie so mit, den Informationsüberfluss jetzt zu stoppen.

Bessere Rangfolgen, weniger Unterbrechungen und konzentrierte Informationen, die einfach zu finden und zu handhaben sind, helfen den Leuten, produktiver zu arbeiten und nicht mehr die Zeit ihrer Kollegen zu verschwenden.

Unsere Wissensumwelt wird immer stärker durch Informationsverschmutzung verseucht. Sachen, die wir wissen müssen, versinken in irrelevanten Informationen. Einige Symptome:

Viele Websites befremden die Besucher, indem sie die Antworten auf grundlegende Fragen in nutzlosem Werbekauderwelsch begraben.

E-Mail-Nachrichten, die die Kunden wirklich haben wollen, zum Beispiel nützliche Newsletters oder Kundendienst-Informationen, überleben in überfüllten Posteingängen nicht - oft weil die Absender die Prinzipien für gutes E-Mail-Design missachten.

   

Management der Information

durch richtiges Kontrolle des Informationsumfeld

Zeitmanagement  

Informationsmanagement ist vor allem Zeitmanagement und eine wirksame Waffe gegen Informationsverschmutzung. Jeder kann die folgenden Regen befolgen und daraus Zeit und klarere Informationen aus dem Dargebotenem gewinnen.

Sämtliche Zeitmanagementkurse basieren auf einem zentralen Grundsatz: Prioritäten setzen und den Grossteil Zeit für Aufgaben einsetzen, die für das Erreichen der Ziele unabdingbar sind. Daher gilt es Unterbrechungen zu reduzieren um große Zeitblöcke für produktive und kreative Aktivitäten einsetzen zu können.

Einzelpersonen oder Organisationen können ihren Anteil leisten, um einerseits mit der existierenden Informationsverschmutzung fertig zu werden und andererseits selbst weniger Schmutz zu erzeugen. Wenn wir jetzt handeln, können wir es unter Kontrolle kriegen.

Leider stiften die Informationssysteme oft zu einem gegenteiligen Vorgehen an, strukturieren einen von Unterbrechungen getriebenen Arbeitstag und reduzieren dadurch die Produktivität.

Kontrolle über den Arbeitstag  

Die eigene Kontrolle über den Arbeitstag kann man durch ein System von psychologischen Filter erlangen. Es gilt gegen eine menschliche Eigenschaft anzukämpfen: Der Schwäche von uns Menschen mit allem, was hereinkommt, sich sofort befassen zu müssen. Bei Besuchern oder Anrufen geht es nicht anders, sie unterbrechen eben unsren Arbeitsfluss. Mit E-Mals kann und muss man anders verfahren. 

Hier sind die Hauptregeln, mit denen die Kontrolle über den Arbeitstag gewonnen werden können:

  1. Befreien Sie sich vom Druck, ständig E-Mails checken zu müssen und schaffen Sie dadurch mehr Zeit die anstehende Arbeiten zu erledigen.

  2. Checken Sie Ihre E-Mails nicht laufend. Lassen Sie es nicht zu, dass E-Mails Ihre Projekte unterbrechen und dadurch der Computer Ihre Prioritäten diktiert.

  3. Stellen Sie bei Ihrem E-Mail-Programm die Alarmfunktion ab. Dadurch entfällt die lästige Klingel oder den Bildstörer, der jede gerade eingegangene E-Mail anzeigt.

  4. Planen Sie besondere Pausen zwischen größeren Arbeitsabschnitten ein, um Ihre E-Mails zu lesen und zu beantworten.

  5. Richten Sie eine besondere E-Mail-Adresse für persönliche Nachrichten ein. Checken Sie nur diesen Zugang nur einmal am Tag, am besten mittags.

Umgang mit E-Mails   Hier wichtige Regeln um den Umfang an aktiver Kommunikation über E-Mail zu begrenzen:
  1. Schreiben Sie immer eine informativ Betreffzeile über Ihre E-Mail. Niemand hat daran Interesse Nachrichten mit nichts sagenden Titeln wie "Meine Nachricht" zu öffnen.
  2. Fassen Sie sich kurz und formulieren Sie mit klaren und prägnanten Worten. Schriften von Poeten und Deutschlehrern sind schlechte Vorbild für E-Mail-Verfasser.
  3. Beantworten Sie immer wieder kehrende Kundenanfragen gleich auf Ihrer Homepage. Das erspart Ihnen und Ihren Kunden eine Menge Zeit, umständliche Anrufe und E-Mails.

  4. Machen Sie die Homepage zum Fundament um über Neuerungen zu informieren.

  5. Bereiten Sie Ihre Homepage so auf, dass Kunden und Kollegen schneller das von ihnen gesuchte Informationsmaterial finden können.

  6. Gestalten Sie die Menüpunkte "Map" und "News" um Basisinformationen und Neuerungen ohne Umwege finden zu können.

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