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Kitsch und
Design |
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Manche Site im Internet ähnelt einem Geschwür aus Wörtern, Farben und Bildern die wie Entzündungen, Beulen und Eiter auf dem Bild kleben. |
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| Das Wort Kitsch kommt von elsässisch Ketsch und bezieht
sich auf den Begriff Kolportage.
Wir verstehen hier unter Kitsch in Medien "Die ambitionierte Präsentation des Belanglosen". Der Gegensatz von Kitsch ist demnach die Darstellung des Schönen, von Information, von Spaß und Lebensfreude. |
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Nach einer anderen Definition ist Kitsch Trivialkunst, also eine Nachahmung von "Kunst" nach simplen oder keinen Regeln. Wie Kunst ist Kitsch ein Produkt von "Können" und "Machen", aber im Gegensatz zu Kunst ist Kitsch nach einfachen Rezept angefertigt und besitzt keine Eigen- und Persönlichkeitswirklichkeit. Dort wo Können und Kreativität fehlen, stellt sich der Kitsch zur rechten Zeit ein. |
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Mehr als 85% der Homepages huldigen dem Gott des Kitsches und der Göttin der Trivialität. Diese Trivial-Webdesigner lassen uns in Webkitsch, Computergräuel und Netzdreck baden, sie pfeifen auf die Rechtschreibung und die Ästhetik und präsentieren uns ihre Ignoranz auf unserem Bildschirm. Diese Trivialseiten überschwemmen das Netz geradezu und noch nie war es so einfach ohne jegliche Art von Professionalität das pt. Publikum zu nerven und das noch dazu gleich weltweit. |
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Kitsch hat durch die kinderleichte Verbreitung über das Netz unerhörte Bedeutung erlangt. Das Netz ist voll von Sites, die von blutigen Anfängern gestaltet sind und die über die ersten Schritte nicht hinausgekommen sind. Solche Sites sind in ihrer Qualität vergleichbar sind mit Basteleien aus dem Kindergarten. Selber fragwürdig überfrachtet der Kitsch das Netz mit Trivialseiten macht Kunst und Können fragwürdig. "Kitsch as kitsch can" ist im Web zum wichtigsten Prinzip geworden. Wenn man von einem Bestand von 3 Milliarden Sites ausgeht, sind immerhin einige hundert Millionen Sites ohne diese Geschwüre. |
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Kitsch as kitsch can |
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Kitsch ist aber auch das Erliegen der Versuchungen der Multimedialität. Viele der heutigen Sites werden wohl als Kitsch der Jahrtausendwende in Erinnerung bleiben. |
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Die ambitionierte Präsentation des Bedeutungslosen erzeugt jenen Kitsch, der seit Erscheinen des Industrieguts dem inhaltlich Einfachen formale Extraqualitäten geben will. |
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Kitschproduzenten sind gestalterisch unsensibel und daher unfähig zwischen Schrott, wirksamem Kitsch und echtem Design zu unterscheiden. Kitsch neigt zum Überladen der Optik und damit kommt es zu zu einem Zusammenbrechen des Informationsflusses zwischen Medium und Betrachter. |
Kitsch stört den Transport der Information und die Botschaft kann vom Leser nur unzureichend aufgenommen werden. | ||
| Der Kitschgestalter dagegen bemüht sich um die Umsetzung des Ornamentalen mit den Zielen der rein schmückenden Ausgestaltung und Buntheit. |
Das Ziel des Kitschgestalters ist eben nicht das Handwerk sondern der Kitsch. |
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