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  Zen oder die Kunst
Interviews zu geben

Das Gespräch zum Thema "Zen oder die Kunst das Web zu designen" führte Ute Uttendorf mit dem Multimediadesigner und Internetautor Achim von Achenlohe.

 

Ute Uttendorf interviewte zum Thema den Mediendesigner und Internetautor Achim von Achenlohe.

Ute Uttendorf ist Journalistin, am Buddhismus interessierte Buchautorin und Lektorin beim freien Literaturprojekt Literotik...

Achim von Achenlohe pendelt zwischen Arbeitsplatz und Puppenheim. Zwischen urbanem Lebensraum und "seinem Kloster". Der Grund: Der Mediendesigner muss sich von Zeit zu Zeit entgiften. Nicht weil er zu viel gegessen hat.

Als Internetautor und Gestalter von elektronischen Medien hat er bereits zu viel Botschaften konsumiert und zu Informationen verarbeitet und vernachlässigt darüber oft seinen Körper. Wer als immer wieder Websöldner um sich kämpft und dabei nur mit dem Kopf arbeitet (wie manchmal Achim von Achenlohe) verliert auf Dauer den Bezug zu seinem Körper und gefährdet seine ganzheitliche Entwicklung. 

Achim von Achenlohe hat eine fundierte Ausbildung als Ingenieur für Energietechnik, hat danach mathematische Modelle für ein Energieversorgungsunternehmen entwickelt, war später Berater für McKinsey, schließlich Manager in Österreich, Deutschland und den USA.

Heute lebt er in der Nähe von Wien und arbeitet als selbständiger Autor und freier Mediendesigner. Anfang 2003 ist seine Plattform www.actoid.com online gegangen.

 


 

Herr von Achenlohe was ist Zen und was Za-Zen?

Zen ist nicht etwas Aufregendes, sondern Konzentration auf alltägliche Verrichtungen. Za-Zen ist japanisch und bedeutet wörtlich "Sitzen in Konzentration" - also das Stillsitzen in der Haltung des Buddha. 

Zen ist wohl die älteste fernöstliche Lebensweisheit. Die Lehre birgt in sich die Weisheit des Sein durch das Nichts, die Lehre des Ausdrucks einer inneren Erfahrung eines bestimmten Bewusstseins. Sie ist sozusagen nichts als das Bewusstsein, in dem sich das Leben eines Menschen widerspiegelt. Die Kern-Übung des Zen ist Za-Zen ist das Sitzen in aufrechter Haltung, das Sitzen in Stille und das Sitzen in Versenkung.

Der Sinn dieser Übung ist der gleiche wie der aller im wahren Sinne ausgeführten geistlichen, meditativen aktiv oder passiv herbeigeführten "Übungen": Einswerden mit dem unfassbaren Wesen, das je nach religiöser Kultur einen besonderen Namen trägt: Gott, Brahma, Buddha... Weisheit, Wissen, Internet.

Durch die Technik des Sitzens beginnt der Weg in die Leere, die völlige Ablösung von allem, was durch Begriffe, Ordnungen und Bildern von der wahrhaftigen Bewusstwerdung des Wesens abhält. Aus dieser Leere heraus entsteht das Wesen-Bewusstsein, das aus allem hervorleuchtet.

Zen ist eine individuelle Chance, die eigene Weise mitten in Raum und Zeit in der raum- und zeitlosen Gegenwart im ewigen Jetzt zu sein.

Ist nicht gerade die Theorie des Zen so schwierig?

Von allem Anfang an verzichtet Za-Zen auf jede Form von Theoretisieren, lehrhaften Unterricht und jegliche Dogmatik. Za-Zen behandelt all das als bloße Sinnbilder der Weisheit. Za-Zen gründet sich auf Praxis und auf unmittelbar persönliches Erleben der Wirklichkeit.

Die wesentliche Aufgabe besteht in der Meisterung des Denkens, was letztendlich im Satori (der Erleuchtung) gipfelt. Dabei verschwindet die Trennung von Subjekt und Objekt plötzlich und die Einheit, das Nicht-Getrennt-Sein als lebendige Wahrheit wird erkannt.

Im Za-Zen gibt es keine Zweiheit von Himmel und Erde, Natürlichem und Übernatürlichem, Menschen und Gott, Stofflichem und Geistigem, Sterblichem und Unsterblichem, denn es ist des Menschen eigene Vorstellung, die den Unterschied bewirkt. Satori ist die Verwirklichung unseres ureigenen, innersten Wesens.

Wie kann man dahin gelangen?

Um dies zu erreichen, haben die Zenmeister eine Meditationstechnik (eben das Za-Zen) entwickelt, die den Schüler befähigt, den Körper zu lockern, schweifende Gedanken loszulassen und seine Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln.

Za-Zen bezweckt ganz einfach eine Distanz zum inneren Dialog zu schaffen, die zwanghafte Identifikation mit unseren Meinungen, Vorstellungen und Gefühlen zu lösen, alte Prägungen loszulassen und dadurch fähig zu werden, innerlich völlig frei und spontan das Hier und Jetzt zu leben.

Zen und Technik, wie geht das zusammen?

Im Prinzip zielt Za-Zen auf den Alltag, also auf das tägliche Bewusstsein. Zur Zeit der Samurai waren Fechten und Bogenschießen Alltag, daher wurden diese Tätigkeiten aufgegriffen und zu Zenkünsten verfeiert.

Mir geht es um Mediendesign, das als Zenkunst verfeinert werden kann.

Alle großen Meister der östlichen Kampfkünste haben sich im Za-Zen ertüchtigt. Immer mehr Menschen haben heute wieder Einfluss auf die Gestaltung der eigenen Arbeitsabläufe. Hier kann Za-Zen (die Meditation im Sitzen) als Mittel des Erkennens und der Befreiung von Zwängen helfen.

Im Prinzip zielt Za-Zen auf den Alltag, also auf das tägliche Bewusstsein. Zur Zeit der Samurai waren Fechten und Bogenschießen Alltag, daher wurden diese Tätigkeiten aufgegriffen und zu Zenkünsten verfeiert. Mir geht es um Mediendesign, das als Zenkunst verfeinert werden kann.

Robert Pirsig schreibt dazu "Der Buddha, der Gott, wohnt im Chip eines Computers oder in den Zahnrädern eines Motorradgetriebes genau so bequem wie auf einem Berggipfel oder im Kelch einer Blüte. Wer das nicht wahrhaben will, erniedrigt den Buddha und damit sich selbst."

Was hat Zazen mit der Kunst des Webdesigns zu tun?

Za-Zen hat einen starken Bezug zum Design von Neuen Medien und ist eine Sammlung von Denkübungen über die Philosophie des Za-Zen aus der Sicht des Mediendesigners.

Lesen Sie weiter in: Zazen oder die Kunst das Web zu designen...

Wie ist die Relation zwischen Zazen und dem Surfen?

Za-Zen und die Nutzung der Neuen Medien bereichert die einschlägigen Forschungen mit Überlegungen über die Philosophie des Za-Zen aus der Sicht der Nutzung der neunen Medien.

Lesen Sie weiter in: Zazen oder die Kunst im Web zu surfen...

Im Zazen gibt es Koans, wie wirkten sie diese im Netz aus?

Koans führen den Nutzer des Netzes bis an die Grenzen seines Denkens: Echte Zen-Erfahrung liegt jenseits des normalen Netzes.

Lesen Sie weiter in: Zazen oder die Kunst des Koan...

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