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NefertitiDie Pilgerreise
an die heiligen Wasser des Nils

Actoid im Jahre des Herrn 2000

 
 

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Angefangen hat das mit meinem Ägyptentraum irgendwann in meiner Kindheit, als ich mich allmählich und wie selbstverständlich für ägyptische Kultur zu interessieren begann. Ich erinnere mich noch an ein grün gebundenes, altertümliches Buch mit dickem Papier und vielen scharf gezeichneten Lithografien zum Thema ägyptische Kultur. Es war voll von geheimnisvollen Bildern über Ruinen, Sphinxe, Pyramiden und Nillandschaften.

Dann als 16-Jähriger hatte ich einen esoterischen Roman in die Finger gekriegt, der die Reinkarnation einer Ägypterin schildert, die als Tochter eines ägyptischen Ministers im mittleren Reich aufgewachsen war und dort ein glückliches, erfülltes Leben als Ehefrau und Mutter in der Oberschicht geführt hatte.

In den frühen 1980-ern hatte ich mich dann soweit mit den Hieroglyphen vertraut gemacht, dass ich meine Besprechungsprotokolle in Hieroglyphen abfassen konnte, dabei stellte sich das spätere Lesen als schwieriger heraus als das Notieren. Parallel dazu begann ich mich im Rahmen meines Interesses für das Christentum auch für die koptische Kirche zu interessieren, die am Anfang so viel aus der ägyptischen Kultur in sich aufgenommen und über die Zeitenwende gerettet hatte.

Längst ist für mich durch die intensive Auseinandersetzung das Geheimnisvolle, Ferne, Fremde einer gewissen Vertrautheit gewichen - doch das Interesse ist geblieben. Meine gelegentlichen Besuche der ägyptischen Abteilung im Wiener Kunsthistorischen Museum haben mir dann durch die direkte Berührung mit den phantastischen Originalen gezeigt, dass die Geheimnisse nicht weniger geworden sind. Der Ende der 1990-er Jahre erschienene Ägypten Reiseführer Dumont "visuelle" hat mir dann viele Details dieses Landes, vor allem hinsichtlich Bautechnik, Geschichte, Küche, Fauna und Flora näher gebracht.

An einem heißen Sommertag habe ich 1998 auf der Schallaburg eine umfangreiche Ausstellung über koptische Religion und Kultur gesehen. (Leider viel zu kurz, da mein Freund, auf dessen Motorrad ich als Sozius dorthin gefahren bin, an einem einzigen Tag die ganze Welt neu entdecken wollte. So hatten wir kaum zwei Stunden Zeit für die Ausstellung. Da bleibt halt wieder nur die Literatur und das Internet.) Die Ausbreitung der Kopten war im 5. Jahrhundert praktisch über ganz Nordafrika erfolgt. Die Kopten des Altertums sind zwar Christen, sprechen aber ägyptisch und schreiben das Ägyptische mit griechischen Buchstaben. Das griechische Alphabet wurde mit einem Dutzend Zusatzzeichen, vor allem für die unterschiedlichen Reibelaute des Ägyptischen, ergänzt und dadurch ist das Ägyptische auf zahlreich erhaltenen Papyri hervorragend bewahrt. Im Totenkult der koptischen Christen hat sich die ägyptische Kultur weitgehend fortgesetzt, angefangen von den unglaublich lebensechten Tortenportraits bis hin zur Balsamierung der Leichen und den Grabdenkmälern. (Wenn man sich die primitiven Portraits des christlichen Mittelalters ansieht, dann fragt man sich, war das wohl soll...) Es ist glatter Irrtum, dass die ägyptische Sprache erst von napoleonischen Offizieren durch den Stein von Rosette übersetzbar geworden ist, die Sprache der Kopten - und damit der Ägypter - war immer les- und sprechbar, denn die griechischen Buchstaben kannte und kennt jeder Gebildete. Außerdem mussten seit dem 6. Jahrhundert alle Gebete der Kopten in zweisprachigen Schriften ins Arabische übersetzt werden.

Das Koptische basiert auf dem Schriftsystem der alten Griechen, ist sprachlich/phonetisch aber das Ägyptisch, das zu jener Zeit, als die Christen nach Ägypten kamen, gesprochen wurde. Daher kann man heutzutage durchaus auch Vokallaute in die Sprache einfügen.

Der eigentlich Startschuss zur Nilkreuzfahrt war ein SMS von Nefertiti am 21. Mai 2000 mit dem Inhalt "schau ORF Teletext Tafel 805 Seite 5/9 unten". Da stand "Hurghada, 4* Nilkreuzfahrt, ATS 4.990, VP, Außen-Doppelkabine, Abflug ab Wien nach Hurghada 25. Mai, 1. Juni, 8. Juni, 15. Juni, 22. Juni 2000". Dazu war eine Internet-Domain angegeben. Bestärkend kam noch dazu, dass der jahrelange finanzielle Druck, der auf mir wie ein Mühlstein lastete, etwas nachzulassen begann.

Also am nächsten Tag gleich im Internet nachgesehen und da gab's eine genauere Beschreibung, der unglaubliche Preis für die Fahrt wurde bestätigt, doch kamen dazu noch etliche Positionen mit insgesamt ATS 2.900, für Gebühren, Besichtigungen, etc. Also eine Woche Flug, Vollpension, Transfers, Doppelzimmer zum Gesamtpreis von ATS 7.890. Eine Verlängerungswoche in Hurghada mit Vollpension kostet nur ATS 1.800. Vergleichbare Arrangements wurden bei den großen Anbietern um ATS 40.000 bis 50.000 angeboten. Eine Überprüfung auf Lastminute Domain zeigte exakt das gleiche Angebot zum gleichen Preis, aber viel schlechter beschrieben. Also habe ich alles gecheckt, was an beruflichen Terminen zu berücksichtigen ist und habe mich entschlossen die Reise anzutreten.

Die nächste Zeit habe mich dann mit einigen Suchmaschinen durchs Internet gewühlt und dort unter den Suchbegriffen "Ägypten Nil Reisebericht Nilkreuzfahrt Kreuzfahrt" Reiseberichte vom 14. bis zum 20. Jahrhundert gefunden und herunter geladen, vereinheitlicht und in einer Anthologie zusammengestellt.

Am 25. Mai habe ich dann endgültig bestellt, ein unterschriebenes Fax zurückgeschickt und war stolzer Besitzer einer Vierstern Nilkreuzfahrt vom 8. bis 15. Juni 2000 für Nefertiti und für mich. Die Tickets müssen nur noch bis zum 2. Juni bezahlt und abgeholt werden.

Bereits vor Jahrhunderten waren die Schiffsreisen auf dem Nil das Nonplusultra für Ägyptenbesucher - übersichtlich, bequem, sicher, angenehm, luxuriös. Vorbei an steinernen Kulturdenkmälern, pittoresken Dörfern, Palmenhainen, Moscheen und Minaretten in exotischen Ansichten und geheimnisvollen Silhouetten. Fantastische Bilder und Eindrücke, wie man sie aus dem Agatha Christie Film "Tod am Nil" kennt, den wohl jeder mehrfach im Fernsehen sehen musste, wenn er nicht weiter gezappt hatte.

Die Ägypter erfanden unsere Schrift, die Zahlen, das Papier, den Zentralstaat, die Intensivlandwirtschaft, den Kalender und den Stein gewordenen Größenwahn: Aberhunderte Pyramiden, Tempel und Felsengräber. Ihre Zivilisation ist heute von Wissenschaftlern so gut erforscht wie kaum eine andere antike Kultur - und doch ist sie uns bis heute rätselhaft geblieben. Um einige der Rätsel für mich zu lösen wollte ich immer schon nach Ägypten.

Mein Reiseplan umfasst: Wien, Hurghada, Luxor, Theben, Esna, Edfu, Kom Ombo, Assuan und gesund und aufgetankt mit neuer Energie wieder zurück zu kommen. Ich bin die Tage vor der Reise so nervös, wie schon lange nicht mehr. Und das wird noch verstärkt, weil Nefertiti ganz aufgeregt und außer sich ist.

 
  1.Tag Donnerstag | Wien - Hurghada
Ich reiße das Fenster nach Ägypten auf. Ich hechte hindurch, hinein in den Jet und zweihundert Minuten später bin ich in der Ägyptischen Wüste.
 
 

Ein Freund holt mich am 8. Juni 2000 um 15h30 von zu Hause ab und bringt mich mit dem gesamten Gepäck zum Flughafen und bucht gleich dort eine Reise nach Griechenland, die zwei Tage später losgeht. Nefertiti ist vom Büro direkt mit der Schnellbahn hingefahren. Rasch sind die Gutscheine gegen richtige Tickets eingelöst und das Einchecken ist auch bald erledigt. Ich sitze vor dem Abflug mit dem Freund und Nefertiti noch im Café und wir malen uns in Vorfreude unsere Urlaube aus. Ich kann das Alles noch immer nicht fassen und Nefertiti ist ziemlich nervös.
Inshâ’allâh.

18h20 Abflug mit einer LAUDA 737. Die 4 Stunden Flug vergehen sehr angenehm und ruhig - eben im Flug.

23h30 Ankunft in Hurghada. Hurghada ist keine richtige Stadt, sondern ein Küstenstreifen, der auf einer Länge von 70 km völlig mit riesigen Hotelanlagen verstellt ist.

Am Flughafen wartet bereits ein deutschsprachiger Guide auf uns, der uns die Einreise- und Passformalitäten erklärt. Ich wechsle die ersten 1000 ATS in EGP und wir folgen dem Guide zu einem Bus, der uns zum Hilton bringt.

Die Lobby des Hilton ist beeindruckend. Der Boy schleppt unsere Koffer und führt uns zu unserer über 70 m2 große Villenwohnung. Wir versorgen die Koffer und machen uns Richtung Meer auf, leider sperrt die Poolbar gerade zu, die auf dem Weg liegt. Also rasch weiter an den Strand und ich schreite schnurstracks ins Rote Meer, da es sich gegen jede Erwartung nicht teilt, gehe ich nur bis zu den Knöcheln hinein. Dann zurück zum Appartement, in dem wir nur wenige Stunden zwischengelagert sind, Badezeug an, Schiebetüre im Wohnzimmer auf und in den Pool einige Runden schwimmen. Draußen hat's sicher noch 35°C. Gegen 2h kommt ein Boy mit einer Karre voll Putzzeug, der den Badeplatz und das Becken reinigt und wir gehen zu Bett.

 
  2. Tag Freitag | Esna - Luxor
Niemand zwickt mich, damit ich aus meinem Traum aufwache, denn eigentlich kann ich gar nicht hier sein… Dieses Gefühl hält sich acht Tage, die ich in Ägypten verbringe.
 
 

5h15 Weckruf. Ich kann nach den drei Stunden Schlaf kaum die Augen öffnen. Wir klappen die Kofferdeckel zu und trollen uns in Richtung Lobby.

6h15 unser Stockbus steht bereits vor dem Hotel. Wir steigen als erste ein und der absolut beste Platz ist mir sicher - der Panoramaplatz in der oberen Etage ganz vorne. Langsam füllt sich der Bus mit Touristen aus aller Herren Länder und windet sich dann durch einige der riesigen Hotelanlagen, um noch einige Gäste einzuladen.

 
  Karawane durch die Östliche Wüste
 

Schwach besetzt fährt der Bus zum Sammelplatz der Karawanen durch die Östliche (oder Arabische) Wüste. Unter aufwändigem Polizeischutz werden wir die 280 km nach Luxor geleitet. Das Gewirr aus Bussen, VANs, PKW, Polizeiautos, Mannschaftsfahrzeugen, Touristen und Polizisten formiert sich wie selbstverständlich langsam zu einer motorisierten Karawane, die sich auf der Teerpiste nach Süden bis Port Safaga bewegt und dann nach Westen ins Landesinnere biegt. Die frisch geteerte Piste wird von mehreren Hochspannungstrassen und der Bahnlinie Hurghada/Qena begleitet, die gerade instandgesetzt wird. Die Straße windet sich eben nach Westen um die bläulich-rosa schimmernden Bergklötze herum. Die Erhebungen des Sandsteingebirges treten Richtung Westen immer weiter auseinander und werden sandfarben, lang gezogener und öffnen sich schließlich zu einem breiten, flachen Talboden in dem Beduinen ihre Ziegenherden weiden und ihre Zeltlager aufgestellt haben. Vor den vielen grauen Wehrdörfern mit den Wachtürmen sitzen am Tor der Umfassungsmauer Männer in ihren Galabias. Richtige Ortschaften gibt es in der Wüste keine. Die Wachtürme sind nur in der Karawanserei besetzt, bei der wir auf halber Strecke einen Halt machen, um Kaffee zu trinken und uns die Beine etwas zu vertreten.

 
  Niltal von Qena nach Luxor
 

Die Nähe von Qena kündigt sich durch das Grün an, das nun die sandige Wüste immer öfter durchsetzt. Dann sind wir plötzlich im grünen Niltal und sehen die Gärten, Häuser, Felder, dazwischen die prall gefüllten Bewässerungskanäle. Der Bus schwenkt nach Süden und fährt auf der von einzelnen Häusern und Weilern begleiteten Straße entlang des Hauptkanals in Richtung Luxor. Es ist hier überall ziemlich belebt und an den größeren Straßenkreuzungen sind Verkaufsstände aufgebaut. An jedem Kreuzungspunkt ist die weiß uniformierte Touristenpolizei zu sehen, ergänzt durch Ortspolizei und bewaffnete Männer in Galabias.

Der Hauptkanal ist die Lebensader dieser Bilderbuchlandschaft und fließt als träger Fluss nordwärts, Kairo zu. Er ist mit Palmen bestanden und Badeplatz für die quirligen Kinder, hin und wieder sieht man Fischer mit ihren langen Angelruten am Ufer sitzen. Während wir durch diese zauberhafte Niloase zwischen Palmenhainen und Dörfern gleiten, erklärt uns der Fahrer in markigem Englisch das Leben im heutigen Ägypten und gibt seine Meinung über die jüngere ägyptische Geschichte kund.

Fellachenhäuser aus Nilschlammziegel und das Dach mit Stroh beschmissen, Tierunterstände aus zusammengebundenem Schilfrohr, Minarette. Gärten, Felder, Dattelpalmen und immer wieder Dattelpalmen ziehen vorbei. Ich bin direkt im 19. Jahrhundert gelandet und erlebe nun die von Karl May literarisch aufgearbeiteten Reisebeschreibungen des Alfred Edmund Brehm noch einmal.

In Luxor steigen wir mitten auf der Straße aus dem Bus und in einen von 3 Arabern besetzten VAN um, der bereits auf uns wartet. Kerihm, unser Führer für die nächsten sieben Tag stellt sich vor. Er ist jung, eher zart gebaut, schüchtern und spricht sehr gut deutsch. Er hat helle Haut und die typischen Gesichtszüge der Unterägypter. Der Name Kerihm muss wohl etwas mit Gnade zu tun haben, denn "Allah kerihm" heißt "Gott ist gnädig".

 
  Einschiffung
 

Wir erfahren, dass wie von einem Vierstern- auf ein Fünfstern-Kreuzfahrt umgebucht wurden, da "unsere" M/S Rosetta gerade überholt wird. Während wir mit dem Führer plaudern kommen wir in Esna an der Anlegemole an.

Um 13h werden Nefertiti und ich auf der M/S PYRAMISA das erste Mittagessen der Vollpension im klimatisieren Speisesaal serviert, dazu trinken wir gekühltes Wasser. Wir sind satt und zufrieden von dem, was uns hier geboten wird. Unsere Erwartungen sind mehr als erfüllt und die quirlige Vorfreude fast am Siedepunkt.

14h30 Abfahrt nach Luxor die gleiche Strecke zurück, diesmal aber mit einem Bus voll Holländer. Wir besichtigen zuerst den Karnak-Tempel und dann den Luxor-Tempel, beide am rechten Nilufer. Wie immer sind wir zu dritt in der deutschsprachigen Gruppe: Nefertiti, ich und unser Führer Kerihm, der uns geduldig detailliert alles erklärt. Immer wieder erläutert er verschiedene Deutungen, die er bis auf die letzte Hypothese mit den Worten "aber das akzeptieren wir nicht" abschließt.

Am Heiligen See in der Karnak-Tempelanlage zu Luxor ist ein Rosengranit-Skarabäus von Amenophis III., der auf einer Säule thront. Meine Begleiterin ist dreimal im Gegenzeigersinn herumgegangen.

Die Holländergruppe hat den Namen Habibi (arabisch Liebling) und wird von Hany Hassan Okasha betreut, einem eloquenten und sympathischen Guide.

Unsere erste Station ist Luxor, das Theben der Pharaonen, das politische und religiöse Zentrum von fast 2000 Jahren Zeitgeschichte.

Um 20h45 wird das Abendessen serviert. Nachher gehen wir Esna erforschen und kaufen im Suk zwei Galabias um 20 USD, ursprünglich sollten sie 68 USD kosten und das Handeln hat dem Händler und mir großen Spaß gemacht. Nefertitis rote Galabia ist am Hals glitzernd bestickt, meine ist blau, schlicht und einfach, wie sie eben auch die Einheimischen tragen.

 
  3. Tag Samstag | Theben West - Edfu
Wir sitzen im Schatten am Sonnendeck und fahren mit dem Kreuzfahrtsschiff den Nil hinauf. Szenen wie aus einem Bilderbuch ziehen an uns vorbei: Dörfer, spielende Kinder, Kühe, Esel, Palmen. Durch den Rahmen des Kabinenfensters sieht das aus als wäre es ein Film.
 
 

5h30 Weckruf und anschließend Frühstück. Wie immer ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, vor allem die auf dem Schiff selbst gemachten Mehlspeisen sind hervorragend.

6h30 Abfahrt im klimatisierten Bus nach Theben West. Im Bus sind wir wieder mit nur mit Holländern zusammen. Wir besichtigen drei Gräber im Tal der Könige, den Totentempel der Hatschepsut, eine urige Alabastermanufaktur und die Memnon Kolosse. Kerihm muss seine einführenden Erklärungen in der prallen Sonne machen, obwohl es 42°C im Schatten hat - aber Schatten gibt’s keinen. Bin über meinen Strohhut sehr froh, den ich schon seit Jahren überallhin mitschleppe.

13h30 nach einer Stunde Fahrt im Bus wieder zurück in Esna auf dem Schiff zum Mittagessen. Nach dem Mittagessen gehen wir zu Bett. Das Schiff legt ab, als ich gerade zum dritten Mal in Nefertiti hineinspritze.

Nefertiti schläft dann von 14h30 bis 18h.

Um 17h der five o'clock tea wird in der Poolbar am Sonnendeck serviert, während wir weiter in einer Karawane von sechs Schiffen in Richtung Süden fahren, um in Edfu anzulegen. Hier auf dem Schiff sind die 40°C bereits erträglicher als in der flirrenden Wüste in Theben. An uns ziehen die Aulandschaften der Niloasen vorbei. Immer wieder tauchen einfache Häuser aus weißbraunen Lehmziegeln auf, in den kleinen Dörfern sind die Häuser vereinzelt in Pastellfarben bemalt. Vom Ufer des Nils winken und rufen manchmal Kinder zu uns herüber. Alle paar Kilometer ist eine Pumpstation, die das Nilwasser in den erhöht gelegenen Hauptkanal hoch pumpt, von dem sich das Wasser dann durch das natürliche Gefälle in die tiefer liegenden Nebenkanäle und die Felder verteilt. Auf den Liegestühlen neben mir braten einige fette Holländerinnen in der südlichen Sonne. Zwei jüngere, blonde Holländerinnen haben rekordverdächtige Hintern, die auf Säulen ruhen, die durchaus an die in Karnak erinnern. Ich nehme mir vor, zu beobachten, wie sie ihre Hinterteile wohl durch den engen Gang des Busses zwängen würden.

19h am Horizont taucht in der struppigen Silhouette der Stadt der riesige Pylon von Edfu auf.

19h30 wir legen an. Der Ruf der Muezzine zum Gebet bildet gemeinsam mit dem Spektakel des Straßenverkehrs eine unverwechselbare Geräuschkulisse.

20h Abendessen mit einem reizenden, jungen frankokanadischem Paar. Die junge Frau sieht wie eine ägyptische Prinzessin aus, spricht aber leider nur radebrechend Englisch.

21h30 wir schlendern die Einkaufsmeile an der Mole entlang. Die Händler sind hier weit weniger aggressiv als in Esna. Wir trinken dann Kaffee in einem der Cafés am Anlageplatz. Die drei Buben des Besitzers sitzen an unserem Tisch und wir blödeln mit ihnen, ohne dass es eine Sprachbarriere gäbe. Leider ist es an der Straße so staubig, dass wir immer öfter husten müssen und ich ganz rote Augäpfel kriege. Der Kleinste deutet mir mit lachenden Augen, dass ich ihm zum Abschied ein Küsschen auf die Wange geben soll. Ich bin gerührt.

 
  4. Tag Sonntag | Edfu - Kom Ombo
Der Fluch der Pharaonen überfällt mich auf dem Kreuzfahrtsschiff, meine Gedärme gebärden sich zügellos und wild und setzen mich außer Gefecht. Wahrscheinlich habe ich zu viel von dem heiligen Nilwasser aus dem Swimmingpool verschluckt.
 
 

Edfu liegt 100 km südlich von Luxor.

Um 8h ertönt Weckruf, ich habe bereits vor Stunden zwei Imodium Kapseln und ein Cyprophen zur Bekämpfung des regionalen Aufstands in meinen Darm geschickt. Das Frühstück fällt für mich wegen der ausgedehnten Sitzung am WC aus.

9h zahlreiche der hier üblichen vierrädrigen Kaleschen stehen bereits vor dem Anlageplatz und warten auf uns. Es sind viersitzige, schwarze, einspännige Pferdekutschen mit großem, schwarzem immer zurückgelapptem Verdeck. Kerihm steigt zu uns ein und es geht los zur anderen Seite der Stadt. Direkt bei den Buden der Händler, die vor jedem Tempel stehen, bleiben wir stehen. Dann gehen wir zum Edfu Tempel, leider bin ich nicht so recht in der Lage, das alles zu genießen.

Ein junges Mädchen sitzt mit zwei Freundinnen im Schatten unter einem Baum und macht mir schöne Augen. Die Orientalinnen können das, ich schmelze jedes Mal dahin. Stunden geht mir das Mädchen mit den schwarzen Augen nicht aus dem Kopf.

Nach der Besichtigung geht es wieder mit unserer Kalesche zurück zum Schiff.

11h45 legen wir weiter Richtung Süden ab, während ich auf dem Bett liege und mich von meiner Diarrhö zu erholen versuche.

13h heute schmeckt mir das Mittagessen nicht und ich gehe nach einigen Bissen in die Kabine und lege mich wieder hin. Nefertiti kommt nach, zieht mich aus und beginnt unter meinem Protest mit mir zu spielen. Sie versteift mir mein Schwänzchen durch lecken, streicheln, Eier quetschen und Penisschaft massieren. Obwohl ich nicht in Stimmung bin, ist mein Schwanz bald hart und sie setzt sich auf mich und lässt den Spieß unter Freudenrufen in sich hineingleiten. Während sie mich reitet, muss ich ihre fülligen Brüste massieren. Ich finde es inzwischen zwar auch geil, kann aber nicht abspritzen, da ich von der Diarrhö doch noch ziemlich geschwächt bin. Nefertiti dagegen schreit ihre drei Orgasmen so laut heraus, dass man das am Gang und in den Nachbarkabinen hören muss. Dabei stößt sie ihr Becken so heftig vor, dass ihre Gebärmutter von meiner Eichel tief in den Bauch gedrückt wird.

Dann geht sie aufs Sonnendeck und lässt mich ausschlafen. Später erzählt sie mir, wie romantisch die Nillandschaft gewesen wäre, die sie während des Zureitens aus dem Kabinenfenster gesehen hätte.

16h30 zum five o'clock tea bin ich wieder am Sonnendeck und trinke mit Genuss einige Tassen Tee während das Schiff an der Mole von Kom Ombo anlegt. Kom Ombo liegt 40 km nördlich von Assuan.

18h wir gehen mit Kerihm an Land und die wenigen Schritte zum Tempel hinauf.

20h zum Dinner haben wir unsere eleganten Galabias an. Nefertiti glücklich und ausgelassen in Rot mit glitzerndem Halsstück, ich mit goldbestickter Galabia in Blau mit Mantel. Das Schiff setzt sich in der Nacht nach Assuan in Bewegung.

21h die Arabian Night auf dem Sonnendeck beginnt. Wir sitzen mit den beiden Frankokanadiern am Tisch, die das Schiff morgen verlassen werden. Die beiden dunkelhaarigen jungen Leute sehen in ihren Galabias fast authentisch aus, er wie ein Priester, sie wie eine Priesterin. Der Schiffsfotograf macht einige Fotos von uns, die wir zwar bezahlen aber dann später nirgends mehr finden können. Die meisten der fetten, lauten Holländer sind nicht in Galabias gekleidet, sondern haben ihre billige Schlabberkleidung an.

Als wir uns in der Nacht Assuan nähern, ist die Stadt hell beleuchtet, ein wunderbarer Anblick. Da hier die Katarakte beginnen, ist für die Schiffe Endstation. Das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen und verbringe die halbe Nacht an Deck.

 
  Zwischenbilanz
Ägypten ist genauso faszinierend wie anstrengend. In vieler Hinsicht hat sich hier seit dem Altertum nicht viel geändert.
 
 

Am Fenster der komfortablen Kabine auf dem Nilkreuzschiff oder aus dem klimatisierten Bus zieht ununterbrochen eine ländliche Idylle wie sie vor 3000 Jahren nicht anders ausgesehen haben kann: Mit braunweißen Lehmziegeln grob gemauertes Häuschen mit einem Hof voller Hühner und ein paar Ziegen. Barfuss spielende Kindern am Wasser. Hin und wieder ein Fellache, der mit einem Holz Wasser aus dem Kanal auf ein Feld schöpft. Die Häuschen in den Dörfern entlang des Nils sind bunt bemalt. Überall auf dem Lande Esel als Zug- und Reittiere. Zuckerrohrfelder, Dattelpalmen und Felder und Dattelpalmen und wieder Dattelpalmen. Spätestens wenn man die desolaten Autos sieht, die auch in der Nacht unbeleuchtet sind oder der Muezzin anfängt, über scheppernde Lautsprecher die Gläubigen zum Gebet zu rufen, weiß man, dass in den meisten Orten hier zumindest die 1950-er Jahre angebrochen sind. Aber wir wollten ja auch nicht ins moderne Ägypten sondern in die Vergangenheit reisen und da passt dieses Ambiente hundertprozentig.

Die Freundlichkeit der Menschen hier macht jeden Europäer stutzig, aber spätestens, wenn man vom Flieger wieder auf dem Heimatflughafen ausgespuckt wird, weiß man, dass das Zusammensein der Menschen auch bei uns mit mehr Fröhlichkeit und Offenheit viel angenehmer wäre. Vielleicht hatte ich in meiner Kindheit so viel Hautkontakt zu fremden Menschen, noch nie bin ich als Erwachsener von so vielen fremden Männern und Kindern freundschaftlich berührt worden. Natürlich sind auch die ägyptischen Händler und Dienstleister um eine Spur freundlicher, wenn sie ein Geschäft anbahnen wollen - aber da verhält sich ein hiesiger Versicherungsvertreter nicht anders.

Die Moslems sehen das mit dem Sex in Wirklichkeit nicht so eng wie die Christen. Eine Scheidung ist z.B. hier eine rein privatrechtliche Angelegenheit, und Scheidung gibt’s eben bei schlechter Behandlung des Partners oder bei Nichtverstehen. Die Scheidung kann sowohl vom Mann als auch von der Frau eingereicht und problemlos durchgezogen werden. Auf Ehebruch stehen deshalb hier auch strenge Strafen, dafür fehlt jedes Verständnis. Gleichgeschlechtliche Liebe wird hier als ganz normal empfunden und in der Öffentlichkeit händchenhaltende Männer sind nichts Ungewöhnliches und Hand in Hand zu gehen ist bei Männern keinesfalls ein Anzeichen für Homophilie, sondern für Verstehen und enge Freundschaft.

In Ägypten liegt in vielen Aspekten die Wiege europäischer Kulturen. Unglaubliche literarische, bildhauerische, mathematische, astronomische, bautechnische und künstlerische Leistungen hat das Land hervorgebracht, als das Rad noch nicht erfunden war und in Europa die Stammesclans der Kelten und Germanen noch in dichten Wäldern hausten. Aber was hier alle Fremden seit den Griechen interessiert, ist die spirituelle Vergangenheit dieses Landes, wie sie sich in zahllosen gigantischen Palästen, Pyramiden und Tempelanlagen manifestiert hat.

Übrigens sollte man den Pauschaltourismusgegnern nicht einmal zuhören. Auch wenn alles ziemlich durchorganisiert ist, in Ägypten ist eine Pauschalreise auf jeden Fall ein Vorteil und nicht nur, wenn man das erste Mal fährt. Wir freuen uns jedenfalls nach den anstrengenden Tempeltouren auf unser bequemes Schiff mit Pool, das vorbereitete Essen und die klimatisierte Kabine. Unser ägyptischer Reiseleiter spricht sehr gut deutsch und versteht sein Fach, auch wenn man andere Guides oft etwas anderes vortragen hört.

 
  5. Tag Montag | Assuan
Assuan ist etwas ruhigerer und man findet dort weder die Hektik der Großstadt noch die touristische Routine Luxors.
 
 

7h Weckruf. Wir sitzen nun an einem Tisch mit zwei mittelalterlichen holländischen Paaren. Das eine Paar ist asiatischer Abkunft und versteht nicht einmal Englisch. Der Mann des anderen Paares kann täuschend ähnlich Vogelgezwitscher nachmachen und irritiert dadurch seine Landsleute an den anderen Tischen, die interessiert nach Vögeln im Speisesaal Ausschau halten.

8h Abfahrt zum Steinbruch von Assuan, um den unvollendeten Obelisken zu sehen. Diesmal ohne Kerihm, der einen grippalen Infekt auskuriert. Wir haben uns der Gruppe Habibi (arabisch Liebling) von Hani angeschlossen, die ausschließlich aus Holländern besteht.

Die Steinbrüche von Assuan waren in der Zeit der Pharaonen die Lieferanten des rötlichen Assuan-Granits. In ihnen liegt noch immer der unvollendeten Obelisk. Er wäre der größte Obelisk Ägyptens geworden, aber vor der Vollendung zeigten sich Risse im Gestein.

Anschließend haben wir eine ziemlich langatmige Führung durch das nubische Museum.

13h Mittagessen.

14h30 mit drei zusammen gespannten Feluken fahren wir um die Insel Elephantine.

Auf einer Anhöhe am westlichen Nilufer thront das Mausoleum des Aga Khan. Der 1957 verstorbene religiöse Führer der Ismailiten, der sich von seinen Anhängern in Gold aufwiegen ließ, wurde lange nach seinem Tod von seiner Frau - ein französisches Model - in das Mausoleum überführt. Auch heute noch wird in ihrem Auftrag täglich eine frische Rose in eine Vase ins Mausoleum gestellt.

Am Old Cataract Hotel vorbei zum Schiff zurück. Nefertiti macht ohne mich eine Kamelsafari zu einem nubischen Dorf. Da ich auf Tierhaare allergisch bin, kann ich nicht mit.

Bummle alleine durch die Basarstraßen von Assuan. Die Altstadt ist vollgestopft mit Läden, die vor Waren überquellen. In orientalischen Städten gibt es bis heute Gassen mit nur einer Art von Ware, hier in Assuan haben vor allem die Goldschmiede noch ihre eigenen Gässchen. In Esna war ähnliches zu sehen.

Tief im Suk habe ich eines jener anmutigen Cafés ausgewählt, in dem nur Männer in Galabias sitzen. Ich trinke dort Kaffee ohne Zucker. Bei einem 10-Jährigen, nubischen Schuhputzer sehe ich die gleichen hellgrauen Augen, wie einer meiner Söhne und ich sie haben. Der Kontrast zur dunklen Haut und dem krausen Haar ist unglaublich. Der Anblick berührt mich tief. Später sehe ich in der Karawanserei in der Östlichen Wüste einen jungen, dunkelhäutigen Soldaten mit den gleichen Augen. Die Hitze vertragen die dunkelhäutigen Einheimischen auch nicht besser als ich, allerdings haben fast alle ein weiches Baumwolltuch umgehängt, mit dem sie sich den Schweiß abwischen können. Beim Rückweg komme ich an dem in neupharaonischem Stil errichteten Bahnhof von Assuan vorbei und gehe am Nilufer zum Schiff zurück. Nefertiti kommt viel später als geplant zurück, da die Feluke am Katarakt umkehren musste, weil die Untiefen zu gefährlich waren und dann gab's noch einen zeitraubenden Motorausfall.

21h Nach dem Abendessen gehe ich mit Nefertiti nochmals die Basarstraßen ab. Drei Kulissen verweben sich zu einem einmaligen Ganzen: Lärm, Düfte und die Gässchen mit ihren Menschen und Basaren. In einer der Querstraßen fällt der Strom aus und es ist plötzlich finster und ruhig. Ein Nubier geleitet uns zu seinem Café, von dem aus wir das Treiben auf den Straßen beim hellen Schein des Vollmondes und einiger Kerzen in den Buden genießen und abwarten bis der Strom wieder fließt.

Dann haben wir eingekauft: 4 Papyri im A4 Format. Zwei lederne, runde Sitzkissen in blau um 55 EGP, bei denen wir einen ungemein witzigen Handel haben und lachend den Laden verlassen. Zwei wollene Plaids um 83 EGP, bei einer Ausgangsbasis von 235 EGP.

Die Einkäufe bringen wir nach Hause und gehen dann nochmals weg, um am Bahnhofsplatz ein Bier zu trinken. Vor dem Bahnhof herrscht ein orientalisches Gewirr von wenigen weißen, vielen kaffeebraunen und einigen kohlrabenschwarzen Menschen. Der Kontrollbeamte winkt mich heran und wir dürfen den Schalter zum Bahnsteig auch ohne gültige Fahrkarte passieren. Wenige Minuten später fährt kreischend und rumpelnd der Nachtzug nach Kairo ein. Vorne die silbrige Diesellokomotive und dahinter die großen Waggons. Die jungen Männer sind die ersten, die durch die offenen Türen mit Sack und Pack in die desolaten Waggons hineinspringen. Noch bevor der Zug steht, sind auch alle älteren Frauen drinnen, die gewartet haben, bis der Zug etwas langsamer geworden ist. Quietschend bleibt der Zug stehen und rollt dann noch einige Meter geräuschvoll zurück. Schließlich ist das Gewühl der verschiedenfarbigen Menschen in den offenen Waggons verschwunden und der Bahnsteig wieder leer. 

 
  6. Tag Dienstag | Assuan - Edfu
Sitze nachmittags alleine auf dem Sonnendeck unter der Plane und lasse mir den heißen Wind ins Gesicht wehen.
 
 

8h30 Frühstück.

10h eine reizvolle Bootsfahrt mit Kerihm. Ein junger Schwarzer steuert seine auf dem Nil seit Jahrtausenden althergebrachte Feluke zum Kitchener's Island. Geschickt kreuzt er gegen einen heftigen Wind auf und hantiert dabei behände an Segel, Rahe und Ruder.

11h30 nochmals in den Suk und eine weiße Galabia für Nefertiti gekauft. Die ungeheure Hitze verursacht bei Nefertiti einen Kreislaufkollaps, den sie am Nachmittag im Bett auskuriert.

Der bewässerte Grünstreifen ist einmal auf dem einen und dann auf dem anderen Ufer des Nils besonders schmal. Man kann dann im Hintergrund die Dünen der Sahara erkennen, manchmal dringt die Sahara bis ans Wasser vor. Auf dem Nil segeln im Dunstkreis der Städte viele kleine Segelboote, Feluken genannt.

Nefertiti und ich vögeln wild nach dem Mittagessen und schlafen uns dann aus, bevor wir auf das Sonnendeck gehen. Dann wird nochmals vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen gevögelt. Spritze insgesamt fünf mal in ihren engen Muskelschlauch. Einmal vor dem Einschlafen und dann vor dem Aufstehen wichst meinen restlichen Saft liebevoll mit geschickter Hand aus mir heraus. Ich genieße es, ihre Brüste zu kneten und diese schönen, prallen Dinger zu betrachten, während sie meine Eier liebkost und mit fester Hand meinen Schaft wichst.

20h heute gibt’s ein Galabuffett, während wir in Richtung Norden zurückfahren.

22h anlegen in Edfu. Kaufe zwei Tanztücher und eine weinrote Galabia als Geschenk. Dann sitzen wir noch eine Weile in einem Café.

 
  7. Tag Mittwoch | Edfu - Esna
Mein erster Besuch in einer koptischen Kirche bringt mich den ägyptischen Christen näher, die mich ungeniert über meine Herkunft und meine Religion ausfragen.
 
 

10h ablegen in Edfu Richtung Esna. Wir verbringen einen herrlichen Tag am Sonnendeck. Eine geheimnisvolle Krankheit grassiert unter den Holländern. Sie belegen in aller Herrgottsfrühe mit Handtüchern und Büchern praktisch alle Liegestühle am Sonnendeck und "reservieren" damit ihren Ruheplatz. Tagsüber liegt da die Reiselektüre gemütlich weich auf einem Handtuch an Deck und genießt die Aussicht, während die Besitzer entweder in der kühlen Kabine darniederliegen oder sich in der Sonne durch Tempelanlagen schleppen.

18h30 nochmals durch die Altstadt und die Suks von Esna. Hier ist es richtig orientalisch und der Hauptteil der Einkaufsstraßen ist nur für Einheimische gedacht. Es gibt Fleischerläden, Zuckerlgeschäfte, Stoffe, Gewürze, Obst und Gemüse, Seilereiwaren, Kaffeehäuser, Schmuck und Uhren und und und.

An einer der Gassen liegt eine große koptische Kirche. Von der Gasse gelangt man auf den umzäunten Kirchenplatz und dann in die Kirche, die in ihrer Architektur und Ausstattung an griechisch und russisch orthodoxe Kirchenräume erinnert, nur dass das Gold und der Protz fehlt. Auch ist alles hier heller, luftiger und leichter. Die Wände sind weiß und die Bilder mit simplen Strichen bunt gemalt, vor allem aber mit einem leuchtenden Blau. In der Kuppel wölbt sich ein Christuskopf vor einem königsblauen Himmel. Kaum haben Nefertiti und ich die menschenleere Kirche betreten, kommt auch schon ein Einheimischer nach dem anderen herein, zieht seine Sandalen aus und geht nach vorne, um den raumhohen, weißgoldenen Vorhang vor dem Allerheiligsten zu küssen. Einem der Kopten folgt seine Frau, die wie alle Ägypterinnen ein schwarzes, körperlanges Tuch über den Kopf geworfen hat. Abwechselnd fragt er mich in einfachem Englisch etwas und übersetzt flüsternd meine einsilbigen Antworten unglaublich wort- und gestenreich seiner kleinen Frau, die ihren bewundernden und ungläubigen Blick nicht von mir wenden will.

Als wir immer weiter in die Stadt eindringen, holt uns einer der freundlichen Touristenpolizisten ein und meint, wir sollten die Richtung wechseln, damit wir uns nicht verlaufen. Wir schlagen die von ihm gedeutete Richtung ein und kommen dann durch eine kilometerlange Basarstraße beim Nilkraftwerk wieder aus dem Labyrinth heraus, das die Ägypter mit rumänischem Know-how gebaut haben. (Hatte gar nicht gewusst, dass die Rumänen Kraftwerke bauen können.)

20h beim Abendessen sitzen wir nun alleine am Sechsertisch, die vogelzwitschernden und sprachlosen Holländer sind wieder verschwunden.

22h eine Runde im Suk und zwei minderwertige Tischtücher nach heftigem Handel um 50 EGP viel zu teuer gekauft. (Nach der ersten Wäsche weggeschmissen.)

 
  8. Tag Donnerstag | Esna - Hurghada - Wien
Eine bezaubernde Karawanenfahrt durch die Östliche Wüste, eine interessante Rast in der Karawanserei, baden im Roten Meer und Heimflug.
 
 

5h30 Weckruf.

6h die Koffer stehen vor unserer Kabinentür und die Ausschiffung beginnt. Eine der intensivsten Reisen meines Lebens geht langsam zu Ende. Die eine Woche in Ägypten empfinde ich wie halbe Ewigkeit und ich hoffe, dass ich nicht das letzte Mal hier war.

7h30 die Abfahrt nach Luxor wieder mit einem Bus voller Holländer, die nun ihre fetten Körper eine Woche lang im Roten Meer baden wollen.

8h30 sind wir auf einem engen, unübersichtlichen Straßenstück, auf dem sich die Fahrzeuge zur Karawane sammeln. Wir verabschieden uns wortreich von Kerihm und steigen wieder in den Bus.

9h die Karawane durch die Östliche Wüste setzt sich in Bewegung. Der Halt erfolgt wie bei der Herfahrt in der Mitte der Strecke bei der Karawanserei.

12h45 Ankunft im Hurghada-Hilton Hotel. Unser Busguide weiß nicht, wo wir zwischengelagert werden und holt den Hotelguide, der dann wiederum die verantwortlichen Touristikguides holt, die uns bei der Ankunft schon am Flughafen in Empfang genommen hatten. Unsere Unterbringung ist bald gelöst, wir beziehen nun bis Mitternacht im Hurghada-Hilton Hotel die Villenwohnung 1538B.

13h30 endlich kann ich im Roten Meer baden. Das Hotel hat eine eigene Bucht, die mit einer Mole abgeschlossen ist, an der die Yachten und Tauchschiffe anlegen. Am Sandstrand stehen Liegen und Sonnenschirme und wir bekommen die unvermeidlichen, täglich frisch gewaschenen, Badetücher an einem Kiosk ausgehändigt. Das rote Meer ist natürlich nicht rot, sondern grünlich-türkis, angenehm temperiert und ganz sauber. Dass es sich nicht teilt, hatte ich schon vor einer Woche festgestellt

15h Zu Mittag Burger und Sandwich auf der Terrasse des Hilton Strandrestaurant um stolze 70 EGP.

19h30 das tolle Abendbufett im Hilton ist ein schöner Abschied von diesem freundlichen Land.

21h noch ein Bier als Einschlafdrink an der Poolbar und dann etwas Schlaf vor dem Start zum Flughafen.

0h30 Weckruf, Koffer zur Lobby rollen, Guide begrüßen.

1h auschecken, Lunchpaket abholen.

1h30 Transfer zum Flughafen.

3h50 ruhiger, gut betreuter Flug mit einer LAUDA 737 nach Wien. Ich schlafe sicher drei Stunden im Sitzen und bin dann doch ziemlich verspannt.

6h50 Ankunft. Es dauert ziemlich lange, bis unser Gepäck kommt.

8h30 endlich wieder zuhause, das Taxi hat 700 ATS gekostet.

9h Auspacken und die erste Charge in die Waschmaschine.

10h kurz in der Firma, um die Post durchzusehen.

 
  Bilanz vom Nil
Eine Woche Tempel, Nil, Oasen, Wüste und baden im Roten Meer. Und das alles individuell, aufmerksam betreut, first Class und zum Pauschaltarif.
 
 

Die 2500-jährige Erfahrung im Tourismus macht sich in Ägypten angenehm bemerkbar. Schließlich haben schon im Altertum Griechen und Römer die pharaonischen Baudenkmäler besichtigt, hier ihre Winter verbracht und Souvenirs mit nach Hause genommen.

Alexander der Große wollte für seinen Vater "eine Pyramide, den höchsten ägyptischen gleich", errichten. Der Kaiser Caligula schaffte einen riesigen Obelisken nach Rom. Napoleon eroberte das Land und führte parallel dazu einen wissenschaftlichen Feldzug, überdies stahl er einen der größten Obelisken. Thomas Mann kam als Besucher in Luxor und fühlte sich auf eine "Zauberwiese" versetzt, "bebaut" mit den "heiligen Malen menschlich-kulturellen Anbeginns". Bis heute ist diese Faszination ungebrochen - fünf Millionen Touristen kommen jedes Jahr hierher und ebenso viele Ägypter sind im Tourismus tätig.

Ägypten ist so wie ich es mir immer erträumt habe - nur alles noch ein bisschen schöner und größer. Einige Male auch ein bisschen dreckiger und lästiger. Immer aber ein bisschen orientalischer, exotischer. 40 Seiten Tagebuch und 150 Photos sind viel zuwenig für das, was ich alles erlebt habe. 

Vor Jahrtausenden ist die Kultur des alten Ägypten im Wüstensand versunken, doch die Faszination wirkt ungebrochen. Wirklich alles ist interessant, vom Alltagsleben bis zu den mächtigen Tempeln und den geheimnisvollen Hieroglyphenwänden. Wirklich alles ist so anders und so fremd an der pharaonischen Kultur. Die ägyptischen Kartoffeln sind saftiger als die ägyptischen Steaks.

Ganz allgemein komme ich mit den beiden arabischen Wörtern Schukran (danke) und Nemsa (Österreich) und einem offenen Lächeln zur Kontaktaufnahme und dem Beugen des Oberkörpers - mit an die linke Brust gelegter Rechten - zum Abschied ganz gut aus. Es können ja sowieso alle Einheimischen die mit den Touristen zu tun haben Deutsch oder Englisch. Ägypten hat 65 Millionen Einwohner und es werden jedes Jahr um eine Million mehr. Im Tourismus sind 5 Millionen tätig und mit den Familienangehörigen sind es zusammen 25 Millionen Menschen, die von einer der schönsten Dienstleistungen leben, die es auf dieser Welt gibt.

Meine Digitalkamera hat mich bei allen Ausflügen begleitet und so verdanke ich meiner Emsigkeit über 150 digitale Aufnahmen. Am Abend jedes Tages hab ich die weniger guten Alternativaufnahmen bereits gelöscht, sodass die Fotos deutlich alles so zeigen, wie ich es gerne hätte. Die alle richtig auszuarbeiten und zu beschneiden dauert fast eine Woche. Außerdem habe ich noch einige Bilder aus dem Internet und einige Fotos aus einem Bildband als Ergänzung zugefügt. Man merkt leider erst nachher, dass das eine oder andere Bild fehlt, da es eben doch schwierig ist, über all der Begeisterung über die Kultur auch die Bilder noch elektronisch festzuhalten.

 
 

Wenn ich von einer Reise in den gemeinen Alltag zurückkehre, so gewinnen Raum und Zeit plötzlich mehr Gewicht, unabhängig davon, wohin die Reise geführt hatte. Wenn alles um mich herum wieder definierte Normalität ist, dann scheinen die fremden Orte, Menschen und Abenteuer plötzlich unendlich weit und unwirklich. Die Erinnerung umfasst Bilder, Geräusche, Gerüche, Empfindungen, die ich in einer Welt erlebt habe, die nun hinter mir liegt und untergegangen ist.

Nie werde ich nach dem Zurückkommen den Eindruck los, dass nunmehr alle Internetsites, Fernsehprogramme, Zeitungen und Zeitschriften voll von Darstellungen über das fremde Land sind, aus dem ich gerade gekommen bin.

 
 
  NefertitiNil Poems

Actoids Reimgedichte über Ägypten.

Erdichtet im Sommer 2000 inmitten der Fluten des Nils.

 
 

Ägyptens Götter | Karnak-Tempel | Tal der Könige | Hatschepsut | Assuan | Hieroglyphen

 
 
  Ägyptens Götter
 

Ägyptens Götter meinen's mit mir gut
das ist schon viel
wenn einer eine Reise tut
an den blauen Nil
von Luxor bis Assuan
all die Tempel schauen kann

eine Kreuzfahrt auf dem Nil
bedeutet in meinem Leben viel
vorbei an der Ufer Grün
die Schiffe gegen Süden zieh'n
mit jedem Tempel eine enge Berührung
verbunden mit sachkund'ger Führung

die Sehnsucht
nach Ägyptens Kultur
wird gestillt nur
durch eine Reise
die ich nun gebucht
mit mehr als 50 Jahren
um nun nach Ägypten zu fahren

die Sehnsucht ist eine Sucht
drum hab ich für sieben Tage auf dem Nil
eine 08/15 Pauschalreise gebucht
das kostet wenig und bringt viel
mein Kreuzfahrtschiff, das hat vier Sterne
mit Klimakabine und Vollpension
mit dem fahr ich in die Ferne
das wollt ich immer schon

 
  Karnak-Tempel
 

In Karnak prangen der mächtigen Säulen Reihen
als ob die Menschen Waldameisen seien
eingeschlossen in zehn mächt'gen Pylonen
ist der Tempel, in dem die Götter wohnen
formvollendet schön und gut
ragt der Obelisk der Hatschepsut
inmitten wucht'ger Trümmerhaufen
durch die die kleinen Menschen laufen

an jeder der heiligen Stellen
sieht man Statuen und Kapellen
umgrenzt von Relief bedeckten Mauern
die noch Jahrtausende überdauern
mitten drin der heilige See
vor dem ich ganz versunken steh

in den verschwenderischen, heil'gen Bauten
durften nur der Pharao, mit den Vertrauten
und die Priester drinnen sein
das Fellachenvolk, das durfte nie hinein

ganz anders heute:
Priester, Pharaonen gibt's nicht mehr
dafür strömen ganz gewöhnliche Leute
zahlreich wie ein ganzes Heer
staunend, fassungslos und entgeistert
von den Fremdenführern klug gemeistert
schnatternd, schwitzend in der Siedehitze
vorbei am heil'gen Göttersitze
und mit angespannten Mienen
ermattend durch die Ruinen

 
  Tal der Könige
 

es kommen heutzutage gar nicht wenige
ins heiße, trockne Tal der Könige
sie quetschen sich in die geheimnisvollen
mit Hieroglyphen ausgeschmückten Stollen
und schauen mit ehrfurchtvollem Staunen
der Pharaonen steingewordne Launen
bunt festgehalten auf den Mauern
um so die Jahrtausende zu überdauern
Isis und Osiris wachen am Abgang
und beobachten angsterfüllt und bang
wie sich die Massen in die Grüfte zwängen
um sich zu erbauen in den Gängen
an Kammern, Stollen, Sarkophagen
die alle wundersame Bilder tragen
die für keines Menschen Auge gedacht
und nur für die Götter gemacht

 
  Hatschepsut
 

wenn eine eine Reise tut
dachte sich die Hatschepsut
dann fahr ich gleich nach Punt
zu der dicken, fetten Königin
mit der sie sich so gut verstund
da hol ich mir die Edelstein
Federn von den Straußen und Elfenbein
dann muss man noch eine Steige Affen
in eine der Felukken schaffen
streng befieht sie ihrem Hunter
bring er mir Felle vom Löwen, Leoparden und Panter
zum Baustoffhändler meinte sie mit List
verlade alles an Jaspis, Karneol und Amethyst
sie verluden aber auch voll Stolz
Stämme von Akazien, Palmen und Ebenholz
am meisten hat sie gewünscht, gewollt
Kupfer, Silber und das Gold
dann zum Schlusse auch
Gummi, Myrrhe und Weihrauch
von den Weihrauchbäumen von ehen
ist heut nur mehr ein Strunk zu sehen

 
  Assuan
 

schon die Griechen kamen dann und wann
des winters nach dem schönen Assuan
die Römer schätzten hier das milde Klima
und auch die Briten fanden's prima
hier zu wohnen und sammelten ohne Fragen
ums in das Britische Museum zu tragen
so mancher Schatz aus diesem Land
mit Napoleon verschwand

 
  Hieroglyphen
 

die alten Ägypter schieben in schönen Bildern
konnten in Hieroglyphen manch Interessantes schildern
nur die Konsonanten wurden hingeschmiert
alle Vokale und Satzzeichen ignoriert
statt dessen liefen
von oben nach unten, von links nach rechterhand
und auch von rechts nach links zu schreiben man verstand
in Vierergruppen die Hieroglyphen
die alten Ägypter hatten drei Wertigkeiten
beim Schreiben ihre Hieroglyphen Fertigkeiten
jede Hieroglyphe ist einmal ein Phonogramm,
das man im Deutschen ganz leicht lernen kann
da sich Hieroglyphen ganz artig benehmen
und sich der deutschen Lesart bequemen
drum präg dir ein dies Lehrgedicht
sonst merkst du dir das nicht

A: das A wird geschrieben als Aasgeier
A: ebenso ein Arm ein ausgestreckter, freier
B: das B ist das Bein auf dem ich steh
C: dafür gibt es kein Äquivalent für C
D: das D ist eine offne Hand mit Daumen triftig
E: das E wurd' von Pharaonen nie geschrieben
auch die Satzzeichen und Wortabstände unterblieben
F: für den Lautwert F da steht die Viper giftig
G: das G ist ein Ständer für ein Gefäß
H: das H ist Hof eines Hauses standesgemäß
I: das I zeigt zwei Schilfblätter oder den Doppelstrich
J: das J ist ein einzig Schilfblatt lediglich
K: das K zeigt einen Korb mit Henkel
K: oder eine kleine Böschung in schrägem Winkel
L: das L zeigt einen Löwen, gar nicht ohne
M: für M da steht die Mitternachtseule an seiner Stelle
N: das N ist manchmal auch eine Krone
N: das N zeigt das Nass der Wasserwelle
O: das O ist die Muschel vom Ohr
P: das P ist ein Polsterhocker und
Q: das Q kommt praktisch gar nicht vor
R: das R ein roter Mund
S: das stimmhafte S ist einer Türe Schloss mit Riegel
S: das stimmlose S ist ein gefalteter Stoff am Bügel
T: das T wird als halber Teil eines Brotlaibs stilisiert
U: das U ist ein Vokal und entfällt
V: dem F und V gehört die Viper zu
W: das Wachtelküken steht auch für U
X: das X gehört einfach nicht dazu
Y: das Y wird durch zwei Schilfblätter dargestellt
Z: das Z kam erst später in die Welt

CH: ein CH ist ein Schwanz, gesprochen wie in "ich"
CH: ein CH symbolisiert eine Plazenta, hergesagt wie in "ach"
CH: ein CH ist ein geflochtner Strick, gesprochen wie "ach"
SCH: das SCH ist rechteckiger Teich im grünen Tal
TJ: das TJ ist ein Seil und spricht man wie in "Nation "
DSCH: das DSCH ist eine Kobra, gesprochen wie in "Jeans"
TSCH: das TSCH ein Seil, wird gesprochen wie in "Tschüss"

 
 
 
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