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Die alternde Diva |
Actoid im Jahre des Herrn 2004 |
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Im November des Vorjahres (2003) hatte ich einen Flug in der Businessklasse gewonnen, mit dem ich innerhalb eines Jahres von Wien aus auf jeden Flughafen in Europa fliegen kann. Die Entscheidung war nach einigem Hin und Her auf Bella Napoli gefallen. |
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| Tag 1 Wien - Neapel | |
AnkunftAm Nachmittag schweben wir in einem Lufthansa Airbus dem Aeroporto Napoli entgegen. Aussicht perfekt, Landung perfekt, Wetter perfekt - südlich, sonnig, warm. Schon am Platz vor dem Flughafen stehen Palmen und Häuser in jenem Rot, wie es schon vor 2000 Jahren in Pompeji Mode war. Neapel, die alternde DivaBei der Busfahrt zum Bahnhof die ersten Eindrücke über Neapel, die
unverwischbar bleiben. Der Bahnhof liegt direkt am historischen Zentrum. Von hier führen Corso Novara, Via Toledo, Via Umberto I., Corso Garibaldi in die unendlich verschlungenen Straßenschluchten Neapels. Ein Hotel mitten im HäusermeerZum Hotel Viola sind es kaum 10 Gehminuten vom Bahnhof, also Rucksack um und den Koffer nachziehen. Unser neues Heim gibt es seit 1941 und es wird heute als reiner Männerbetrieb geführt. Unser Zimmer liegt im zweiten Stock, die Wände des hohen Raums sind leuchtend blau, an der Wand gegenüber der Balkontüre hängt ein riesiger Goldrandspiegel und verstärkt das Tageslicht. Schrank, Tisch und Nachtkästchen sind aus Pinienholz und das Bett hat ein blaues Eisengestell. Der Boden des kleinen Balkons ist aus weißem Marmor, auf den ich gleich bei der Ankunft den einzigen Stuhl stelle, um das Treiben auf der Via Palermo und dem Corso Novara besser erspähen zu können. Das geräumige Badezimmer ist bis in 2 ½ Meter Höhe in Blau verfliest. Das ganze Apartment ist ebenso groß wie die typischen Einraumwohnungen der meisten neapolitanischen Familien und passt genau in das Schachbrettmuster dieser Wohnhäuser. Was mich den ganzen Aufenthalt nicht mehr los lässt, sind die Gerüche, der Lärm, eine gewisse Verwahrlosung und der alles überziehende Schmutzfilm. Sinnesempfindungen, die absolut zu den zwei Jahrtausende alten Straßenzügen von Neapel gehören. Das lebendige Chaos aus Verkehr, Fußgängern, Müllinseln, verfallenden Fassaden, Geschäften, Lokalen und Straßenhändlern ist unbeschreiblich und kann nur erlebt werden. Die Stadt Neapel wurde geprägt von seinen griechischen, römischen, französischen, spanischen und italienischen Herrschern, von den vielen Armen die hier leben, der Camorra und einer offensichtlich überforderten Stadtverwaltung. PizzavariationenDie Pizzeria Costa Vincenzo an der Via Capuane alla Maddalena ist ab dem ersten Tag unsere tägliche Endstation bevor uns die müden Beine ins Hotel tragen. Die Pizza Margherita kostet unglaublich 3.10 Euro und eine 0.75 l Flasche Rotwein 2.10. Hier sitzen wir unter den einheimischen Stammgästen in der warmen Abendluft vor dem Lokal mitten im Verkehrsgetöse und lassen es uns gut gehen. Es gibt hier vor allem die traditionellen Pizzarezepte: Die Pizza Marinara ist mit Tomatensauce (Pizzaiola), Oregano und einer Knoblauchzehe im Ganzen zubereitet. Die Pizza Margherita mit Tomatensauce, Mozzarellakäse und frischem Basilikum. Die Pizza Margherita al filetto wird zusätzlich mit frischen Kirschtomaten belegt und ist mein absoluter Favorit. Die neapolitanische Pizza bekommt ihren einzigartigen Geschmack durch das Backen im Holzofen. Die Pizza wird dabei mit einer Holzschaufel direkt auf den Ziegelboden des Ofens gelegt. Und nur eine neapolitanische Pizza ist ein richtige Pizza - schließlich wurde das international so erfolgreiche Gericht in dieser Stadt erfunden. 1889 lieferte der Wirt Raffaele Esposito an Königin Margherita von Savoyen eine Pizzauswahl, während sie auf Schloss Capodimonte in Neapel Ferien weilte. Die Königin schätzte die Pizza mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum am meisten und diese in den italienischen Nationalfarben rot-weiß-grün gehaltene Pizza trägt daher auch ihren Namen. Für das Beheizen des Pizzaofens verwendet man Hölzer, die beim Verbrennen wenig Rauch bilden (wie das Olivenholz). Durch die große Hitze geht der Rand der Pizza sofort auf und wird knusprig, während der Boden wegen der kurzen Verweildauer weich bleibt und schwarze Flecken auf dem Fladen sind unvermeidbar. Die Zubereitungszeit bei der großen Hitze beträgt kaum mehr als eine Minute. In dieser Zeit schmilzt zwar der Mozzarella, doch das Basilikum bleibt grün und die Tomaten können nicht austrocknen. |
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| Tag 2 Neapel - Pompeji - Vesuv | |
Das Ruinenfeld von PompejiAbfahrt vom Bahnhof Napoli Centrale mit der Linie Circumvesuviana nach Pompeji. Schon bald entkommen wir dem Gewirr der Großstadt Neapel und die Gegend wird grün mit wundervollen Blicken über das Meer und auf den Vesuv. Eine gute halbe Stunde dauert die Fahrt nach Pompeji. Schräg gegenüber der Bahnstation liegt das Marina-Tor durch das wir in das Ruinenfeld von Pompeji kommen. Die noble Stadt wurde 79 nach Christus beim Ausbruch des Vesuv völlig begraben und ist heute zu zweidrittel wieder frei gelegt. Vom Haupteingang geht es auf der mit Obsidianplatten belegten Straße direkt zum Forum. Dahinter erstreckt sich die Stadt, mit ihren Thermen, Villen und Garküchen, deren Öfen und Theken gut erhalten sind. Häuser, Gärten, Tempel, Straßen und Plätze wurden von Lava und Asche sechs Meter hoch überdeckt und die Stadt war im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten, bis 1860 mit der systematischen Freilegung begonnen wurde. Lava und Asche konservierten Gebäude, Kunstwerke und Alltagsgegenstände. Die zahlreichen Reste geben Aufschluss über Gewerbe, Kunst, Handel, Wohnverhältnisse, Privat- und Alltagsleben der Menschen dieser antiken Stadt. Hohlräume, die mit flüssigem Gips ausgegossen wurden, geben Aufschluss über die Fliehenden, die während des Ausbruchs zu Tode kamen, ganze Familien sind in ihrem Todeskampf erstarrt. Unmittelbar nach den Ausgrabungen sind die Farben auf den Wandgemälden in ihrer alten Schönheit erhalten, doch schon nach wenigen Jahren verblasst die Pracht und so wurden die eben frei gelegten Motive systematisch abgemalt. Besonders beeindruckend ist das Haus mit dem Gemälde der nackten "Venus in der Muschel", die einen sofort an die "Geburt der Venus" von Botticelli erinnert, der dieses Bild aus Pompeji natürlich nie gesehen hat. Im Zweiten Weltkrieg wurde Pompeji durch die Amerikaner bombardiert und 1944 durch einen heftigen Vulkanausbruch des Vesuvs noch einmal stark zerstört. Heute tragen Bürokratismus, Korruption, Ignoranz und der Tourismus (zwei Millionen Besucher pro Jahr und ich darunter) zur weiteren Zerstörung des antiken Pompeji bei. Neben der antiken Stadt liegt das moderne Pompeji, eine äußerst lebendige Stadt mit 23.000 Einwohnern, etwa genau so viele wie in der antiken Stadt. In den Cafés vor dem Dom verbringen wir die Wartezeit bis zur Abfahrt auf den Vesuv. Vesuv, der träge VulkanAuf den Vesuv geht es mit einem Busso blu eine kurvenreiche Strecke erst zu einem kleinen und dann zum großen Parkplatz. Auf dem kleinen Parkplatz empfängt uns ein 76-jähriger Mann, der seit 52 Jahren auf dem Vesuv lebt, außerdem gibt es hier Kuchen, Getränke und Schmuckstücke aus Obsidian zum doppelten Preis. Vom großen Parkplatz bewegt sich ein unablässiger Touristenstrom auf einem Trampelpfad hinauf zum Krater von 1944, vorbei an Hängen aus Lavagestein und Geröll. Oben angekommen geht man am äußerst unspektakulären Krater des Vulkans entlang. Später entdecke ich doch ein Schwefelwölkchen, das sich kaum von dem Dunst unterscheiden, der uns den Blick über den Golf nimmt. Der Vesuv lässt inzwischen seine Besucher kaum merken, dass er ein Vulkan ist. Schließlich geht es wieder mit dem blauen Bus hinunter zur Bahnstation und mit der Circumvesuviana zurück in die Hexenküche von Neapel. Der Busfahrer beschert uns aber noch einige kleine Abenteuer, da er anfangs die Haarnadelkurven nicht kriegt und immer wieder zurücksetzen muss. Bei der ersten durchgefahrenen Kurve belohnt ihn hämischer Applaus. Neapolitanisches VerkehrsgetümmelIn Neapel gibt es aber auch Abenteuerliches: So gibt es bei Mopeds offenbar keine Helmpflicht, sondern eine Helmrecht, so wenige Leute haben hier beim Fahren einen Helm auf. Aber auch Verkehrszeichen wie Fahrverbot oder Einbahn scheinen unverbindliche Empfehlungen zu sein. Dafür geht es auf den Zweirädern auch zu dritt durch die Stadt, meist mit einem kleinem Kind zwischen den Beinen des Fahrers oder drei feixenden Mädchen auf der Sitzbank. Im Gegenzug schlängeln sich die Mopeds millimetergenau zwischen den Passanten durch oder klemmen sich beim Überholen geschickt zwischen zwei Autos. Der Sicherheitsabstand der Fahrzeuge beträgt dabei nur wenige Millimeter, so wie es sonst zwischen Fußgängern auf stark frequentierten Gehsteigen üblich ist. In Neapel gilt es, so wenig Platz als möglich zwischen den Verkehrsteilnehmern zu lassen, nur so können alle ebenen Flächen für den Verkehr optimal ausgenutzt werden. Und wenn es einmal auf der Straße nicht weiter geht, steht immer noch der Gehsteig zur Verfügung. Auch als Fußgänger muss man sich fast draufgängerisch in das Getümmel aus Bussen, PKW und Mopeds stürzen, sonst ließen sich manche Straßen nie überqueren. |
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| Tag 3 Neapel - Pozzuoli - Solfatara | |
MarktständeZuerst ein angenehmes Frühstück in einem der Cafés, dann sehen wir uns auf dem Markt um die Piazza Garibaldi an den Ständen um. Hier kaufen vor allem die Neapolitaner ein, wenn es sein muss auch ohne vom Moped abzusteigen - quasi Drive-in-Shopping. Die meisten Alltagsartikel haben pro Stand einen Einheitspreis: Quarzuhren oder T-Shirts 3 Euro, Ledergürtel 5 Euro, Jeans oder Strickwesten 10 Euro und Lederschuhe 30 Euro. Handys und Kameras werden aber nur den Touristen angeboten, die bei einem Kauf mit Taschenspielertricks um das vermeintliche Schnäppchen betrogen werden. SpaccanapoliDann in die enge Straßenschlucht der Via Forcella und das laute Labyrinth der Altstadt, in der niemals ein Sonnenstrahl das Pflaster erreicht. Im Zentrum der Stadt liegt die Spaccanapoli, die ehemalige Hauptstraße der griechischen Urstadt Nea Polis (Neustadt) heute Herz, Bauch und Seele von Neapel. Zwischen all den Kirchen und Palästen in einer Querstraße - der Via San Gregorio Armeno, der Straße der Krippenfiguren - gibt es Krippen und Heilige, Madonnen und sonstigen unvergleichlichen Regionalkitsch. Früher hatten die Figuren Gesichter, die denen von Freunden und Verwandten nachgebildet waren. Heute ist der oberste Stadtheilige der Bürgermeister Antonio Bassolino, der beherzt gegen die Camorra vorgegangen ist und die Stadt auch sonst lebenswerter gemacht hat. All diese religiösen Darstellungen sind kunstvoll gestaltet und in schreiender Buntheit bemalt. Sie bilden in ihrer Art einen Gegensatz zu dem verklärten Majolika Kreuzgang im Garten von Santa Chiara. Die Funikulare an der Via Montesanto ist in Revision, also entschließen wir uns mit der Linie Circumflegrea nach Pozzuoli zu fahren. Meine Uhr ist wegUm 12h55 sehe ich meine Armbanduhr von Jacques Lemans zum letzten Mal, als ich die Tickets kaufe. Die Bahn fährt anfangs meist durch Tunnels, später gibt es immer wieder Ausblicke über den Golf. In Pozzuoli sehe ich wieder auf mein Handgelenk und da ist einfach nichts mehr. Meine Automatik-Tonno mit dem blauen Lederband ist weg - unwiederbringlich. Und ich habe nichts, aber schon auch gar nichts bemerkt, als sie mir abgenommen wurde. Wie auch immer: Neue Erfahrungen und ein gewisser Schwund gehören zu jeder Reise. Schwefeldämpfe aus der SolfataraIn Pozzuoli vom Hafen aus mit einem Bus die Bergstraßen hinauf zur Solfatario. Die Solfatara ist der wichtigste Vulkan der Phlegräischen Felder und außerdem bequem erreichbar, es sei denn man trifft auf einen Busfahrer wie unseren, der jede Kurve mit Höchstgeschwindigkeit durchfährt. Der kleine Bus ist überbesetzt und dem Fahrer macht es Spaß, das Gefährt so durch die Gassen zu lenken, dass wir von einer Seite auf die andere geschleudert werden. Schließlich steigen wir bei der Station Solfatara aus. Der romantische Weg von der Straße zum Krater führt vorbei an einem Restaurant durch eine exotische Pflanzenwelt mit vielen Hinweistafeln, die auch durch den Krater führen und die "Vulkaneffekte" erklären. Der brodelnde und dampfende Krater des Vulkans ist ellipsenförmig und misst einige hundert Meter im Durchmesser. Er ist teilweise abgesperrt, um die Besucher vor dem bis zu 200 Grad heißen Schlamm zu bewahren. Umgeben von aus dem Boden aufsteigenden Rauchfahnen kann man über überhitzte Böden durch die stinkende und bizarre Welt wandern. Heiße Thermalgrotten stoßen Schwefelwolken aus, Schlammlöcher brodeln und heiße Quellen ergießen Schlamm oder Wasser aus dem Boden. Der vulkanische Schlamm beherbergt Schwefelbakterien, die sich in dieser kochend heißen Suppe wohl fühlen. Die düstere Atmosphäre in diesem Krater ist beklemmend und faszinierend zugleich. Auf dem Boden und den Hängen verteilt viele Fumaroli aus denen 160 °C heiße Gase austreten. Der stinkende Schwefeldampf vermischt sich hier mit dem Brandgeruch von Eichen, die um ihr Überleben kämpfen. Die vulkanischen Effekte wurden bereits in der Antike für Heilzwecke genutzt. Auch im Mittelelter hat man die stinkende Schwefelluft von Solfatara zur Heilung angewandt. Immer wieder kamen und kommen Besucher aus aller Welt zum Kuren hierher. Heute ist eine Gruppe älterer Engländerinnen da, mit eleganten Kleidern und Sonnenschirm. Beim Observatorium besichtigt ein Kamerateam die Möglichkeiten für spätere Aufnahmen. Nach der Besichtigung spazieren wird zu Fuß den Berg hinunter und genießen die herrliche Aussicht über den Golf. Am Hafen gehen wir zu den alten Gemäuern am alten Hafenbecken, in dem heute blaue Fischerboote liegen. Bei einem Marktstand kaufe ich günstig zwei riesige Zitronen und süße Weintrauben. Eine kurze Rast in einem Café am Hafen auf einen Capuccino und dann wieder mit der Bahn zurück nach Neapel. Samstagstrubel in NeapelIn unserer Pizzeria ist heute wie auch in der Stadt viel los, schließlich ist Samstag. Der hell erleuchtete Gastgarten ist gesteckt voll, rund herum warten Leute auf einen frei werdenden Tisch und das Service gestaltet sich bei dem Ansturm schwierig. Schließlich gibt es in der Küche heftigen Wortwechsel, von dem ich leider nichts verstehen kann - gerne hätte ich gewusst worum es geht. Meine Margherita al filetto ist mit frischen Pomodorini von der Hängen des Vesuvs belegt und schmeckt köstlich. Die ganze Flasche Rotwein ist zu viel für mich. Der Verkehrslärm rund um uns will auch jetzt um 23h nicht abebben. Alles ist wie immer. |
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| Tag 4 Neapel - Vomero - Ischia | |
Funiculi-FunicolaMit der Funicolare Centrale, einer der drei Standseilbahnen von Neapel, geht auf den Hausberg Neapels - den Vomero - mit seinen ruhigen Wohnvierteln, die in ihrer Eleganz und Gelassenheit gar nicht zu Neapel passen wollen. Nach einem kurzen Rundgang geht es zu Fuß die Salita del Petraio - eine unendliche Steintreppe mit vielen Sackgassen - hinunter zum Meer. Schließlich marschieren wir in der Mittagshitze mit den Neapolitanern an der Mole entlang bis zum Hafen. IschiaMit einer riesenhaften Fähre geht es hinüber nach Ischia. Die Insel liegt dumm und träge vor uns. Eine Ferieninsel eben, die nichts zu tun hat mit dem Leben, Treiben und Tempo von Kampanien, das ich in den letzten Tagen kennen und schätzen gelernt habe. Ein schleppender Rundgang durch das winzige Zentrum der Stadt und dann zum Strand, um bis zu den Knien ins Meer gehen und ein wenig den hellen, warmen Sand unter den Füßen zu spüren. Anfang Oktober ist die Luft hier auch noch am Abend angenehm und das Meer ist noch nicht abgekühlt. Nach der Rückfahrt auf der übervollen Fähre durch die nächtliche und dadurch noch schwärzer und verwelkter wirkende Altstadt zu unserer Pizzeria um die letzte Pizza und die letzte Flasche Wein zu genießen und schließlich erschöpft ins Bett. Wie jede Nacht ein herrlicher, traumloser Schlaf - wird wohl die Luftveränderung sein. |
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| Tag 5 Neapel - Wien | |
EinkäufeIch stürze mich bereits in aller Frühe in das Gewühl auf dem Markt um die Piazza Garibaldi und erstehe klassische Stiefeletten in Blau mit einem passenden Ledergürtel. Der Preis ist geradezu unglaublich, aber in der Stadt mit der größten (meist häuslichen) Schuhproduktion Italiens gibt es eben viele Schuhe mit winzigen Fehlern, die so im Geschäft keinen Käufer fänden. Dann noch einmal hinein in den Bauch der Stadt - in die Spaccanapoli - einige Mitbringsel besorgen und Abschied nehmen. Ein letzter Cappuccino auf der Piazza San Domenico Maggiore vor dem Dom aus dem 13. Jahrhundert. Mit der Wehmut des Abschiednehmens beobachte ich hier das südländische Treiben um mich herum. Kurz vor der Abreise erwerbe ich noch eine Replica einer klassischen Breguet Grande Complication Herren Armbanduhr aus Edelstahl, als Ersatz für meinen vorgestern abhanden gekommenen Zeitmesser, der mir sehr am Herzen gelegen ist. Das beeindruckende Stück Uhrmacherkunst gibt es auf der Piazza Garibaldi um erschwingliche 45 Euro - inklusive Rechtschreibfehler auf dem Boden der Uhr, das Original ist nicht unter 55.000 Euro zu haben. RückflugAls Abschluss noch auf der VIP-Terrasse des Aeroporto das milde Licht, die Gerüche der Stadt und ein Moretti Bier und dann ist unser Flugzeug bereits "zum Einsteigen bereit", das uns wieder zurück bringen wird. Wir fliegen die gleiche Schneise aus Neapel hinaus die wir vor fünf Tagen hergekommen waren, und das Gewirr aus Straßen und Häusern wird immer kleiner und schließlich verschwinden auch der bläuliche Gebirgsrücken des Vesuvs und der golden glitzernde Golf hinter uns. |
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