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Ich erinnere mich noch gut an die beißende Sommerhitze die spiegelnde Luftseen auf die Straßen gezaubert hat oder als wir über rutschige Schneefahrbahnen durch die weiße stille Winterwelt geschlittert sind, auch wie das kalte Regenwasser durch unsere Kleidung den Weg zu unserer Unterwäsche bis zur Haut gefunden hat. Und natürlich immer wieder an die wundervolle Landschaft, die ich von meinem erhöhten Sitz aus so ersprießlich beobachten konnte. Und so bin ich als Begleiter meines Vaters sommers wie winters auf der Maschine gesessen um die 20 Kilometer entfernten Großeltern zu besuchen oder etwas anzusehen oder zu besorgen. |
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Meine erste Begegnung mit dem Motorrad Irgendwie bin ich auf einem schwarzen Motorrad aufgewachsen. Immer wieder nimmt mich mein Vater auf der knatternden schwarzen Maschine mit zu den Großeltern oder an einem heißen Sommertag zu einem nahen See. Schon bevor ich in die Schule gehe, finde ich mich auf dem Motorrad, hoch über dem Sozius auf einem Sitzchen aus Stäben und Blech, das den Sitzen auf den Traktoren ähnelt, im Sommer mit kurzer Hose und bei Eis und Schnee in einer dicken Felljacke. |
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Ich sehe die schwarze Maschine mit den goldenen Litzenstreifen zum ersten Mal, als sie Vater, noch zugedeckt mit Zeltplane, aus der Scheune in die Sonne hinaus schiebt. Geschickt hat mein Vater zwei kleine Füßchen unter dem Motorrad hervorgeholt, auf denen die Maschine jetzt steht. Als mein Vater die Zeltplane abzieht steht da ein langbeiniges Monster auf hohen, runden Beinen mit Reifen, ein Bündel aus gebogenen Rohren, herumhängenden Kabeln, Blöcken und merkwürdig verformten Stangen. Nun beginnt das Putzen und nach einiger Zeit zeigen sich die blinkenden Chromteile und das glänzende Schwarz des Lacks mit den goldenen Linien. Stundenlang schraubt und putzt mein Vater an der Maschine herum, bewegt so manchen Teil, zerlegt und baut ihn wieder zusammen. Schließlich füllt er aus einem Kanister eine seltsam duftende Flüssigkeit in den oben liegenden Bauch der Maschine. Der dünne Strahl der hellen bernsteinfarbenen Flüssigkeit bildet Schlieren in der Luft, die ich so gerne rieche und die mir ab nun Freiheit bedeuten. Plötzlich setzt Vater sich auf die Maschine, klappt die schwarzen Beinchen ein und tritt mit Kraft mehrfach ein Fußpedal hinunter bis die Maschine aufheult. Vater hatte mich zwar geheißen etwas weiter weg zu gehen aber jetzt falle ich im Rückwärtsstolpern vor Schreck rücklings über die Sonnenbank. Nachdem sich der schwarze Rauch etwas verzogen hat, schaltet mein Vater an einem Hebel und das Gefährt heult auf, macht einen Satz nach vorne und braust knatternd mit dem Vater davon. Als mein Vater um die Kurve und auf dem Weg zum Dorf hinunter verschwunden ist, kehrt wieder Ruhe ein. Ich darf ab nun die weite Welt auf dem Sozius einer Maschine erobern. |
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| Der erste See | |
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An einem heißen Sommertag nimmt mich mein Vater auf dem Motorrad mit zum nahen Mattsee. Es geht auf dem schwarzen, knatternden Gefährt über die Hügelgruppen des Alpenvorlandes, die eigentlich die Ufer- und Endmoränen aus vier Eiszeiten sind, nach Süden. Die flirrende Sommerhitze ist im Fahrtwind der alten DKW aus den 1940er Jahren für mich, der ich auf dem Soziussitz throne, richtig angenehm. Ich bin wie immer bezaubert von der Harmonie der Landschaft, von den grünen Hügeln, Wiesen, Feldern, Mooren und den kühlen Waldstücken durch die er jetzt braust. Ich kann mich an der Gegend nicht satt sehen, doch plötzlich hinter dem letzen und größten Hügel taucht zwischen den Wiesen und Wäldern weit unten eine blaue Fläche auf und schon geht es an einer Birkenallee den See entlang. So etwas Wunderschönes hatte ich noch nie vorher gesehen, mir kommt die Wasserfläche unendlich vor, denn Horizont und Wasser wechseln eilig, bis sich auf der anderen Seite des Sees ein dunkelgrüner Hügelzug aufbaut. Mitten im Ort geht es nach links zur Badeanstalt, deren Gebäude und Uhrturm aus dunkelgrau verwittertem Holz sind. Unerwartet stehe ich mit meiner Badehose in einer finsteren Umkleidekabine, um mich herum dampfende Männer, die von weit her mit Waffenrädern gekommen sind, die ich draußen am Radständer gesehen hatte. Ich hatte mich bis dahin noch nie vor Fremden umgezogen, drücke mich in eine Ecke und wechsle linkisch die Hosen. Als ich aus dieser Enge und Finsternis hinaus trete ins gleißende Tageslicht, bin ich überwältigt vom Strand und vom See. Es ist das erste Mal, dass ich an einem See bin, ich nehme zum ersten Mal im Leben das Bild eines großen Wassers in mich auf und kann über die Weite und die Bläue des Wassers nicht genug staunen. Der Strand, an dem ich nun den ganzen Tag spielen und plantschen kann, hat es mir so angetan wie die geheimnisvolle Wildnis am gegenüber liegenden Ufer. Nie wird mein Staunen über das Wasser erlahmen, auch nicht nach vielen Jahrzehnten der Gewöhnung an dieses Naturwunder wird es mir zur Selbstverständlichkeit. Als dann die Schatten schon länger sind und ich am Rücken und im Gesicht einen tüchtigen Sonnenbrand habe, heißt es wieder aufs Motorrad, auf den breiten Sitz des erhöhten Sozius, an dessen Griff ich mich so gut festhalten kann, wenn sich mein Vater kühn in die Kurve legt oder waghalsig eines der wenigen Autos überholt. Ich liebe es, wenn der Wind an meinen Haaren zerrt und wenn ich in einer engen Kurve wie über die Straße schwebend von dem schwarzen Monstrum unter mir davon getragen werde. Gefahren wird wegen der Hitze natürlich im Kurzarmhemd und mit kurzer Hose, Helme brauchen damals echte Motorradfahrer so wie so nicht. Hier ist die ganze Geschichte... |
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Fakten, Fakten, Fakten, ... Hier sind die wenigen bisher in bekannt gewordenen Ansätze in Sachen Brauchtum bei Auto- und Motorradfahrern zusammengefasst. |
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Da die Motorradkultur menschheitsgeschichtlich gesehen noch ziemlich jung ist, hat sich rund ums Motorrad bisher kein allgemein anerkanntes Brauchtum entwickeln können. Mehr zum Brauchtum über das Motorrad... |
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Verhaltenspsychologisch fungiert das Auto als rollender Uterus, das seinen Benutzer schützt und von der feindlichen Umwelt abschottet. Mehr über den rollenden Uterus... |
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Motorradfahren ist eine Leidenschaft auch für einen Spätberufenen wie für mich, denen der Genuss wichtiger ist als die Geschwindigkeit. Hier einige Betrachtungen über die Kunst ein Motorrad zu lenken. Mehr über die Leidenschaft des Motorradfahrens... |
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Motorradfahren ist reines Adrenalin und der Adrenalinregler ist im rechten
Handgelenk. |
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