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Adrenalinsport |
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Bei meinen Betrachtungen geht es aber nicht um Heldentaten oder Vorbilder, sondern ganz einfach um die Darstellung der Grundlagen für aufregende Sportarten, bei denen man auch Spaß haben kann wenn man dabei gelegentlich von Adrenalin überschwemmt wird. |
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Adrenalin ist ein Hormon das im Nebennierenmark und in bestimmten Nervenzellen, den so genannten sympathischen Ganglien, gebildet wird. Die ursprüngliche Aufgabe dieses Hormons ist es, den Körper zu Kampf oder Flucht zu befähigen. Gespeichert wird Adrenalin in den chromaffinen Vesikeln und bei einer entsprechenden Stimulation durch vegetative Nervenzellen des Zentralnervensystems wird es in großen Mengen in das Blut ausgeschüttet. Das Stresshormon führt zum Anstieg von Blutzucker (stimuliert Glukogenolyse, Glygoneogenese), zur Gefäßverengung, erweitert die Gefäße der Skelett- und Herzmuskulatur, beschleunigt den Puls und erhöht die Herzkraft. Der Antagonist zu Adrenalin ist das Insulin. |
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AdrenalinsportAdrenalinsportart hat vor Allem etwas mit dem Erlebnis und der Wahrnehmung von Gefahr für Wohlstand, Leib und Leben zu tun. Zu meinen persönlichen Adrenalinsportarten gehören Motorradfahren, Bergsteigen, Rafting, Schifahren und Unternehmer zu sein. |
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Über die hier beschriebenen Adrenalinsportarten sind Bungeejumping und Fallschirmspringen typische Vertreter, die aber für mich nicht infrage kommen, da mir der technisch-organisatorische Aufwand unangenehm ist. Meine Adrenalinsportarten will ich ohne eine Armada von Hilfskräften und Maschinen betreiben. Ich will mich einfach auf das Motorrad setzen, wenn es mir Spaß macht oder auf einen Berg kraxeln. |
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Zu den Adrenalinsportarten die ich noch nie ausprobiert habe gehören Fallschirmspringen, Paragliding, Mountainbiken, Skijöring mit Motorrädern auf einem zugefrorenen See. Irgendwie ist das Mannschaftssport, da man diese Sportarten ohne Unterstützung Dritter nicht ausüben kann. |
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Aber auch Surfen durch das Internet kann mein Körper Adrenalin ausschütten. Bei mancher Homepage steigen Blutdruck und Herzfrequenz und die Gefäße und Pupillen verengen sich. |
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Das aus der Mode kommende Tennis und das für den sportiven älteren Herrn so attraktive Golf gehören trotz des Adrenalinkitzels nicht zu den Adrenalinsportarten, genauso wenig wie Schnapsen oder Mensch-ärgere-dich-nicht. |
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JagenJagen und Wildern sind wohl die ältesten Adrenalinsportarten, wenn man vom Führen von Fehden und Kriegen absieht. Jagen als Adrenalinsportart hat heute längst ausgedient, denn Power-shopping im Trachtengeschäft, weibliche Hochstandartistik und die Angst vor dem Rückstoß der Flinte bieten wohl kaum Ersatz für die Jagd in früherer Zeit. Für mich ist jedenfalls das Jagen nix. |
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Die Jagd als althergebrachtes Vorrecht des Adels ist ein traditionelles Symbol des Müßiggangs, eine Tätigkeit die eigentlich unnützerweise vom Herrn selbst ausgeübt wird. Die Jagd zeichnet wie der Sport den Adeligen dadurch aus, dass er Zeit und Muße für etwas hat, was dem Gemeinen verboten ist. Die Jagd als adelige Unternehmung symbolisiert sich in Loden und Lederhose. In der Folge wird die Jagdkleidung zum Zeichen für den Adeligen. Lodenjacke, Lederhose, Dirndlkleid und derbe Schuhe werden später zum Ausdruck vornehmer Gesinnung der Bevölkerung und der Gäste des Ausseerlandes. |
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Jagen ist im Mittelalter der Supersport der Superreichen. Nur wer Grund und Boden sein Eigen nennt oder ein Lehen hat, kann legal Jagd betreiben. Die Jagd ist ein wichtiges Adelsprivileg. Ich möchte hier auf die mittelalterliche Wildschweinjagd eingehen, denn die war absolut lebensgefährlich und Adrenalin treibend. |
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| Die Sauhatz | |
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Die Jagdwaffe, die bei der mittelalterlichen Saujagd im Mittelpunkt steht ist der Ger mit der Saufeder. Die Klinge der Saufeder ist ein scharfer handgeschmiedeter Stahl mit stehendem Blatt, angeschmiedeter Parierstange und einer Tülle mit Querloch zur Fixierung der Saufeder auf dem Eschenschaft des Ger. Der Ger ist ein langer mit Leder umwickelter Eschenspieß mit Saufeder (Eisenspitze) und Parierstange. Für das Aufspüren der Sau züchtet man kleine feinnasige Jagdhunde, die Finder. Für den Kampf mit der Sau braucht der Jäger große schwere Jagdhunde, die Packer. Der Aufwand, eine solche Saumeute von 15 bis 30 Hunden zu halten, ist nur von wenigen zu leisten. Die Finder suchen die Sau, die kräftigen Packer ziehen die Sau nieder. Wenn die Hunde das Tier gestellt haben, lässt der hinzueilende Jäger die Sau mit dem Ger in den Händen auf die Saufeder auflaufen und tötet sie durch einen einzigen Stich in das Herz. Für einen zweiten Stich lässt ihm die Sau keine Zeit. Verwundetes oder krankes Schwarzwild ist äußerst gefährlich, nimmt den Jäger an, wenn er näher als etwa 10 Schritte kommt. Keiler hauen die Beine auf, dass sich die Brandadern öffnen und man binnen zweier Minuten verblutet, Bachen beißen und lassen nicht ab, bis der Jäger tot ist. Eine Saufeder als Adelswappen führen unter Anderem die Reich von Reichenstein, die Geschlechter von Thülen (im Sauerland), Stiebar von Buttenheim (im Kanton Steigerwald) und die steirischen Puchs (Püx). Eine Saufeder im Gemeindewappen führen z.B. die Orte Leymene (nämlich die der Reich von Reichenstein), Hemhofen im linken Obereck in rotem Schild eine Saufeder. |
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| Gründungslegende des Stiftes Kremsmünster | |
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Im Jahr 777 weilt der letzte Bayernherzog Tassilo aus dem Geschlecht der Agiolfinger in seiner Residenz in Lorch im Attergau. In jener Zeit gibt es noch keine großen Orte. Dichte Wälder erstrecken sich weithin, Bären und Wölfe, Hirsche und Eber sind dort zu Hause. Nur da und dort steht auf einem Berg eine Burg, in deren Schutz sich Bauern angesiedelt haben. Das Land ist noch nicht gerodet, es gibt einige kleine Felder und wenige gute Wiesen. Die Menschen leben vor allem von der Jagd und vom Fischfang. Am meisten lieben Tassilo und seine Leute die Sauhatz, weil die gefährlich ist und viel Mut und Kraft erfordert. Auch Gunther, der Sohn des Herzogs, ist ein begeisterter Jäger und begleitet seinen Vater auf der Jagd. Einmal entdeckt Gunther auf dem Ritt durch die Wälder die Spur eines riesigen Ebers. Als Herzog Tassilo mit seinem Gefolge Rast hält, bittet Gunther seinen Vater um Erlaubnis, den mächtigen Eber jagen zu dürfen. Gunther bricht mit einigen Jagdgefährten sogleich auf und ungeduldig folgen sie der Fährte. Gunther aber will den Eber ganz allein erlegen und lässt sein Gefolge zurück. Eifrig dem edlen Waidwerk hingegeben, dringt er immer tiefer in den Wald vor. Bald steht er dem gewaltigen Tier gegenüber. Der Eber kann nicht mehr fliehen. Wütend rennt der Koloss gegen den Herzogssohn an. Gunther will mit seinem Jagdspieß parieren und stößt aller Gewalt zu, jedoch der Spieß bricht entzwei. Jetzt geht es auf Leben und Tod. Gunther stürzt sich in seiner Verzweiflung auf den verwundeten Eber. Der schlägt in Todesangst mit hundertfacher Kraft seine Hauer immer wieder in Gunthers Leib. Schließlich reißt er dem Jäger eine große Wunde am Bein und Gunther sinkt aus seiner Brandader blutend hin und verblutet hilflos und einsam im Moos. Der treue Jagdhund des Jünglings bringt die Jagdgefährten auf die Spur des Vermissten und führt sie zu der abgelegenen Stelle im Wald, wo sein Herr tot auf dem Waldboden liegt. Eilends wird ein Bote nach Lorch abgesandt, um dem Herzog die bittere Nachricht vom Tod seines Sohnes zu überbringen. Schmerz gebeugt machte sich der Herzog auf den Weg zur Unglücksstätte. Gebrochen sitzt er bis tief in die Nacht hinein bei der Leiche und trauert über den jähen Tod des Jünglings. Der Sage nach gründet Herzog Tassilo in der Nähe der Unglücksstätte das Stift Kremsmünster, nachdem ihm bei der Totenwache ein Hirsch mit seltsamen Licht in seinem Geweih erschienen war. |
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Riesen, Zwerge, Geister und Hexen vermuten die Menschen früher Zeiten auf den Gipfeln und in den Höhlen der Berge und meiden diese so es nur geht. Mit dem Zeitalter der Aufklärung wächst auch die Neugierde und so ist man bei der Überschreitung des Glocknerleitls heute nicht gerade einsam. |
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Im 19. Jahrhundert ist das Bergsteigen - allein schon aus Kostengründen - den Adeligen und Patriziern vorbehalten. Zur Kniebundhose trägt man bei der Tour Sakko mit Hemd und Krawatte als Bergsteigerbekleidung. Die Ausrüstung so einer Expedition kostet viel Zeit und Geld, denn man ist oft wochenlang mit mehreren Führern im Gebirge unterwegs und muss bisweilen vorher an geeigneter Stelle Unterstände errichten lassen. Bis zum Ersten Weltkrieg bleibt das Klettern eine Domäne der Reichen und Flaneure. Ein gewisses Fluidum des Außergewöhnlichen haftet dem Klettern wohl auch heute noch an. |
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| Die Erstbesteigung des Großglockner | |
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Der Großglockner ist kein Ziel für Halbschuh-Touristen und diese Erfahrungen müssen auch die Erstbesteiger machen. Zwei Anläufe sind nötig, ehe die fünfköpfige Gruppe am 28. Juli 1800 am höchsten Punkt Österreichs steht. Der Bischof von Gurk und damit Fürstbischof Kärntens, Franz Xaver Altgraf von Salm-Reifferscheid, schickt 1799 von Heiligenblut aus eine 30-köpfige Expedition aus ortskundigen Bauern und Wissenschaftlern über das Leitertal los um den Großglockner zu besteigen. Am 25. August ist für die Expedition am vorgelagerten Gipfel des Kleinglockners Endstation. Keiner traut sich auf dem Glockner-Leitl die gefährliche Scharte zwischen den beiden Gipfeln zu überqueren. Der Aufstieg ist Kraft raubend und die Männer müde, denn die Gletscher sind damals ungleich mächtiger als heute. Im Leitertal, einen Höhenzug weiter, hätten die Botaniker des Fürstbischofs am liebsten einen tagelangen Stopp eingelegt. Schon hier wird ihre Mühe tausendfach belohnt, lesen wir im Tagebuch, das im Detail von der zweiten Expedition im Sommer 1800 berichtet. "Eine herrliche Augenweide boten die Berge, mit Blumen und Pflanzen von den schönsten Farben und den lieblichsten Wohlgerüchen gleichsam bedeckt." Auch Salms Männer legen 1800 vor dem Gipfelsturm noch eine Ruhepause ein. Im Jahr zuvor hatte die erste Expedition eine primitive Holzhütte errichtet. "Unsere Freude war unbeschreiblich, als wir bei diesem Alpen-Palaste eintrafen", hält der Chronist begeistert fest. Immerhin bewahrt der Unterstand die Bergsteiger vor einem mächtigen Gewitter. Weiter verrät der Chronist, dass die Gruppe "Fuß- und Knieeisen" mit ihm Gepäck führt. Am 28. Juli 1800 bezwingen die Brüder Klotz, zwei Zimmerleute aus Heiligenblut sowie Pfarrer Horasch aus Döllach den Hauptgipfel. |
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| Die Erstdurchsteigung der Pallavicini-Rinne | |
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Die Pallavicinirinne ist der berühmteste Eisanstieg Österreichs durch die Nordflanke des Großglockners. Mit dieser Eisrinne ist das Schicksal der Alfred Markgraf von Pallavicini eng verbunden. Der Fürst wird am 26. 5. 1848 in Ödenburg geboren, er ist unter anderem Eisenbahnpräsident aber seine Leidenschaft gehört dem gerade aufkommenden Alpinismus. Zahlreiche Erstbesteigungen in den Dolomiten und in der Dachsteingruppe begründen seinen Ruhm als "stärkster Mann der Welt". Am 18. 8. 1876 wird Pallavicini von den Heiligenbluter Bergführern Georg Bäuerle, Johann Kramser und Josef Tribusser bei der Bewältigung der Nordost-Rinne, der heutigen Pallavicini-Rinne, begleitet. Josef Tribusser schlägt mit seinem Pickel Stufe um Stufe ins Eis, von unten nach oben eine einzige Eistreppe aus 2500 Stufen durch den 900 Meter langen Eiskanal. Auf der letzten Stufe hat der Markgraf den Vortritt. Pallavicini verunglückt 10 Jahre später in unmittelbarer Nähe "seiner" Rinne tödlich. Er stürzt am 26. 6. 1886 in der Glocknergruppe ab und schleppt sich als einziger der Seilschaft noch einige Stunden über das Eis. Doch die Serienrippenbrüche, gebrochene Arme und Beine und ein ausgeschlagenes Auge geben ihm keine Überlebenschance. |
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| Meine Erstbesteigung des Großglockner | |
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Die erste meiner Glockner Besteigungungen liegt nun mehr als ein Vierteljahrhundert zurück. Es war im Sommer 1975 zum Jubiläum der 175-jährigen Erstbesteigung des höchsten Berges der Ostalpen. Ich will mit fünf Freunden Glockner von der Franz-Josefs-Höhe aus aufs Dach rücken. Peter, Fritz, Aschi, Klaus, Annaliese und ich spazieren vom Parkplatz neben der Glocknerstraße zur Hofmannshütte und bewundern bei herrlichem Wetter das Panorama. Unter uns liegt die Pasterze, der längste Gletscher der Ostalpen und hoch oben thront der höchste Gipfel Österreichs vor strahlendem Dunkelblau mit einer weißen Wolke im Lee. Mit einer Länge von etwa zehn Kilometern ist das weltberühmte Eisfeld der Pasterze gleich unter der Franz-Josefs-Höhe zwar noch immer Österreichs größter Gletscher, doch der Eisstrom hat in den letzten 100 Jahren mindestens 300 Meter an Mächtigkeit verloren. Nach einer Nacht auf der Hoffmannshütte gehen wir am nächsten Morgen bei Eiseskälte über die Moräne hinab zur Pasterze und queren diese waagrecht zum anderen Ufer des Gletschers. Über Moränenschutt kommt man zum ersten Eisfeld. Der Steig führt von rechts in Kehren über Geröll, schrofige Absätze und Felsstufen auf den Rücken unterhalb des Glocknerkarkamp zu "Frühstücksplatz". Von dort führt ein kurzer Abstieg zum Hofmannskees, einem zerklüfteten Hängegletscher. Unter dem Inneren Hofmannskees wird ansteigend zum Äußeren Hofmannskees zwischen dem Felssporn und den Kellersberg-Nordwänden gequert. Nun plagen wir uns über mehrere Steilstufen aufwärts in Richtung Salmhöhe an der Hohenwartscharte vorbei. Wir folgen dem Salmkamp über Schutt, Fels und zuletzt über Schnee. Der Grossglockner schiebt sich durch mächtige Wolken. Nach einem flachen Wegstück folgt der letzte Anstieg zur Erzherzog-Johann-Hütte, auch Adlersruhe genannt, Österreichs höchstgelegene Schutzhütte auf 3.451 m Seehöhe. Am Wetter hat sich in den letzten 175 Jahren jedenfalls nicht viel geändert. Erbarmungslos braust uns der scharfe Wind ins Gesicht und erinnert uns eisig an die Erfahrung der Leute des Fürtserzbischofs, die berichten: "Aber jetzt war uns die schauderliche Kälte über den ganzen Leib bei weitem das Unerträglichste." Auf der Adlersruhe schlägt uns das strenge Aroma von Schweiß entgegen. Schwere Rucksäcke reihen sich im Flur, Seile und Steigeisen hängen an der Wand. Im Matratzenlager im ersten Stock schlagen wir in einem Winkel am Fenster unser Nachtlager auf und genießen noch vor der Hütte den Sonnenuntergang. Die Luft ist hier oben spürbar dünner und der Himmel deutlich dunkler als im Tal. Der zweite Tag beginnt schon früh mit einem kräftigen Frühstück und den Vorbereitungen zum Aufstieg auf den höchsten Gipfel des gebirgigsten Landes der Alpen. Doch das Wetter lässt uns bald wieder umkehren, der Aufstieg in diesem Sturm ist zu gefährlich. So bleiben wir noch einen Tag, meist im Matratzenlager in Decken eingegraben. Sternenklar ist der Himmel, als wir am nächsten Morgen wiederum aufbrechen. Die ersten Schneefelder tauchen als verwaschenes Grau aus der Dunkelheit auf, dann der Adrenalinstoß. Als dumpfer Schatten schiebt sich die dreieckige Wand aus Eis und Fels über unseren Köpfen empor. Der Mythos Großglockner lebt. Gespanntes Seil, Steigeisen, Pickel und Disziplin sind jetzt gefragt. Zu groß ist die Gefahr, die von den unzähligen Spalten im Ködnitzkess ausgeht. Abschrecken lassen sich von den Ersten Schritten auf den Berg zu nur wenige, die hier herauf gestiegen sind. Erst am Grat zwischen den beiden Gipfeln scheiden sich die Geister. Die gähnende Tiefe der Pallavicini-Rinne ist für manche einfach zu viel. Den Leuten des Bischofs von Gurk wird es wohl bei der Erstbesteigung nicht anders ergangen sein. Wir steigen über einen firnigen Eisrücken auf, überwinden noch einen steil abfallenden Steilhang bis wir dann endlich zur Gipfelschneide des Kleinglockners auf 3.770 m Seehöhe gelangen. Begleitende Bergführer sichern ihre Gruppen auf diesem Abschnitt. Wir aber gehen ohne fremde Unterstützung und verlassen uns auf unser eigenes Können. Um eine Gratwächte herum geht es zu einem Felskopf, von wo die berüchtigte Glocknerscharte die beiden Gipfel verbindet. Klaus und Anneliese kehren hier nach längerer aufgeregter Diskussion um und warten auf uns auf der Adlersruhe. Anneliese hat beim Anblick der Glocknerscharte der Mut verlassen und richtet sich nach einem Brief, den ihr ihre Mutter ihr mit gegeben hatte. Darin werden sie und ihr Mann angefleht und beschworen, doch ihr Leben nicht so leichtsinnig auf Spiel zu setzen um ihre Kinder nicht als Waisen zurück zu lassen. Gut gesichert überqueren wir die schmale Firnbrücke, die rechter Hand in die Pallavicini-Rinne abgleitet. Ich gehe als Erster am gespannten Seil über den einen halben Schritt breiten Steg und die anderen kommen Mann um Mann nach, während ich auf der anderen Seite sichere. Tief unter der Pallavicini-Rinne zieht sich die Pasterze wie eine Talsohle. Im Süden breitet sich das Ködnitzkees aus. Glücklich sind wir auf der anderen Seite wieder vereint und nun sind es nur noch 40 Meter bis zum Gipfel, die durch einige Stangen gesichert sind. Endlich stehen wir auf dem Gipfel auf 3.798 m über dem Adriatischen Meere. All die Strapazen des Aufstiegs werden hier durch die Erhabenheit des Panoramas belohnt. Eine Fernsicht, wie man nur den höchsten Gipfeln der Alpen kennt. Die Berge und Gebirgszüge der Alpen liegen uns nun zu Füßen. Wie der unruhige Chart einer börsengebeutelten Aktie zeichnet sich der weiße Zackenwald der Tauerngipfel vom dunkelblauen Horizont ab. Im Osten das Wiesbachhorn, vor uns die Gletscherflanke des Großvenedigers. Im Norden schweift der Blick über die grauen Kalkspitzen des Karwendels weiter zu den Kalkplateaus des Dachsteins und bis ins Alpenvorland. Besonders imposant wirkt von hier aus der Watzmann, der durch seine herausfordernde Gestalt auffällt. In westlicher Richtung sticht der weiße Grossvenediger ins Auge, dahinter die Zillertaler- und die vergletscherten Ötztaler Alpen mit der Wildspitze. Östlich erblicke ich hinter den Hohen Tauern deren kleine Vettern, die Niederen Tauern. Im Süden reicht der Blick bis zu den Karawanken, den Karnischen und den Julischen Alpen in Slowenien. Man sieht die gesamten Dolomiten vor sich und erkennt weiter westlich davon die Gletschermassive des Adamello und des Ortler. In der Ferne schimmert die Marmolada aus dem Meer der Wolken. Die stauen sich nun am Gipfel und werden immer dichter, höchste Zeit für den Rückweg und wir steigen wieder zur Adlersruhe ab. Dort nehmen wir mit Klaus und Anneliese noch eine Jause ein bevor frohgemut und erleichtert über den guten Ausgang den Rückweg angetreten wird. Auf dem Rückweg sind wir immer wieder von farbenfroher Natur umgeben. Violett, gelb und rot gesprenkelt breiten sich im Sommer die Almwiesen aus, zwischen den grün schimmernden Schieferbrocken verstecken sich Silberdistel und Enzian. Zielsicher manövrieren wir etwas später durch das Spaltendickicht des Hofmannskees bis wir wieder auf der Franz-Josefs-Höhe anlangen. |
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Rafting oder Höllenfahrt durch
die Ötztaler AcheMit den stabilen Gummibooten - den Rafts - können selbst unbezwingbar erscheinende Stromschnellen mit mannshohen Wellen gemeistert werden, ohne dass man anschließend unfreiwillig an einem Felsen zerschellt oder sich ertrunken wieder findet. Durch die hohe Flexibilität, die nur ein Schlauchboot bietet, sind selbst Stürze aus einigen Metern Höhe ohne Probleme für das Boot möglich. Der geringe Tiefgang lässt das Befahren äußerst flacher und steiniger Gewässer und das Auflaufen auf Felsen zu. |
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Wildwassersportler unterscheiden Schwierigkeitsgrade, die mit Ziffern von I bis VI angegeben werden. Ein ruhig dahin fließender Fluss ohne Verblockung durch Felsen hat Schwierigkeitsgrad I. Schwierigkeitsgrad VI kennzeichnet einen eigentlich unbefahrbaren Fluss. Die Ötztaler Ache hat alle Schwierigkeitsgrade von II-V. |
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Der Bus hält kurz vor Umhausen bei der Brandachbrücke, einer überdachten Holzbrücke, die hoch über die Ache führt. Wir schleppen erst einmal das Boot zum Übungsplatz oberhalb des Einstiegs. Die Mannschaft unseres Bootes besteht aus Raimund & mir (im Bug), Lisi & Schnittchen (in der vordern Mitte), Herbert & Kati (in der hinteren Mitte). Im beeindruckenden Dress bekommen wir von unserem Bootsführer, Ted aus England, eine wort- und gestenreiche Einführung ins Verhalten im Boot, Handhabung des Stechpaddels, das Rudern und in die Rettung bei einem Sturz ins Wasser. Jeder Bootsführer muss hier staatlich geprüfter Bergführer mit abgeschlossener Zusatzausbildung im Raften sein. Gleich neben uns werden gleichzeitig Barbara, Uli, Peter, Andrea und Claudia auf das Abenteuer in ihrem Boot von zwei Tiroler Bootsführern vorbereitet. Noch während wir an Land alle Handgriffe im Boot üben, sehen wir, wie eins der Rafts zu Wasser gelassen wird und alle einsteigen. Mit einem Ruck fährt das Boot los, dreht sich in die brodelnde Gischt und die Wildwasserfahrt beginnt. Wer kennt sie nicht, die Bilder der tanzenden Gummiboote auf den kochenden Wassern des Colorado-River im Grand Canyon. Genau so sieht das auch hier aus, nur viel wilder und als hätten das alle in diesem Boot schon immer gekonnt. Es scheint so, dass jeder Handgriff sitzt und alles bestens gelingt. Nach einigen Sekunden ist das Boot perfekt unter der Brücke durchgeschossen und wenig später im Getöse flussabwärts verschwunden. Ob wir das wohl auch halbwegs meistern werden? Unsere erste Schlüsselstelle ist das Ablegemanöver am Start. Das Boot wird von den Bootsführern ins eiskalte Wasser gelassen. Dann wird es lebendig auf unserem Gummiboot, das uns 1 ½ Stunden durch die Stromschnellen bringen wird. Mit ohrenbetäubendem Lärm stürzen die braunen Wassermassen vor uns in eine schmale, von grauem Granitgestein begrenzte Schlucht mit meterhoch aufstaubendem Gischt. Die Zuschauer am Ufer sind vergessen als ich neben Raimund im Bug als "Pointman" sitze. Die beiden Bootsführer, Ted aus Birmingham und Jochen aus Tirol, sitzen im Heck. Im Wildwasser lenkt der Bootsführer mit seinem Ruder und die Mannschaft rudert. Also greifen Raimund und ich bei dem Kommando "Vorwärts" das Paddel und rudern mit aller Kraft gegen den Schwall an, der auf uns zukommt. Das Boot gleitet zum anderen Ufer, dreht sich gemächlich in Fahrtrichtung, wird von der Strömung erfasst und wir rasen los. Durch die enge Brücke wälzen sich ungeheure Wogen auf die wir mit mit großer Beklemmung zuschießen. Die Wogen werden förmlich hindurchgepresst und stürzen sich in einem dicken mächtigen Strahl nach unten. Mit sausender Hast drehen wir uns in Richtung Brücke und schon rasen wir auf die Brücke zu und reiten auf den Wellen unter ihr durch. Mit furchtbarer Gewalt fluteten die Wogen über die kaum vom Wasser bedeckten Felsenblöcke hinweg, das schlingernde Gummiboot tobt durch die kochende Gischt. Wir sind betäubt von dem Donnern des Wassers und werden von den über Bord stürzenden Wellen gebadet. Beim Kommando "ins Boot" sind wir wohl etwas zu langsam, gehen zu Boden, ein kurzer Schreck als mich die Welle wie ein Schlag ins Gesicht trifft, während das Boot einen guten Meter nach unten ins braune Wasser stürzt. Meine Rechte hält das Paddel, die Linke krallt sich um die Halteleine des Rafts, während sich meine Zehen in der Fußschlaufe verhaken. Mit einem Japs sind wir durch. Nächstes Mal werden wir uns wohl schneller hinter den Gummiwulst zurückziehen. Beim Kommando "aus dem Boot" zeigt ein kurzer Blick über die Schulter, dass alle noch da sind. Dann entsteht Unruhe, weil Lisi und Schnittchen auf den Rücken geplumpst sind und sich erst nach einiger Heiterkeit wieder aufrichten können. Währenddessen tobt das Boot durch die kochende Gischt. Die Ufer sind nun erst einmal flach und mit Buschwerk und Bäumen gesäumt. In den Flussbiegungen liegt ein nebeliger Hauch über dem brodelndem Wasser. Es beginnt nun leicht zu regnen. Der Bootsführer sagt uns, welche Fehler wir bei der Ausführung der Kommandos gemacht hätten. Unvermittelt fahren wir auf die nächste Verblockung zu, Kommando "vorwärts Rudern" dann "ins Boot", den Wasserschlag ins Gesicht und wieder "vorwärts Rudern". Das ist unser Programm bis wir die tobenden Wellen mit den weißen Krönchen und den glatten Wänden hinter uns gelassen haben. Die Ötz zeigt vom Einstieg weg, was in ihr steckt und wirkt schon vor Beginn der Tour als echter Aufreger. Ist man erst einmal auf der Ache, bewältigt man eine durch nichts zu stoppende Tour durch die Gischt der schier endlosen Stromschnellen. Meterhohe Wellen, donnernde Walzen und schwierige Blockpassagen sind eine Herausforderung für den Wagemut und eine Erfrischung für Körper und Geist. Die Waldschlucht ist ein durchgehendes Schwallstück von einem Kilometer Länge bei Pegel 120 in Tumpen. Sie hat die Wildwasserkategorie V, sehr schwierig: Die unübersichtlichen Durchfahrten sind unter den brodelnden Fluten kaum erkennbar. Hohe andauernde Schwalle, kräftige Walzen, Wirbel und Presswasser, enge Verblockungen, Blöcke im Stromzug versetzt, erstaunlich hohe Stufen, Rücksog, alles da... Und dann geht es auch schon mitten hinein in die krachenden Brecher, die das Boot aufbäumen lassen, bevor es knallend in ein Wellental einschlägt. Wir kriegen das eiskalte Wasser immer wieder mitten ins Gesicht. Die Gewalt der Strömung treibt uns über die sprühenden Kämme des braunen Wassers. Wir werden nach oben geschleudert und fallen nach unten, es brodelt, spritzt, rauscht, tobt, donnert und plötzlich wieder "ins Boot" da packt ein Schwall meinen Kopf mit unwiderstehlicher Macht und reißt mich nach hinten, während wir eine schief abfallende Ebene hinab gleiten, wir schwimmen nicht, wir fallen, wir stürzen mit rasanter Heftigkeit die abschüssige Bahn hinab, um gleich darauf wieder hochgehoben zu werden. Dann müssen wir eine Wehranlage umgehen. Durch abwechselndes Vorwärts- und Rückwärtsrudern gleiten wir in die Mündung eines Baches, setzen am Ufer auf, heben das Boot Zug um Zug über die Uferböschung und tragen es 70 Meter über eine Wiese, um unter der Wehranlage wieder einsteigen zu können. Das vergammelte Bauwerk ist Teil eines Kraftwerkes, das während des Krieges begonnen, aber nie fertig gestellt wurde. Auf der Unterseite des Bauwerks ist ein kleiner Wasserfall nach dem das Wasser unter der Oberfläche gleitend einige Meter weiter wieder emporschießt. Dadurch entsteht eine kleine Erhebung aus Wasser, von der die Hälfte wieder zurück zum Wasserfall fließt. Dadurch entseht eine endlos drehende Walze, die alles immer wieder zurück zum Wasserfall transportiert, der es dann wieder nach unten drückt, damit das Spiel von Neuem beginnen kann. Nunmehr geht das Ablegen schon fast perfekt, wir alle sind schon fast Profis - nur das gleichzeitige Rudern, das will bis zum Schluss nicht so recht klappen. Unser Bootsführer kündigt bei Sautens die Constructa an, benannt nach der bekannten Waschmaschinenmarke (weil man sich so fühlt als wäre man eben in einer dieser Waschmaschinen). Wie wir um die Kurve kommen, sehen wir rechts riesige Felsbrocken und links die Gischt der Stromschnellen, die wir zu meistern haben. Drei Walzen liegen versetzt hintereinander, die alle durchfahren werden müssen, ohne dass sich das Raft quer stellt. Ein echte Herausforderung für das Können des Steuermanns und den Mut der Crew. Als wir durch sind jagt das Boot noch immer zwischen den Wellen hindurch, die aber nicht mehr so hoch wie mein Wohnzimmer sind, der Fluss wird dann breiter und unser Fahrwasser ruhiger. Da treiben wir bereits auf den Inn zu und erreichen freies Fahrwasser. Von links kommt aus dem tosenden White Water Downhill das beruhigte Wasser des Inns auf uns zu. Das Boot hat unseren Anstrengungen gehorcht und für einige Augenblicke befinden wir uns im ruhigen Fahrwasser, in dem uns Ted verlässt, denn über den Inn führt uns Jochen alleine. Etwas weiter kommen noch einige wunderschöne Stromschnellen auf uns zu. In ruhigerem Wasser lässt der Bootsführer das andere Boot gewollt kentern und alle schwimmen um das Boot herum. Nachdem er das Boot wieder in die richtige Position gebracht hat, zieht er jeden der Crew an der Schwimmweste hinein. Der Ritt auf dem Wildwasser ist grandios, wenn auch weder so anstrengend noch so gefährlich wie erwartet. Die Bootsführer haben uns sicher durch alle Gefahren geleitet und uns gesichert in Sensationen hineingesteuert. Ein überwältigendes Naturerlebnis, das wohl keiner von uns ohne die sachkundigen Bootsführer ohne Schaden überstanden hätte. Ich entdecke hinter der Brücke die am Flussufer auftauchenden skurrilen Gebäude der Raftingschule, die Gefahr ist überstanden. Die Frauen hatten schon auf der Ötz begonnen, ihre Nervosität durch gegenseitige Zurufe und das Gespräch über Banalitäten abzubauen. Nun macht sich bei allen die Erleichterung breit. Jochen hätte fast vergessen uns mit Innwasser zu taufen und so holt er es nach, indem er uns mit seinem abgenommenen Helm zweimal mit einem Schwall überschüttet während wir erleichtert aus dem Boot den Hang hinauf klettern. Kurz nach Sechs quäle ich mich aus dem Neopren und ich biege mir dabei einen Fingernagel um, denn das Ding will nicht heruntergehen. Das 6 °C kalte Wasser hat uns in den schützenden Anzügen und Socken kaum etwas ausgemacht, nur die Hände sind klamm. Ohne Schutz wäre die Kälte tödlich gewesen, länger als einige Minuten hätte das wohl kaum jemand überlebt. Die heiße Dusche tut gut und ich fühle mich nun wohl, wie schon lange nicht mehr. Um Acht sitzen wir alle am großen Tisch beim Jagerwirt und lassen es uns gut gehen. Bei köstlichem Essen erzählen wir einander wie unterschiedlich dieses beachtliche Naturerlebnis für jeden einzelnen für uns gewesen war. Auf Disko haben nur die beiden jungen Mädchen Lust. Für alle anderen ist für heute Abend das Bett das Ziel aller Wünsche. |
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SchifahrenZwoa Brettln, a gführiger Schnee, juchee… Alpiner Schisport ist der Nationalsport der Österreicher. Schon in der Schulzeit und oft schon im Kindergarten ist Schifahren Unterrichtsgegenstand, der allerdings wegen seiner besonderen Anforderung an die Umwelt als einwöchige Blockveranstaltung in verschneite Gebirgsregionen verlegt wird. |
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Den richtigen Kick bekomme ich beim Schifahren erst, wenn ich couragiert die Hänge herunter brettere. Die Geschwindigkeit und das Beherrschen des Hanges durch elegantes Schwingen lassen bei mir erst Adrenalin strömen. Einen engen Schwung in kürzester Zeit an den nächsten zu reihen erst gibt das Gefühl des Flow. |
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Jeder einzelne der Schwünge ist ein labiler Gleichgewichtszustand zwischen Kurvenverlauf, Körperlage, Körperhaltung und den Fliehkräften. Wenn man "richtig" fährt und in eine Rechtskurve hineingleitet wird die linke Schulter nach hinten gedreht. Bei den Linkskurven laufen die Bewegungen umgekehrt ab. Alles Andere würde nur unnötig Kraft kosten. |
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Der Carving-Ski ist kein Wunderski, er sorgt einfach für ein neues Fahrgefühl. Carving heißt, die Schwünge extrem auf der Kante zu ziehen. Die neuen Ski bringt man leicht auf die Kante und zieht den Schwung wie auf einer Schiene. Der Carving-Effekt wird durch stärkere Kurvenlage noch verstärkt. Auf die Kante setzen, Schwung durchziehen, voll in die nächste Kurve beschleunigen. |
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Beim Schifahren steuert der Blick den Weg, denn wo wir hinschauen das fahren wir auch hin. Auch hier gilt die uralte Regel meines Sportprofessors "Der Kopf leitet die Bewegung der Körpers ein", daher muss man immer sein Kinn auf die Fahrlinie auflegen, mit den Augen vorausscheuen und schon klappt es. Mein Sportprofessor hatte mir damals mit seiner Grundregel den Salto rückwärts beigebracht, denn die Notengebung basierte auf der Aussage "Alle, die einen Salto Rückwärts ins Schwimmbecken machen kriegen einen Einser, alle anderen einen Zweier" und ich hatte beim Professor Lenz immer einen Einser. |
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Ich liebe beim Gleiten über die Pisten, wenn der weiße Fluss aus Schnee von Ufern dunkler Bäume begrenzt ist. |
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Aber ein unsicher über die Piste schlingernder Schifahrer oder eine den Hang hinunter rasende Pistensau kann das Fahrvergnügen jäh beenden. Sei es durch eine selbst eingeleitete Notmaßnahme die den Fluss der Fahrt unterbricht oder einen mehr oder weniger riskanten Zusammenstoß. Menschen, die nicht wissen was sie tun oder deren Handeln von Zufällen abhängt machen mich unsicher, weil ich ihnen meine Aufmerksamkeit widmen muss, um nicht mit ihnen gegen meinen Willen aneinander zu geraten. |
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In den letzten zwei Jahrzehnten habe ich keinen echten Sturz mehr gebaut. Auch Ausrutscher und Hinfaller habe ich fast nie und könnte mir das bei dem ungünstigen Verhältnis von Geschwindigkeit und Lebensalter wohl auch nicht leisten. |
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Aber auch jede Eisplatte ist in der Lage, die kunstvoll aufgebaute Balance zwischen Schwungverlauf, Kurvenlage und Fliehkraft jäh zur Explosion zu bringen. In diesen Sekundenbruchteilen des Austarierens und der Neubalancierung werden aus den Depots Adrenalin ausgeschüttet, das die körperlichen Reserven mit einem Schlag aktiviert. Dann folgt mit dem erhöhten Puls der Drang nach vermehrter Bewegung in der man das Adrenalin wieder abbauen kann. |
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UnternehmerSein eigenes Unternehmen zu gründen hat etwas mit lustvollem Gestalten zu tun. Sein Unternehmen in eine Hochphase zu führen kann neben der unendlich vielen Arbeit einen beispiellosen Kick und einen unvergleichbaren Lustgewinn bringen. Doch sein Unternehmen durch die Niederungen des Misserfolgs und der Geldknappheit zu steuern verursacht Trauerarbeit, die so an die menschlichen Grenzen geht, dass sich viele im Sterben des Unternehmens auch selbst das Leben nehmen. |
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Schon die Phönizier meinten "Das Jammern ist der Gruß der Kaufleute". Vielleicht sind es aber doch die Sorgen, die keiner verstehen kann, der Monat für Monat mit perfekter Regelmäßigkeit eine bestimmte Geldmenge auf sein Konto überwiesen bekommt. |
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| Franz Kafka schildert die Qualen des Unternehmers... | |
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am 26. August 1911 in seinem Tagebuch. "Jetzt Abend konnte der Vater vor Aufregung nicht einschlafen, da er ganz von der Sorge um das Geschäft und von seiner dadurch aufgeweckten Krankheit ergriffen war. Auf das Herz ein nasses Tuch, Brechreiz, Luftmangel, seufzendes Hin- und Hergehen. Die Mutter in ihrer Angst findet neuen Trost. Immer sei er doch so energisch gewesen, über alles sei er hinweggekommen und jetzt - Ich sage dass der Jammer mit dem Geschäft doch nur ein 1/4 Jahr noch dauern könne, dann müsse doch alles gut werden. Er geht seufzend und den Kopf schüttelnd auf und ab. Es ist klar, dass von ihm aus gesehen, seine Sorgen durch uns nicht abgenommen und nicht einmal erleichtert werden, aber selbst von uns aus gesehen nicht, selbst in unserm besten Willen steckt etwas noch so traurige Überzeugung, dass er für seine Familie sorgen muss. - Später dachte ich, er liegt bei der Mutter, soll er sich doch an sie pressen, nahes verwandtes Fleisch muss beruhigen. - Durch sein häufiges Gähnen oder sein übrigens nicht unappetitliches In-die-Nase-greifen erzeugt der Vater eine kleine kaum zum Bewusstsein kommende Beruhigung über seinen Zustand, trotzdem er dies wenn er gesund ist im Allgemeinen nicht macht. Die Ottla hat es mir bestätigt. - Die arme Mutter will morgen zum Hausherrn bitten gehen." |
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Mein Alles ist
verlorenschreibe ich am 26. Juni 2002 in mein Tagebuch. |
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mein Alles ist mir fortgerissen |
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