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Entspannt losfahren kann man nur, wenn die Vorbereitung des Fahrzeugs stimmt: Bei jeder Ausfahrt Reifen auf Profiltiefe, Beschädigungen und korrekten Luftdruck prüfen. Ölstand, Bremsflüssigkeitsstand und sämtliche elektrischen Funktionen. Alle 500 km das Motorrad waschen, trocken wischen, Ketten schmieren, Handbuch und Service-Unterlagen zu Rate ziehen ob ein Ölwechsel, Einstellarbeiten oder gar ein großer Kundendienst ansteht |
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Entspannt durch die Landschaft brausen kann man nur, wenn die Vorbereitung des Fahrers stimmt: Krafttraining der Kupplungs- und Gashand, Check der Schutzkleidung, Helmvisier sauber und ohne Kratzer. |
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Wer nach längerer Fahrpause bei der ersten Ausfahrt gleich über die Hausstrecke heizt und sich auf die Suche nach der "letzten Rille" macht, geht ein hohes Risiko ein. Das Gespür für das Motorrad muss erst wieder geweckt werden. Vernünftig ist es, erst einmal auf einen freien Platz ein Ein-Mann-Motorrad-Technik-Training zu absolvieren. Wer rastet rostet, sagt der Volksmund, und tatsächlich tritt nach einer längeren Pause stets ein Fertigkeitsverlust ein, gleichgültig, um was für eine eingeübte Tätigkeit es sich handelt - Klavier spielen, Seiltanzen, Schi fahren, Eisklettern oder eben Motorrad fahren. Dem Motorradfahrer kommt seine Maschine nach der Winterpause ein wenig fremd vor, alles fühlt sich so ungewohnt an, die enge Verbindung zwischen Mensch und Maschine, die ihm bei den letzten Fahrten noch so selbstverständlich war, will sich nicht gleich einstellen. Als wir das Motorrad fahren gelernt haben, haben wir für die ganzen automatisierten Abläufe regelrechte Programme erworben und lenken, schalten, Gas geben, bremsen, kuppeln geht seither von allein. Und obwohl diese Programme erworben und nicht angeboren sind, arbeiten sie, wenn sie erst einmal richtig "sitzen", so stabil, dass sie nie mehr verloren gehen können. Nur bedürfen diese Programme einer gewissen "Pflege", sie müssen oft genug benutzt werden, damit sie perfekt ablaufen zu können. |
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Hilfreich für eine sichere Beherrschung des Motorrades ist aber vor allem, sich geistig mit der Materie auseinander zu setzen. Ein gutes Hilfsmittel ist dabei die Lektüre des Buchs "Die obere Hälfte des Motorrades" von Professor Bernt Spiegel. Der Verhaltensforscher und trotz seines Alters von 75 Jahren immer noch tatkräftige Motorradfahrer führt nachvollziehbar vor, wie die für sicheres Fahren unerlässliche Einheit von Mensch und Maschine zustande kommt. |
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Das entspannte Wohlfühlen auf dem Motorrad stellt sich auch dann leichter ein, wenn der Fahrer - am besten ab und zu auch während der Saison - ein paar Übungen auf dem Motorrad absolviert. Auf verkehrsfreiem Gelände übt man das auf den Fußrasten stehende Fahren mit abgespreiztem Bein und seitlich ausgestrecktem Arm. Auch Knien und Hocken auf dem Motorradsattel helfen, mehr Gefühl für das Zweirad zu entwickeln. |
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Als Figuren kann man Kreise und Achten drehen, Spurgasse fahren, Trial Stopp und Anfahren in allen Varianten, links- und rechts aus dem Stand abbiegen, Slalom und Zielbremsung. Der Mensch ist darauf geeicht, maximale Schräglagen von 20 Grad zu erreichen. Das reicht prinzipiell in der Natur vollkommen aus. Gerade beim Motorradfahren aber sind nicht nur in Notsituationen weit größere Schräglagen erforderlich, auch der Grip des Asphalts ist deutlich höher und erlaubt höhere Geschwindigkeit als die biologischen 20 km/h mit einer deutlich verstärkten Kurvenlage. Ist der Fahrer allerdings ungeübt, treibt es ihn nach außen schnurstracks in den Gegenverkehr oder in die Botanik, oft mit schlimmen Folgen. Der Mensch ist kurvenwillig, aber es geht einfach nicht richtig ohne Training. |
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Zum Slalom fahren einen Wedelkurs mit Pylonen abstecken. Als Pylone eignen sich halbierte Tennisbälle, aber auch Bierdeckel oder CDs. Als bewährter Abstand gelten 15 Meter (oder große Schritte) von Pylon zu Pylon. Diese Strecke durchfährt man in der Zweiten mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Wichtig ist der schnelle Schräglagenwechsel. Ist keine abgesteckte Strecke vorhanden, lassen sich zumindest plötzliche Ausweichmanöver simulieren, immer mit möglichst rascher Rückkehr auf die alte Spur. Dazu Markierungen auf der Fahrbahn suchen - etwa Kanaldeckel oder Belagflecken -, vor denen man so spät wie möglich, aber ohne die Marke zu berühren ausweicht. Oder auch einfach im zweiten Gang sanft zwischen den Baumscheiben auf einem Parkplatz durchfahren. Bim Kurven Fahren muss man die Maschine deutlich zwischen die Knie klemmen, um sie gezielt umlegen zu können. Jeder Kontakt zur Maschine bringt Sicherheit und mehr Stabilität ins Fahren. In Kurven muss das kurvenäußere Knie immer fest am Tank sein. Der Knieschluss ist wichtig für die Kraftübertragung besonders beim Umlegen und der Führung des Motorrades. |
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Achten drehen kann man wie oben beschrieben, nur halt im ersten Gang sanft eine geschlossene Figur um zwei Pylonen (Bierdeckel, CDs) am Parkplatz herum gleiten. Um das lebensgefährliche Blinker-abstellen-Vergessen wegzukriegen, sollte man bei jeder Richtungsänderung den Blinker hinaushängen und nach der Kurve wieder einziehen. |
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Spurgasse fahren ist meist nicht direkt möglich, aber einige Male am Parkplatz zwischen zwei engen Verkehrszeichen durch genügt fürs Erste auch. Wichtig ist dabei eine längere Strecke extremen langsam zu fahren, das ist viel langsamer als normales Gehen. Ein tolles Training für die Koordination und der Feinmotorik. |
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Auf dem Motorrad bei Geschwindigkeiten um die 50 km/h
regelrecht herumzuturnen vermittelt bessere Sicherheit. Allerdings niemals
auf öffentlichen Verkehrsflächen! In Betracht kommen die Übungen: In die Fußrasten stellen, dabei leichte Schlangenlinien fahren. Im Stehen ein Bein im Wechsel seitlich und schräg nach hinten abspreizen. Im Damensitz wechselseitig auf dem Motorrad sitzen. Auf der Sitzbank knien. |
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| Anfahren üben, indem man die Kupplung immer wieder liebevoll aus der Hand gleiten lässt. |
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Aus dem Stand abbiegen vor allem nach rechts: Das Vorderrad eine Maschinenlänge vor die Ecke stellen, den linken Fuß auf die Raste und die Kupplung aus der Hand gleiten lassen, dabei die Maschine umlegen, den rechten Fuß hinauf stellen. Das Ganze aber auch nach links üben. | ||
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Für die Schaltübung mit etwa 60 km/h im Dritten daherrollen und Stufe für Stufe bis zum höchsten Gang hinaufschalten - möglichst weich und ruckfrei, wobei die Geschwindigkeit beibehalten wird. Dann ebenso sanft zurückschalten bis zur Ersten und wieder hinauf bis in den höchsten Gang - und das mehrmals hintereinander, alles mit konstanter Geschwindigkeit. Beim Hochschalten soll man jeweils das Gas stehen lassen und hat somit den optimalen Anschluss für den nächsten Gang. Hierbei geht es darum, sich mit der Getriebeabstufung vertraut zu machen und das nötige Gefühl für die richtige Drehzahlanpassung für ein ruckfreies Zurückschalten zu gewinnen. |
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