Einer vergleichenden Untersuchung der Uniklinik Freiburg nach ist "normales Motorradfahren" durch die Haltearbeit, das Aushalten des Winddrucks, das Bedienen der Hebel und des Lenkers sowie durch die Stressbelastung von den Anforderungen her mit Sportarten wie Wettkampf-Tennis oder Skispringen vergleichbar.  
      Dieser körperlichen und mentalen Belastung sollte man sich immer bewusst sein.
    Noch habe ich meine ersten kleineren Touren nicht vergessen, die Tage, als mir nach 80 oder 120 Kilometern die Hände so weh taten, dass ich nachher nicht einmal mehr ohne Schmerzen am PC meine Reiseberichte tippen konnte.  
       
   
   

Hand- und Fingergelenken sowie der feinen Muskulatur im Handbereich wird beim Motorradfahren einiges zugemutet, das schmerzhafte Resultat heißt Kupplungsarm oder genauer Sehnenscheidenentzündung.

 
     

Strengt man einen Muskel an, dann entstehen in den Muskelfasern winzige Einrisse. Das ist vollkommen normal, passiert bei jeder Belastung und es entsteht kein bleibender Schaden. Die kleinen Risse verheilen schnell. Bei extremer Belastung entstehen größere und mehrere Risse, die nicht so schnell verheilen und schmerzhaft sind. Wir kennen diese Erscheinung nur zu gut: Im Volksmund heißt sie "Muskelkater". Bei plötzlicher schwerer Belastung eines unaufgewärmten oder untrainierten Muskels kann es zum Muskeleinriss oder gar zum Muskel- oder Sehnenriss kommen.

    Ein gezieltes und wohldosiertes Training der Arm- und Handmuskulatur bewirkt, dass die Muskelfasern nicht so schnell einreißen. Die feinen Muskeln und Sehnen der Finger sollen geschmeidiger und auf keinen Fall überdehnt werden, also nicht übertreiben. Erlaubt ist jede Bewegung der Hand- und Fingergelenke, die nicht wehtut, bei der aber die Finger oder die Hand in eine Position gebracht wird, die das genaue Gegenteil der entspannten darstellt.  
     

Bevor man sich anstrengt sollte man die Muskulatur ausschütteln. Dafür neigt man den Oberkörper so lange langsam nach links oder rechts, bis der ausgestreckte, entspannte Arm senkrecht aus dem Schultergelenk heraus zu Boden hängt. Jetzt wird geschüttelt, die Hand, der Arm, die Schulter, alles gemeinsam. Auf diese Art schließt sich die Schulter- und Nackenmuskulatur gleich an. Natürlich lässt man die wohltuende Entspannung abwechseln beiden Armen zukommen.

   

Bevor man die feine Muskulatur der Hand längere Zeit belastet, sollte man sie trainieren. Dafür drückt man eine Handfeder 12mal in zwei Durchgängen zusammen und macht Geschicklichkeitsübungen der Linken mit chinesischen Kugeln. das hilft gegen den lästigen Kupplungsarm.

 
      Um die Armmuskulatur zu trainieren, nimmt man am besten Hantel in die Hand. So schwer, dass man jede der Übungen gerade 18 Mal machen kann. Zuerst die Hantel mit der Rechten 18 Mal hochstemmen, dann mit der Linken. Die Hantel am nach unten hängenden Arm bis zur Schulter hoch heben, wieder 18 Mal rechts und dann 18 Mal links. Und dann das Ganze noch einige Male.
   

 Der kleine Finger ist der schwächste. Um ihn zu stärken, sollte man einfach sämtliche Lichtschalter, die man im Laufe eines Tages bedient, nur noch mit dem kleinen Finger der linken Hand betätigen. Schreibt man keinen Zehnfingersatz, dann sollte man ausschließlich die kleinen Finger für die Shift und die Control-Tasten benutzen.

 
       
   
   

Übungen, die die Finger- und Handmuskulatur lockern und geschmeidiger machen, sind leicht und überall durchzuführen. Wirksamer und angenehmer sind sie, wenn sie über Wasserdampf oder einem Wärme spendenden Heizkörper gemacht werden. Dabei sollte man die Handgelenke kreisen, die Finger spreizen und intensiv bewegen. Öffnen und Schließen die Hände unter Aufmerksamkeit um zu fühlen, welche Muskeln sich in den Händen und Fingern befinden. Die Finger sanft nach hinten drücken. Die Handfläche massieren, denn ihre Muskulatur wird sonst kaum beachtetet. Solche Bewegungen fördern nicht nur die Durchblutung, sondern stärken auch die Muskulatur und vermehren die Kraft, die man besonders beim Kuppeln braucht.

 
     

Bereits die alten chinesischen Kaiser drehten Qigong-Kugeln und glaubten, durch das Zusammenspiel von Yin und Yang in ihren Händen noch älter zu werden. Die Kugeln sind mit oder ohne Klang in verschiedenen Materialien (Horn, Stein, Metall) erhältlich. Je größer und schwerer die Kugeln sind, umso schwieriger wird die Übung.

   

Die beiden Kugeln werden in einer Handfläche gehalten und durch vorsichtige Fingerbewegungen dazu gebracht ohne Zuhilfenahme der zweiten Hand zu rotieren. Ohne einander zu berühren und natürlich ohne hinunterzufallen. Anfangs merkt man, wie sehr es an Bewegungskoordination mangelt. Schon nach wenigen Tagen nimmt die Geschicklichkeit der Hände zu. Zuerst lässt man die Kugeln nur in jene Drehrichtung bewegen in der sich leichter drehen lassen; später auch in der andere Drehung. Spezialisten drehen in jeder Hand drei, sogar vier Kugeln, in jede beliebige Richtung in jeder Geschwindigkeit.