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Fahrphysik Kreiseltechnik Bremstechnik Reifen
Motorrad- versus Dosenreifen |
Die runden Gummi auf
denen sich das Motorrad bewegt sind die Füße des Motorrads.
Der Motorradreifen ist bezüglich der Rundlaufgenauigkeit, der Stabilität, des Geradeauslaufverhaltens und des Fahrverhaltens wegen der sich ändernden Profiltiefe hohen Anforderungen unterworfen. |
| Motorrad- versus Dosenreifen | |||
| Die Geometrie der Motorradreifen basiert auf dem größeren Raddurchmesser bei Motorrädern und besitzt daher eine längere Aufstandsfläche. Aufgrund seiner runden Kontur liegt beim Motorradreifen nur ein schmaler Teil auf der Straße auf. | |||
| Dosenreifen haben eine etwa Postkartengroße, rechteckige Aufstandsfläche. | |||
| Motorradreifen dagegen eine lang gestreckte Aufstandsellipse. Die Aufstandsfläche ist insgesamt beim Motorradreifen etwas kleiner, die Adhäsionsreibung daher etwas verringert. | |||
| Die Gummimischung von Motorradreifen ist weicher und der Reifen hat daher mehr Haftung Die Adhäsionsreibung ist deutlich größer. Die Kontakttiefe nimmt zu und die Hystereseverluste sind geringer. Der Deformationsschlupf steigt. | |||
| Die Profilierung der Motorradreifen hat einen extrem hohen Positivanteil. Der hohe Positivanteil erhöht die effektive Aufstandsfläche wiederum. Die Adhäsionsreibung wächst dadurch. Die größeren Profilblöcke sind außerdem stabiler, verformen sich nicht so stark und verringern dadurch den Deformationsschlupf. | |||
| Durch die runde Kontur des Motorradreifens tritt ein Schiffsbugeffekt ein, der Wasser gut verdrängen kann. Eine starke Profilierung zur Wasserabfuhr ist daher nicht nötig. | |||
| High-heels für Motorräder | |||
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Reifen gehören so selbstverständlich zum Motorrad wie das Benzin. Deshalb wurden ihnen jahrzehntelang kaum Beachtung geschenkt - Hauptsache, sie waren schmal, hatten einen irgendwie viereckigen Querschnitt und waren aufgepumpt. Das Motto war und ist "Gummi immer unten". Allmählich aber haben sich die Designer für die "Schuhe" der Motorräder interessiert und die Reifenhersteller und Motorradfahrer haben ihnen die neuen High-heels abgenommen. Design ist plötzlich wichtig, trotzdem sind alle Reifen schwarz und rund (die Reifen der legendären Opel Motoclub von 1928 waren dagegen richtig rot). Das Profil der Lauffläche eröffnet Designern eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Generell scheint bei den Herstellern die Maxime "Form follows function" zu gelten. Die Reifenproduzenten richteten in ihren Entwicklungsabteilungen Designbüros ein, die sich um die Gestaltung der Profile kümmern, nach ästhetischen und auch technischen Gesichtspunkten. Wie wichtig gutes Aussehen auch bei einem Reifen ist, sie müssen das Motorrad sicher auf der Fahrbahn halten und ihm auch schöne Beine machen. Dabei gibt es durchaus Unterschiede: Eine auffällige Optik ist hier wichtig und so weisen die Profile Pfeile, zackige Winkel und eckige Kerben auf, gerundete Linien, abgeschrägte Ecken und eine insgesamt fließende Profilkontur erinnern an Zeichnungen Beinvenen oder von Borkenkäfern. Die aktuellen Trends in der Reifenprofil-Mode sind asymmetrische Blockprofile und gewundene Rillen auf der Lauffläche, dreidimensionale Profile ziehen ihre Gräben im Gummi und haben schräge oder stufige Wände. Dadurch verändert sich das Profilbild mit zunehmendem Abrieb, während die Handling-, Nässe- und Traktions-Eigenschaften des Reifens gleich bleiben. |
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| Motorradreifen als Gefahrenquelle | |||
1. Korrekter LuftdruckDer richtige, vom Motorrad-Hersteller für die jeweilige Situation empfohlene Luftdruck muss regelmäßig kontrolliert werden. Korrekt aufgepumpte Reifen bieten optimalen Fahrbahnkontakt und haben den geringsten Verschleiß, falscher Reifendruck vermindert die Haftung und führt zur Erhöhung der Sturzgefahr. Bei jedem Mal Tanken auch gleich den Reifendruck überprüfen. 2. ProfiltiefeBei der Gelegenheit auch mit einer Ein-Euro-Münze die Profiltiefe checken. Verschwindet der goldene Rand (3 mm) nicht mehr in den Profilrillen, sollten die Reifen erneuert werden. In den meisten europäischen Ländern ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vorgeschrieben, spätestens dann müssen die Reifen ersetzt werden. Im Interesse der eigenen Sicherheit sollten man Reifen bei 3 Millimetern austauschen. Der Bremsweg mit abgefahrenen Reifen (1,6 mm Profiltiefe) auf nasser Fahrbahn ist wesentlich länger als bei Neureifen (8 mm Profiltiefe). 3. Beschädigung durch FremdkörperEin Schnitt in der Gummihaut oder eine Beschädigung durch einen eingefahrenen Fremdkörper mag noch so harmlos erscheinen - in jedem Falle ist Vorsicht geboten. Bereits das Eindringen eines Nagels in die Lauffläche führt bei schlauchlosen Reifen zu einem schleichenden Druckverlust. Vor allem aber kann Feuchtigkeit bis zum Stahlgürtel des Reifens vordringen und dort zur Korrosion führen. Beschädigungen wie Risse, Schnitte oder Beulen sollen sehr ernst genommen werden, da diese Pneus sehr hohen Belastungen ausgesetzt sind. Grundsätzlich sollte das Überfahren scharfer Gegenstände oder Kanten, wie Bordsteinen, vermieden werden. Durch unachtsames Fahren durch Schlaglöcher können ebenfalls nicht sichtbare Schäden am Reifen entstehen. 4. SichtkontrolleSichtkontrolle entlarvt Beulen im Gummi der Reifenflanke, Einkerbungen im Gummi oder fehlende Gummistücke auf der Lauffläche, die auf einen drohenden Defekt hinweisen. Auf Schnittstellen und Risse überprüfen, eventuelle Fremdkörper (Scherben, Split, Steinchen) mit einem kleinen Schraubenzieher entfernen. 5. Beschädigung durch Öl oder KraftstoffReifengummi, der fortdauernd den Einflüssen von Öl oder Kraftstoff ausgesetzt ist, verändert seine Eigenschaften. Entweder wird die Gummimischung brüchig und wasserdurchlässig, oder sie wird weich und löst sich auf. In jedem Falle sollten Reifen vor dem Kontakt mit Sprit und Öl verschont werden. 6. Beschädigung durch VollbremsungBei Vollbremsungen aus hoher Geschwindigkeit radiert der Reifen regelrecht über die Fahrbahn. Das Profil wird unter starker Hitzeentwicklung abgerieben. Zu schweren Reifenschäden kann es auch bei heftigen Bremsmanövern auf losem Untergrund wie etwa Schotter kommen. 7. Reifen einfahrenDie Oberfläche von neun Reifen ist sehr glatt. Erst durch das Aufrauen der Lauffläche (und Schulter) während der Einfahrzeit erreichen Reifen ihre volle Haftfähigkeit. In der Einfahrphase von 100 bis 200 km müssen harte Beschleunigungs- und Bremsmanöver und extreme Schräglagen vermeiden werden. Reifen müssen aber bei jeder Fahrt erst einmal warm gefahren werden. 8. Reifen überwinternBevor man das Motorrad für Monate in eine Garage abstellt, sollte der Luftdruck der Reifen um 0,5 bar erhöht werden. Damit sie in der nächsten Saison auch wieder so rund wie zuvor sind, muss das Motorrad auf den Hauptständer gestellt oder aufgebockt werden. Zu langes Stehen führt zur Deformation und Unwucht. |
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| Den Hauptständer ausfahren | |||
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Die Maschine auf den Hauptständer zu stellen hat mehr mit Technik zu tun, als mit Kraft. Mit ein wenig Übung geht das (fast) ohne Kraft. Eine Hand an das Ende des Lenkers die andere an die Soziusraste oder anderem festen Griffpunkt gleicher Höhe. Die Hand am Lenker dient nur zur Stabilisierung Dann den Hauptständer mit einem Fuß auf den Boden drücken. Die Maschine senkrecht stellen, so dass der Hauptständer mit beiden Füßchen den Boden berührt, dabei den Ständer mit dem Fuß durch leichten Druck auf dem Boden halten. Solange man den Hauptständer am Boden hält, bleibt die Maschine auch darauf stehen und kann kaum umfallen. Dann gleichzeitig: Das ganze Körpergewicht auf den Ständer und mit der Hand an der Soziusraste eine Viertelkreis-Bewegung ausführen, also an der Raste erst nach oben und dann nach hinten ziehen. Der Trick dabei ist ein Schwung, ähnlich der Wirkung eines Hammers, der nur durch Schwung einen Nagel in das Holz treibt, der Schwung des Hammers macht's - nicht die Kraft des Hämmerers. Also hochheben des Körpers bei gleichzeitigem Strecken des rechten Beines, das auf die Raste des Hauptständers drückt. |
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