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| Mentales beim Motorradfahren | Das Gespür fürs Motorrad | |
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Beim Fahren kommt es auf auf das Gespür der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen Beherrschtheit und Eile an, beides Faktoren die das Motorrad fahren ständig näher bringt. |
| Das Gespür fürs Motorrad | |||
| Auf Landstraßen gilt Tempo 100 km/h. Ich fahre dort mit meiner Diva aber oft nur 80, ziehe nur testhalber manchmal auf 100 hoch und genieße das Schauen und Fahren. Ansonsten halte ich mich exakt an alles, was aus dem Verkehrsschilderwald hallt. Nach der ersten Stunde läuft alles flüssig und macht Spaß. In der zweiten Stunde wird das Fahren entspannt und sicher. | |||
| Beim Kurven-Fahren ist man am sichersten unterwegs, wenn man immer in Richtung Kurvenausgang schaut, vor dem Umlegen herunterschaltet und bremst, die Kurve nicht durch Schneiden "abkürzt" und immer den Respekt vor dem Gegenverkehr vor Augen hat. | |||
| Meine Hausstrecken liegen im Wienerwald eingebettet und im Wienerwald entspringt die Orientierung den Wegweisern, dem Sonnenstand und den Himmelsrichtungen und es gibt für mich hier keine Landkarte und keine überflüssigen Kartenstopps. Oft fahre ich etliche Kilometer mehr um mein Ziel zu erreichen, dafür steigert sich der Spaß um ein Vielfaches. Im Zwei-Stundenrhythmus zu fahren ist meine Obsession, denn dann muss ich tanken und ausruhen. | |||
| Beherrschtheit ist mein Bewusstsein, dem momentanen Befinden die nötige Aufmerksamkeit zu zuzustehen. Körper, Geist und Seele müssen dabei im Einklang sein. Das Sitzen am Motorrad ist angenehm und kann an den Windkräften angepasst werden. Die Bedienung des Motorrades ist einfach und flüssig, wodurch die Hand- und Fußgelenke locker bleiben und trotzdem gestärkt werden. Jegliches Zubehör bleibt am Besten im Händlerregal. Dies fördert die dringend benötigte geistige Klarheit welche der Seele, das Bedürfnis nach Veränderung wird durch wechselnde Landschaft und die Konzentration auf die Straße befriedigt. | |||
| Eile erzeugt für mich immer eine Art von Fluchtgefühl. Und beim Gehetztsein schwingt in mir Angst mit und erzeugt eine erhöhte Aufmerksamkeit, die es für mich möglich macht, die Grenzen meines Motorrades zu erfahren und somit meinen Fahrstiel zu verbessern. Ich empfinde Freude, wenn ich weit nach vorne sehen kann und zugleich die Kräfte der Maschinen in meinem Bauch spüre. Im Zustand der erhöhten Aufmerksamkeit spielen sich viele Reaktionen direkt über die Reflexe ab. Reflexe leiten die nötigen Abläufe ein, die die richtigen sind, wenn sie oft genug geübt worden sind. Es passiert eigentlich sehr wenig in diesem Zustand der Eile bei genügend freiwilliger Selbstkontrolle. Ein ungutes Gefühl kommt in mir auf, wenn eine Meute von Autos hinter mir her ist oder wenn ein hastigerer Motorradfahrer von hinten zu nah an mich heranfährt. Dann fahre ich auf Nummer Sicher, lasse sie vorbei an mir über die Landstraße fegen. | |||
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Ich habe ein richtiges Motorrad für meine Straßen in den Hügeln und Bergen meines Wienerwalds. Warum so viel Pferdestärken zwischen den Beinen haben, warum Fahrwerke bewegen, die für Rennmaschinen passend sind? Das ist nichts für mich, meine Maschine kann zwar über 200 m/h fahren, aber sicher niemals mit mir. Wenn aber die Sitzbank höher ist als der Lenker, wie soll der Fahrer solcher Maschinen noch die entspannte Körperhaltung bewahren um beherrscht zu bleiben. Was nützt eine Bremsanlage des modernen Rennsports, wenn ein Traktor die Straße kreuzt. Eile wird hier schnell zum Adrenalinkick und der gesunde Zustand der Angst mutiert zur Panik. |
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| Die Erfindung des Motorrads | |||
| 1885 ermöglicht die "Standuhr" von Gottlieb Daimler das durch Zufall geschaffene erste Motorrad der Welt: Daimlers Reitwagen. Die so genannte Standuhr (Deutsches Reichspatent DRP 34926) ist ein Motor mit einem geschlossenen Kurbelgehäuse auf dem der luftgekühlte Zylinder steht. Das Einlassventil arbeitet automatisch, das Auslassventil wird durch die von Daimler erfundene Kurvennutensteuerung betätigt. Dazu kommt ein Schwimmervergaser. | |||
| Der Einzylindermotor wiegt nur 60 Kilogramm, hat einen Hubraum von 264 cm3 und leistet 0,5 PS bei 650 Umdrehungen/min. Dank seines geringen Gewichtes und seiner kompakten Abmessungen kann er in Fahrzeuge eingebaut werden. Der erste Versuchsträger ist ein Zweirad, der so genannte "Reitwagen" - dem ersten Motorrad der Welt. Die Vision des schnell laufenden, leichten Universalmotors mit Benzinbetrieb ist Wirklichkeit geworden. | |||
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Im November 1885 legt Gottlieb Daimlers Sohn Adolf mit dem
Reitwagen die drei Kilometer lange Strecke zwischen Cannstatt und
Untertürkheim problemlos zurück.
Im Sommer 1886 bauen Daimler und Maybach erstmals einen Motor in eine Kutsche ein und führen damit erfolgreiche Fahrversuche zwischen Esslingen und Cannstatt durch. Im gleichen Jahr kommt der Motor auch im ersten Motorboot der Welt, der "Neckar", zum Einsatz. |
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