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| 2003 | ||
| 2003 März | ||
| Frühlingserwachen |
Die Diva springt nach vier Monaten in der Garage nicht schlechter an als an einem kaltfeuchten Tag im Herbst. Es ist schön das Viertaktgepolter endlich wieder zu hören. Ein bisschen waschen und wischen und die Diva ist schön wie am ersten Tag. Mittags hinein ins Leder zum Start der ersten Ausfahrt. Gleich zur nächsten Tankstelle Benzin auffüllen und Luft nachsehen. Als ich wieder auf die Maschine steige, stellt sich die junge Tankwartin zu mir, wünscht mir ein schönes Wochenende und sieht mit verschränkten Armen beim Wegfahren zu. Dann bei strahlendem Sonnenschein über die Hinterbrühl nach Heiligenkreuz auf einen Kaffee. Auch der Kellner war irgendwann Biker, hatte eine Harley und ist mit ihr in fünf Jahren nur 30 Mm (Megameter) gefahren. Meine Maschine springt dann nicht gleich an, erst als ich das Gas aufreiße tuckert der Motor los - vielleicht ist noch Feuchtigkeit im Vergaser oder so. Die letzte Rast mache ich am üblichen Bus-Wendeplatz. Das Fahren flutscht heute nur so, als wäre ich nur ein paar Tage nicht gefahren. Bei dieser Fahrt ist die Freude mit gefahren, habe ich mich von meiner Intuition, der Schönheit der Landschaft, den technischen Möglichkeiten der Maschine treiben lassen. Es freut mich das Motorrad in den Kurven umzulegen, ich bin zugleich behutsam und couragiert in unerwarteten Situationen. Schön wenn ich die Maschine einmal so beherrschen könnte wie meine Schi und das Schifahren. |
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| 2002 | ||
| 2002 Nov | ||
| Brunn - Mödling |
Am 27. November fahre ich in diesem Jahr zum letzen Mal mit dem Motorrad. Ich fahre nach Mödling, um meine Söhne zu besuchen. Räume mit meinem Jüngsten den Schreibtisch zusammen. Beim Zurückfahren geschlossene Kolonne und es regnet ziemlich. |
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| 2002 Nov | ||
| Brunn - Laaben |
Die Diva springt heute nicht sofort an und nach einigem Anlassergequäle läuft sie dann auf einem, dann auf zwei Zylindern. Der Sound ist anfangs auf Nähmaschinen-Niveau, aber gleich wird es zum normalen Gedröhne. Wenn die Maschine kalt ist, laufen die inneren Zylinder offensichtlich schneller warm als die äußeren. Wenn ich Gas gebe wird das Choke-System unwirksam, dann liegt nämlich an der Choke-Bohrung kein Unterdruck an und der Motor geht fast aus. Nachmittags Ausfahrt mit der Diva bei herrlichem Sonnenschein und 18°C in zwei Stunden die 100 km nach Hainfeld über Gaaden, Heiligenkreuz, Alland, Klausen-Leopoldsdorf, Schöpflgitter, Forsthof, Laaben und zurück über Altenmarkt und Hafnerberg, mit kleiner Pause am Gerichtsberg. Heut hat alles nur so geflutscht, die Selbstoptimierung scheint deutlich angesprungen zu sein. Dann noch, in Motorradkluft, mit Raimund im Café Kanzlei. Eigentlich wollte ich ja ursprünglich mein Ein-Mann-Technik-Training hinlegen und habe mich lustlos darauf eingestellt, aber bei dem schönen Wetter ist es dann doch eine Ausfahrt geworden. Hier im Osten gibt es kein nennenswertes Lüfterl abgesehen vom Fahrtwind, keine fliegenden Eisenbahnen wie heute beim Föhnsturm im Pinzgau. Es ist äußerst vergnüglich, den Motor arbeiten zu lassen, die Gänge im richtigen Augenblick hineinzukicken und beim Geschwindigkeitskontrollblick auf die immer aufgebrachter vorbei fliegenden Büsche zufrieden festzustellen, dass man an der nächsten Kurve entschlossen in die Eisen muss, wenn es nicht "Hecke" statt "Ecke" heißen soll. Bremsen ist schön, wenn die zischenden Kolben gegen die Scheiben fahren und der Körper schwer nach vorne gedrückt wird, der Vorderreifen beleidigt am Asphalt braust und es tut gut, wenn die Geschwindigkeit dann endlich mit dem Kurvenradius übereinstimmt. Auf der Geraden sehe ich in der schrägen Abendsonne die langen Schatten meiner Speichen über den Straßentand hinaus tanzen. |
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| 2002 Nov | ||
| Brunn -Gerichtsberg |
13h30 Ausfahrt mit der Diva wieder in der Nähe meines Nestes: zuerst meine Hausstrecke in den Wienerwald über Hinterbrühl, Gaaden, Heiligenkreuz, dann Alland, Hafnerberg (die Kirche ist mit Uniformierten so voll gestopft, dass ich mich nicht hineinquetschen will), Altenmarkt, Kaumberg, Gerichtsberg (Kaffe trinken) und dann zurück über Weißenbach und Neuhaus, in Brunn ist ein schlimmer Stau. Um 16h30 wieder daheim. Im saftigen Grün zwischen sanften Hügeln und köstlichem Barock beginnt im lieblichen Wienerwald die Ursprünglichkeit schon in den hübschen Marktflecken und Dörfern, gleich neben dem Asphalt. Wer ohne die ganz großen Berge dann doch nicht auskommen mag muss sich nur mehr ein Stück nach Südwesten tragen lassen. |
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| 2002 Okt | ||
| Brunn - Hengstl - Wienerwaldsee |
13h30 Ausfahrt mit der Diva ohne bestimmtes Ziel, nur aus Spaß am Fahren und am Rhythmus der Kurven. Die Strecke führt schließlich über Alland, Klausen-Leopoldsdorf, über das Hengstl und dann in sehr engen Schleifen entlang der Wien nach Pressbaum, durch den Ort, eine kurze Rast am Wienerwaldsee, nach Breitenfurt, Hochroterd, Schusternazl, Grub, etc. Heiligenkreuz und nach Brunn immer wieder zwischen Sonntagsschleichern in Dosen. Reine Fahrtzeit zwei Stunden für die 100 kurvigen Kilometer. Wie immer bemühe ich mich die Kurven sauber zu fahren, die Bremse möglichst sparsam zu benutzen und die StVO einzuhalten. Am Hengstl sind die Kurven echt schlimm und ich bin froh, alles halbwegs richtig fahren zu können. Am Hengstl nehme ich durch einen Fahrfehler ein Kurve zu schnell und es trägt mich in den Gegenverkehrsbereich, es kommt mir zwar niemand entgegen aber ich werde trotzdem von Adrenalin überschwemmt. Meine klassische Wienerwaldtour ist ideal um Kurvenkombinationen zu üben und es wirkt immer, wenn der Kopf dort hin schaut, wo man hin will: Maschine und Mann folgen dann wie von alleine. Gerade bei schwierigen Kurven ist die Blicktechnik geradezu ein Geheimrezept zur Bewältigung auch schwer lenkbarer Probleme. Besonders in bergan führenden Serpentinen bringt die schulmäßige Blicktechnik die Maschine fast automatisch auf die richtige Fahrlinie. Das Erste ist die Zielansprache "Dort will ich hin!" Dann schaue ich so weit wie möglich in die Kurve hinein und siehe da, das Motorrad fährt dann tatsächlich auch dort hin. Immer wieder heißt es auf den Blick zu achten, bewusst schalten, gezielt bremsen, richtig draufsetzen... Bisher bin ich mit meiner Diva immer alleine unterwegs gewesen - kein Kamerad vor mir, keiner hinter mir, niemand am Sozius. So kann ich mir Strecke, Ziel, Fahrtechnik und Geschwindigkeit einteilen wie ich will, muss auf niemanden warten, jemandem nachfahren oder mich nach Wünschen anderer richten. |
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| 2002 Okt | ||
| Brunn - Sattelbach |
12h30 bis 14h30 super Ausfahrt in die milde Sonne in den Wienerwald nach Alland, Sattelbach, Heiligenkreuz. zu Hause ist den ganzen Tag trübes Wetter. Das asphaltierte Winkelwerk in Brunn, Maria Enzersdorf und Mödling macht wenig Spaß mit der Maschine. Die Bitumenbänder durch Wald und Wiesen haben es mir schon eher angetan. Was tut der Outlaw, wenn es ihm in der Stadt zu eng wird? Er flüchtet, und zwar auf dem schnellsten Weg. Also hinaus und über kurvige Straßen und Sträßchen durch Wiesen und Wälder über Berg und Tal. Verantwortungsvoll gestaltet sich die Suche nach der Ideallinie und das optische Erfassen der Fahrbahn und ihrer Beschaffenheit. Die größte Freude liefern die Wechselkurven, die sich mit einer Leichtigkeit durchwedeln lassen. Ganz langsam und zu eng sollte es nicht werden, denn ab einer Geschwindigkeit von ca. 40 km/h tänzelt die Diva behände um die Ecken. Und am Kurvenausgang drückt sich die Maschine schön brachial aber doch kontrollierbar in die nächste Biegung. Und schon wieder folgt eine Kurve auf die nächste, Zwischengeraden werden vom Vierzylinder schnell und elastisch überbrückt, damit sich die Diva um die nächste Biegung schwingen kann. Manchmal spüre ich beim heraus Beschleunigen auf holprigem Kurven-Untergrund ein kurzes Wackeln, außerdem fordert die Diva beim Bremsen in Schräglage ihren fühlbaren Tribut in Form des Aufstellmoments. Dank der gut zu dosierenden Bremsen lässt sich dieser Makel allerdings gut durch sanftes Loslassen der Vorderbremse bewältigen. Meine neuen Tourenstiefel sind leider im Zehenbereich viel zu dick und lassen jedes Hinaufschalten immer noch zu einem Krampf werden. Werde sie unter der Rubrik Fehlkauf verbuchen müssen. Bei dieser Fahrt ist die Angst mit gefahren, habe ich mich doch zu sehr mit der Theorie, menschlichen Fahrfehlern, technischen Fehlfunktionen und Unfallursachen beschäftigt. Bin furchtsam beim Umlegen, schreckhaft in unerwarteten Situationen, traue mir kaum etwas zu. "Angst essen Seele auf". |
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| 2002 Okt | ||
| Brunn - Schusternazl |
Zweistundenausfahrt mit der Diva Richtung Breitenfurt und Heiligenkreuz. Aufwärmen beim Schusternazl. Die Straßen sind immer noch so dreckig und die Baustellen nicht weniger. Kalter Regentag, das Wetterorakel hat sich wieder einmal zu meinen Ungunsten verhaut, nix zu sehen vom Sonnenschein, nix zu spüren von 15-18 °C. Besonders im Herbst müssen Motorradfahrer hellwach sein und es heißt vorausschauend, angepasst und behutsam zu fahren. Da in all diese Straßen im Wienerwald Feldwege münden, heißt es besonders aufmerksam auf die Oberfläche der Fahrbahn zu achten. Gemächliche Traktoren sind jetzt unterwegs, die Dreck und Schlamm von den Feldern auf die Straße bringen. Daher wird meine Fahrt immer wieder zu einem Schleichen. Beim schwierigen Motorradfahrten befindet man sich in einer Art Dauerstress: Schwierige Fahrdynamik. Angst vor einem Sturz. Konzentration und das Voraussehen von Fehlverhalten. Diese Konzentration strengt mehr an als man sich allgemein vorstellt. Deshalb sind regelmäßige Pausen noch wichtiger als für Dosentreiber. |
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| 2002 Okt | ||
| Brunn - Schusternazl |
14h Ausfahrt mit der Diva bei Kälte und herrlichem Sonnenschein. Durch die Brühl nach Heiligenkreuz, Grub, Gruberau und einen Capuccino beim Schusternazl. Die zwei älteren Frauen am Tisch links von mir haben ihre Hunde mitgebracht und sich hochkalorische Mahlzeiten zu günstigen Preisen bestellt. Die schwarz angezogene, schwarz gefärbte und schwarz geschminkte Matrone versteht es offensichtlich die Kalorien in ihren massigen Brüsten gut anzulegen. Vor mir Mutter mit Sohn und dessen Verlobter. Die stille Frau wird lautstark und naturalistisch in die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und der Russenzeit eingeführt. Mutter und Sohn erzählen abwechseln und einander ergänzend Geschichten aus der qualvollen Schulzeit des Sohnes, vom unvermeidlichen Schicksal von Deserteuren die die SS erwischt hatte, von unglaublichen Hamstererfolgen (15 Eier an einem Tag, wenn nicht sogar mehr), von den Auffanglagern der Russen für Männer, die nach Sibirien verschleppt werden sollten. Die Mutter hört schon ziemlich schlecht und kompensiert das mit lautem Gekreische, so haben alle im Gastraum an ihren Gräuelgeschichten Anteil. Schließlich sitze ich wieder allein mit mir auf der
Maschine.
Nach dem vorangegangen Winkelwerk durch die vielen Dörfer und noch mehr
Baustellen, 30er Beschränkungen und verdreckten Fahrwegen geht es die
herrlich gewundene Straße durch den Wald nach Klausen Leopoldsdorf, kaum
Laub auf der Fahrbahn, dafür der flimmernde Wechsel von Sonnenlicht und
Schatten durch die Stämme. Tanken (10 €) und Luft kontrollieren und hinein
nach Alland. In der Hinterbrühl ein kurzer Stopp zum Aufwärmen, zum Glück
hat die Diva zwei Auspuffrohre zum Heizen der Handschuhe. |
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| 2002 Okt | ||
| Brunn - Donnerskirchen - Eisenstadt |
13h30 fahre zu einem Freund über das Leithagebirge
nach Donnerskirchen. Der Asphalt ab Ebreichsdorf ist abrasiert und ich fahre
mit 30 km/h und immer wieder mit heftigem Pendeln, dann noch
eine schreckliche Baustelle auf der burgenländischen Seite des
Leithagebirges, zum Teil ohne Asphalt.
Trinke bei ihm Kaffee und esse dazu Butterbrote. Dann mache ich mich wieder auf den Gummi über Eisenstadt auf die B16. Sollte eigentlich über Loretto fahren, habe aber die Abfahrt nicht gesehen, drehe in Eisenstadt eine kleine Runde und dann wieder weiter. Um 17h nach 120 km wieder zu Hause. Die Diva ist mir zwei-dreimal beim Anfahren auf der Kreuzung abgestorben, weiß aber nicht recht warum. Na ja insgesamt ganz gut gefahren und ohne gefährliche Fehler, aber es haben mich jede Menge Autos überholt, da ich kaum über 80 fahre, das ist mir einfach zu gefährlich. Manchmal hat mich ein Autofahrer angehupt, keine Ahnung warum. Ab 100 km/h reißt der Wind an meiner Jacke wie eine zornige Geliebte. Im Vergleich zu meiner ersten Ausfahrt gleicher Entfernung in die kalte Kuchl ist sowas nun (auch ohne Fahrlehrer) keine besondere Anstrengung mehr. |
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| 2002 Sep | ||
| Brunn - Sittendorf |
14h zweite Ausfahrt mit der Diva bei herrlichem Sonnenschein eine Stunde nach Sittendorf und zurück. Beim Motorradfahren muss man ein bisschen "mehr machen" als beim Autofahren. Es ist ein Balanceakt und das macht auch einen Teil des Fahrvergnügens aus. Das Schöne daran für mich ist, dass ich Aufgabe für Aufgabe perfekt erfüllen muss! Nach jeder Kurve erwartet einen etwas Neues, Unerwartetes, dessen Bewältigung manchmal zwar Stress aber auch eine unglaubliche Herausforderung bedeutet. |
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| 2002 Sep | ||
| Brunn - Hainfeld |
Die erste Ausfahrt mit der Diva, bei herrlichem Sonnenschein in zwei Stunden die 100 km nach Hainfeld über Heiligenkreuz, Alland, Hafnerberg, Altenmarkt und zurück über Neuhaus, Mayerling. Ein Schnitzerl in Heiligenkreuz und in der Sonne etwas aufwärmen, der Fahrtwind hat mich ziemlich ausgekühlt. Dann schnurstracks auf die Goldene, trotz dieser ekelhaften Kurven. Als ich auf das Haus zurolle steht Philipp auf der Straße, sieht zu mir her (was will denn dieser Motorradfahrer hier), als er mich erkennt schaut mich völlig entgeistert an, als sähe er ein Gespenst. Alle sind natürlich total überrascht, denn es hat ja niemand gewusst, dass ich den Motorradführerschein gemacht und mir eine Maschine gekauft hatte. Ralf und Leo kommen aus dem Haus und tanzen um mich herum und fragen "wie schnell", "ist das dein Motorrad" und Leo sitzt auch schon oben. Heidi freut sich sehr über meinen Unternehmensgeist. Jedenfalls fahre ich dann an ihnen vorbei, als die vier gerade ins Auto steigen. Ich brause die Schleife zum Freiheitsplatz, treffe Cory im Café Glanz um ein wenig mit ihr zu plaudern. Schließlich zeige ich ihr meine Maschine und brause weg nach Hause. |
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Gerade wegen der Verantwortung für meine Lieben und mir selbst gegenüber bin ich der Meinung, dass ich keine Rennverkleidung mit bunter Graffiti brauche, keine 165 PS und keine 270km/h Spitze. Weniger ist hier mehr. Zum Beispiel der 61 PS Vierzylinder, das klassische Aussehen meiner nackten Maschine. Mein Motorrad ist einfach genial, weil es genial einfach ist. |
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Von nun an durchstreife ich mit der Diva unseren schönen Wienerwald mit gelegentlichen Abstechern in die Traisenberge, und ich lasse der Diva immer freien Lauf, denn ich weiß, sie bringt mich immer wieder sicher nach Hause zu meiner Geliebten und meinen Kindern zurück. |
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| 2002 Sep | ||
| Fahrschule - Kalte Kuchl |
9h mit der Fahrschule Ausfahrt in die Kalte Kuchl, entgegen der Wetterprognose herrscht strahlender Sonnenschein. Zuerst richten wir uns und die Motorräder her: Helm, Handschuhe, starten, Licht überprüfen, aufstellen und im Konvoi wegfahren. Vorne und hinten je ein Fahrlehrer, dazwischen vier Fahrschüler, darunter ein Vater mit seinem Sohn. Bei der nächsten Tankstelle gibt es einen technischen Halt mit Tanken und Luftkontrolle. Dann geht es auf die Fahrt, auf die ich mich schon seit Tagen irrsinnig gefreut habe. Wir teilen uns in zwei Gruppen, vorne mein Fahrlehrer, dahinter ich und ein weiterer Fahrschüler. Der Rest dahinter. In Gaaden sind wir abgerissen und wir drei warten am rechten Straßenrand. Mein Fahrlehrer telefoniert und deutet uns, dass wir zurück fahren würden. Nach drei Kilometern sehen wir die drei Motorräder am Straßenrand aufgefädelt stehen. Die drei Fahrer stehen schweigend und bewegungslos hinter ihren Maschinen am Gehsteig. Wir reihen unsere Maschinen dahinter ein. Schließlich stellt sich heraus, dass der Vater gestürzt war. Als er sein Motorrad nur mit der Vorderradbremse hinter einem bremsenden Auto herunterbremsen will, trennt er sich von der Maschine und beide schlittern über den Asphalt. Der linke Daumen ist ausgerenkt, anfangs denken wir, dass er gebrochen wäre. Er erzählt uns etwas kleinlaut die Geschichte des Unfalls in allen Details. Einige Minuten später kommt die Rettung in der der Verletzte notversorgt wird, mein Fahrlehrer fährt mit ins Krankenhaus und der andere Fahrlehrer bringt uns drei Fahrschüler wieder zurück zur Fahrschule. Während der Fahrt ist der Fahrlehrer besonders besorgt um uns, wohl in der Annahme, dass uns der Unfall nervös gemacht hätte. |
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| 2002 Aug | ||
| Fahrschule - Kalte Kuchl |
9h erste riesige Ausfahrt mit dem Motorrad bei traumhaft schönem Wetter von Perchtoldsdorf über Hinterbrühl, Heiligenkreuz, Alland, Hafnerberg, Heinfeld, Lilienfeld in die kalte Kuchl: Mein Fahrlehrer, ein blondes Mädchen und ich. Insgesamt 160 km in fünf Stunden mit einer Stunde Pause. Zum Mittagessen in der Kalten Kuchl köstliches Faschiertes um 4,80 €. Man ist als Neuling durch die lange Fahrt doch ziemlich gefordert, auch wenn man stereotyp hinter dem Fahrlehrer nachfährt. Ich mache während der Ausfahrt zwei schlimme Fehler und komme dabei in der Kurve in die Gegenfahrbahn, weil meine Blicktechnik nicht richtig ist - einfach unaufmerksam und an die falsche Stelle geschaut. Die Ausbildungsfahrt enthält diverse Schwierigkeiten auf Kurvenstrecken, die die Fahrdynamik spüren lassen, aber relativ harmlos sind. Die Schräglage wird soweit trainiert, dass man sie nicht mehr fürchten muss. Das Wichtigste ist jedoch das Kurven fahren durch Nachahmung ins Gefühl zu kriegen: den richtigen Geschwindigkeitsverlauf, den optimalen Kurveneingangspunkt, den korrekten Kurvenradius, die beste Kurvenausgangslinie, etc. Also fahre ich unentwegt der Linie meines Fahrlehrers nach, die sich unsichtbar durch die Kurven legt. Bei dieser Ausfahrt habe ich einen schmerzhaften Kupplungsarm zugezogen, eine gehörige Sehnenscheidenentzündung, die so rasch nicht mehr ausheilen will. Der stechende Schmerz sitzt genau im Handgelenk und zieht sich in den Daumen. Zwischen Zeigefinger und Daumen kann ich dann kaum mehr etwas halten. Beim Motorrad fahren schmerzt das Kupplung ziehen und nach dem Fahren breitet sich unangenehmes Stechen im Daumen aus. |
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