31. Dezember 2004: JavaScript

MediendesignJavaScript ist unser Ein und Alles um Leben auf eine Homepage zu bringen. Unsere Sprache, mit der wir die Maschinen lehren können, mit uns zu schmusen.
 

29. Dezember 2004: Andreas Vitásek

Actoids MuseumGenieße mit Freunden in der Varieté-Bühne Ronacher ein "Best of" von Andreas Vitásek, eine umfassende Zwischenbilanz von einem Viertel-Jahrhundert Kabarettschaffen. Das Wiedersehen mit alten Bekannten wie dem Tod, dem Wochenendvater, dem Doppelgänger und dem roten Ball macht Freude, befreiet und beunruhigt zugleich. Das abgezehrte Ronacher erwartet die dringend notwendige Generalsanierung und schließt dafür in wenigen Tagen.

27. Dezember 2004: Zwei Kilometer Walking Test

WellnessGerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel sind zwei neue Wellness-Kalkulatoren dazu gekommen: Der 2km Walking Test und verschiedene Verfahren zur Berechnung der optimalen Herzfrequenz bei Bewegung. Interessant für all jene, die Fitness treiben oder sich das wenigstens schon einmal vorgenommen haben.

20. Dezember 2004: Kriegsende

Die kurze Geschichte, wie Bübchen und Mutti das Kriegsende erleben und wie Mutti zu einer Knopferl-Harmonika kommt, die sie nicht gebrauchen kann.

 

17. Dezember 2004: Simpsons

Heute vor 15 Jahren durften die Simpsons, als eine der erfolgreichsten Fernsehfamilien aller Zeiten, zum ersten Mal auf dem Fernsehschirm ihr Unwesen treiben. Was sich vorerst wie eine harmlose Comic-Serie darstellt, entpuppt sich bald als bitterböse Persiflage auf die US-Gesellschaft. Bart Simpson müsste inzwischen 25 Jahre alt sein. Doch nach den biologischen Gesetzen für Zeichentrickfiguren bleibt er immer zehn und sind auch die übrigen Simpsons immer noch nicht angepasst.

Zu diesem Jubiläum habe ich der funkelnagelneuen Homepage der Quiz-Engine den dümmlichen Homer als Avatar verpasst. Dieser ausgesuchte Simpel führt durch die einzelnen web-basierten Lektionen und erklärt außerdem die zugrunde liegende Technologie.

10. Dezember 2004

Wieder einmal auf dem so zauberhaften Weihnachtsmarkt am Spittelberg. Die drei Gassen von Standl zu Standl geschlendert und dazwischen in hell erleuchteten Geschäftslokalen und Kellern voller geheimnisvoller Waren aus Christkindwerkstätten und dem Orient. Zum Schluss noch einen köstlichen Beerenpunsch.

6. Dezember 2004: Lernzone

Die Implementierung der JavaScripts der Quiz-Engine ist nunmehr fertig gestellt. Sie erzeugt verschiedene dynamische Frage-Antwort-Spiele und dient zur Erstellung unterschiedlicher Quizarten, beginnend bei der einfachen Radiobutton-Technik, über die Menüauswahl bis zu komplexen Multiple Choice Fragenkomplexen. Das web-based Fragespiel ist dabei immer voll gestützt, d.h. dass in den Vorschlägen die richtige Antwort versteckt ist.

Der Quiz wird automatisch ausgewertet und - wenn nötig - ein Hinweise auf die richtigen Lösungen gegeben, sowie eine Statistik des Antwortverhaltens gezeigt.

1. Dezember 2004: Browser der Zukunft

ZeitläufeEin neuartiges Browser-Konzept nutzt mehrere Rendering-Engines zur Darstellung von HLML, CSS und Javasctipt. Durch diese Konzeption ist gesichert, dass erstmals alle für den Internet Explorer optimierten Webseiten auch unter Netscape problemlos und ohne Einschränkung nutzbar sein werden. Die zunehmend in Vergessenheit geratene AOL-Tochter Netscape hat mit der Vorstellung dieses Bahn brechenden Vorhabens die Uhr noch einmal zurück drehen können.

 

30. November 2004: Überlegungen zum Design

MediendesignHier einige Gedanken zu Design und Gestaltung dieses Internetauftritts. Das World Wide Web ist bunter und vielfältiger denn je - doch die hinter dieser Vielfalt steckende Technologie hat ihren Preis. Solange das Web im Wesentlichen aus formatiertem Text mit eingebundenen Bildern bestand, war die Darstellung von Sites vergleichsweise unproblematisch. Mittlerweile kommen jedoch immer weniger Web-Sites ohne eingebaute Skripte oder multimedial aufbereitete Darstellungen aus. Die getroffenen Entscheidungen zur technischen Gestaltung sind für eine Homepage auf mehrere Jahre bindend.

22. November 2004: Gotisch-Deutsch

NachschlagewerkDas Textspielzeug zum Erlernen der Sprache des Gotenvolkes ist fertig gestellt. Die Vokabel habe ich über Jahre für meine genealogischen Untersuchungen gesammelt. Im Zentrum steht dabei die Sprache der Westgoten unter Bischof Wulfila (*311 - †382). Das Wörterbuch für die Sprachen Gotisch-Deutsch enthält derzeit an die 1700 Vokabeln.

Dazu gibt es noch Lerneinheiten für Austriazismen: über Wienerisch und Dudendeutsch, Sprachschatz über Essen und Trinken in Wien und eine Lerneinheit zur Geschichte Österreichs.

16. November 2004: Deutsch-Englisch-Französisch-Spanisch

    Endlich ist die Software für den universellen Vokabeltrainer fertig entwickelt und getestet. Die Implementierung basiert auf Dynamic-HTML und ermöglich den Aufbau von Textspielzeugen als umfassendes Lernsystem für Web Based Training (WBT) für interaktives Lernen.

Damit stehen mehr als 30, längst vorbereitete, Lerneinheiten für die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch zur Verfügung. Diese Textspielzeuge dienen dem Einpauken von Vokabeln und als Sprachtrainer mit dem Schwerpunkt der Überprüfung des Wortschatzes in verschiedenen Sprachen. Es geht hier neben einer reichen Auswahl von Substantiven aus allen möglichen Lebensbereichen um Adjektive und Verben. Außerdem kann die Anwendung von Zeiten wie Präsens, Perfekt Imperfekt und Futur in den vier Sprachen trainiert werden.

11. November 2004: Microsoft Suchmaschine, die Erste

Projektgestaltung als HerausforderungAb heute steht die funkelnagelneue Microsoft Suchmaschine im Betatest zur Verfügung. Das Ganze sieht gut aus - sucht aber nicht. Gibt man einen Suchbegriff ein und klickt auf "Suchen" dann kommt nach 16 Sekunden die Meldung: "Die Seite steht vorübergehend nicht zur Verfügung. Versuchen Sie es später erneut." mit dem geheimnisvollen Nachsatz "Sie haben nicht die gewünschten Ergebnisse erhalten?". Na ja! für eine nicht funktionierende Software hätte man nicht 100 Entwickler 18 Monate lang arbeiten lassen und dafür 100 Millionen US-Dollar ausgeben müssen. Meine drei Wellensittiche machen so was an einem Vormittag und noch dazu für eine Hand voll Vogelfutter.

10. November 2004: Römisch-katholischer Atheismus

Actoids PilgerreisenDer Atheismus ist belebt von einer merkwürdigen Vielfalt des Glaubens. So gibt es Atheisten, denen Frömmigkeit und Konfession gleichgültig ist. Solche, die Religiosität und Kirchen hitzig bekämpfen. Aber auch solche, für die Religion immer noch wichtig ist und ich zähle zu dieser Kategorie.

Nach dem Absterben meiner kindlichen Religiosität bin ich zum römisch-katholischen Atheismus konvertiert. Und so bin ich seit Langem kein Christ mehr in religiösem Sinne, aber meine Kultur, Gefühlswelt und meine Haltung sind beeinflusst von der christlich abendländischen Kultur. Einflüsse, die durch viele Generationen hindurch überliefert wurden, lassen sich nicht einfach auslöschen. Ein christlich getaufter Mensch mag in seiner Anschauung Atheist geworden sein, jedoch seine Lebensäußerungen sind voller christlicher Einflüsse.

Die vorfabrizierte Lösung des Christ-Seins in der Katholischen Kirche war mir weder Anliegen noch Pflicht. Trotz meines ganz persönlichen Atheismus stehe ich dieser Kirche, als der einzig wahren, näher als in meiner frommen Kindheit und bewundere ihr Einrichtungen: Die herrliche Transzendenz der Bauwerke wie Pfarrhöfe, Kirchen und Dome. Das unergründliche Geheimnis der Sakramente und die altehrwürdige Pracht der Gottesdienste. Die ungebrochene Festigkeit im Glauben der Bischöfe. Die beständige zweitausendjährige Erfolggeschichte. Und nicht zuletzt die Liturgie des Weines.

Jede der Abspaltungen von der Kirche hat es den mitgerissenen Gläubigen einfacher gemacht und ist daher auch lebendiges Beispiel erfolgreicher Bestechung. Jede Abspaltung hat ein Stück des katholischen Glaubens und der römischen Liturgie abgelegt und ergibt daher eine verarmte Erscheinung des Christentums.

8. November 2004: Die Ausbremsung der Rechtschreibung

NachschlagewerkDie Entwicklung jeder Sprache ist ein beständiger Entwicklungsgang, ebenso das Regelwerk für deren Verschriftlichung, die wir Rechtschreibung nennen. Meist laufen diese parallelen Vorgänge im Hintergrund ab, manchmal gibt es aber heftiges Gebrodel in der Entwicklung, bei dem kleinere und größere Blasen aufsteigen.

Erste gemeinsame Bestrebungen verschiedener Staaten nach einer Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung scheitern 1876 am Veto Bismarcks. Er verbietet seinen Diplomaten die neue Schreibung bei Strafandrohung und sorgt damit für die Annullierung der gemeinsamen Konferenzbeschlüsse von 1872.

Die lange vorbereitete Reform der Initiative für die deutsche Rechtschreibung wird 1944 auf Befehl Hitlers als "nicht kriegswichtig" eingestuft und dadurch verhindert.

In den 1970-er Jahren, der Zeit der Initiativen für eine Einführung der Kleinschreibung, erkennt die eben entdeckte Soziolinguistik die Orthografie als klassenkämpferisches Instrument der Unterdrückung der werktätigen Massen.

Vernebelte Reste dieser drei Stimmungen flackern immer noch in den Köpfen der gegenwärtigen Reformgegner. Eines der heutigen Probleme einer breiten Zustimmung zur aktuellen Rechtschreibung ergibt sich alleine schon aus der achtjährigen Übergangsfrist von veralteter und gegenwärtiger Rechtschreibung. Viele der oft militanten Gegner hoffen, dass in dieser - im August 2005 auslaufenden - Grauzone die Reform von sich aus versandet.

Der hinhaltende Widerstand, den manche Autoren und Verlagsbedienstete in einzelnen Massenblättern wie Frankfurter Allgemeine Zeitung und Bildzeitung leisten, ist ein verdrießlicher Akt der Selbstüberschätzung. Ihr Erfolg in dieser Sache wird sich wohl nicht mit dem von Bismarck oder Hitler messen können.

3. November 2004: Freiheit ist Sklaverei

KontaktGeorge W. Bush hat als oberster Angstbeißer der Vereinigten Staaten wieder die Nase vorn und George Orwells Metapher "1984" - die utopische Beschreibung eines totalitären Überwachungsstaates - echtes Leben eingehaucht. Lange Zeit wurde dieser Orwell-Roman vor allem als Kritik am Sowjetkommunismus eingesetzt, heute sind diese totalitären Verhältnisse in den USA Wirklichkeit geworden. Die Bush-Regierung lebt die in "1984" beschriebenen Phrasensprache des "Newspeak" mit Phrasen wie "Krieg ist Frieden", "Freiheit ist Sklaverei" und "Unwissenheit ist Stärke".  Die gegenwärtige US-Politik ist Ausdruck einer in Wirklichkeit verknöcherten Gesellschaft in einem Mischmasch von jähzorniger Sektiererei und altväterischer Massendemokratie. Und unsere Enttäuschung darüber wächst, denn so hatten wir uns Amerika bisher nicht vorgestellt.

2. November 2004: Barbarella

Actoids MuseumDas kultige Science-Fiction-Märchen der 1960-er Jahre wird heute zum 150-sten Mal als Space-Musical im Wiener Raimund Theater wieder belebt. Anno dazumal erlangte der Film um Barbarellas phantastische Geschichte absoluten Kultstatus. Anno dazumal katapultierte sich die Jane-Fonda-Barbarella direkt von der Filmleinwand in Herz und Hirn - heute tourt die Nina-Proll-Barbarella als brave Fernreisende durch die Galaxie. Es reihen sich dürftige Weltraumabenteuer aneinander - ohne Spannung, ohne Stil, dafür untermalt mit einer bejahrt erscheinenden Musik. In der schlaff inszenierten Nummernrevue können die unschuldig-herzensgute Barbarella und die verdorben-böse Schwarze Königin weder aufregen noch scharfmachen.

Keine geile Science-Fiction Show, sondern verstaubter Weltall-Mummenschanz. Meist erinnert das Getöse auf der Bühne an ein selbst produziertes Kinderprogramm des ORF oder eine Schüleraufführung einer Volksschule.

In der Pause mache ich einen Blick in den Orchestergraben, in der Hoffung wenigstens hier etwas Interessantes zu finden - und tatsächlich: Die Gerätschaften hier unten machen den Eindruck, als wären sie eher für die Folter als für die Hervorbringung von Musik geeignet.

1. November 2004: Jubiläum

Auge rotMir fällt gerade ein, dass ich mit dem heutigen Tag 36 Jahren in der Softwareentwicklung bin. Damals auf einer IBM 1130 mit luxuriösen 16 KBytes Hauptspeicher, einer Lochkartenstation für die Eingabe und einer Kugelkopfschreibmaschine für die Ausgabe. Ich war 1968 etwas verspätet bei einem Energieversorger aufgenommen worden, weil sich mein Wehrdienst wegen der Krise in der Tschechoslowakei um einige Wochen verlängert hatte und ich mit meiner Einheit an die tschechische Grenze verlegt worden war, um die Russen abzuhalten, die nur 30 Kilometer weiter nördlich in Stellung gegangen waren.

Da lag ich nun in einem seichten Schützengraben mit dem Sturmgewehr Richtung Feind aus der Tschechoslowakei. Obwohl ich durch meine eben abgeschlossene Ausbildung zum Reserveoffizier an unterschiedlichen Waffensystemen ausgebildet war: Pistole, Sturmgewehr, Maschinengewehr, Granatwerfer, Raketen-Panzer-Abwehrkanone und einer Flieger-Abwehrkanone, die man auch gegen Bodentruppen einsetzen kann. Nichtsda, da lag ich nun ohne die Möglichkeit auch nur einen einzigen Schuss abzugeben - man hatte jedem ein Sturmgewehr gegeben aber keine einzige Patrone.

Als die Rote Armee und die Nationale Volksarmee dann doch nicht nach Österreich einmarschieren wollten, gab ich mein ungeladenes Sturmgewehr ab und mein Weg in die Energiewirtschaft frei war. So konnte ich am 1. November 1968 meine Arbeit in der Abteilung für technische Datenverarbeitung antreten. Die drei Mitarbeiter, die dort bereits seit zwei Jahren tätig waren, hatten sich fachlich übernommen und ihr Ziel dramatisch verfehlt, ein energiewirtschaftliches Modell zur Optimierung von Kraftwerken und Hochspannungsnetzen zu erstellen, zu implementieren und damit Planungen durchzuführen. Während ich in den spätsommerlichen Wäldern des Mühlviertels mit dem Sturmgewehr auf die Invasion der Russen gewartet habe, hatten die drei gekündigt und verließen nun einer nach dem anderen das Unternehmen. Sie hinterließen mir den damals absolut modernsten Computer und einige Stahlschränke mit Lochkarten, auf die mannigfaltige FORTRAN Programme und energetische Werte gestanzt waren. Da saß ich nun alleine in dem viel zu großem Büro im sechsten Stock und mit der IBM 1130 im ersten und konnte nicht weiter. Die dreitägige Einschulung in mathematischen Modelle, Software, Datenmaterial und Handhabung des Computers verpuffte bei mir ins Leere. So etwas wie Dokumentation war nicht einmal ansatzweise vorhanden, die drei hatten allein auf mündliche Überlieferung gesetzt.

Neben der wirklich umfangreichen (und wahrscheinlich perfekten) Wartungsdokumentation für die Computeranlage gab es noch je eine Eingabevorschrift für das Programm zur Lastfluss- und zur Kurzschlussrechnung, sowie ein Manual über die Programmiersprache FORTRAN. Jedes dieser drei Heftchen enthielt nur wenige Blätter mit tabellarischen Übersichten und war für Leute gedacht, die ausführliche Kurse über diese damals als Geheimwissenschaften gehandelten Sachgebiete besucht hatten.

Als Erstes versuchte ich einmal die Lastfluss- und Kurzschlussrechnung für die Planung des Hochspannungsnetzes aufrecht zu erhalten. Nebenbei probierte ich mit dem FORTRAN Manual und Lochkarten so lange herum, bis mein erstes Progrämmchen funktionierte. Entsprechende Kurse gab es im gesamten deutschsprachigen Raum höchstens einmal im Jahr - mehr Bedarf war eben nicht da - und darauf konnte ich nicht warten.

Ich hatte dann doch noch etwas aus den übergebenen Codes gelernt: Wirklich gute Programmierer schreiben keine leserlichen Programme, denn sie waren schwer zu schreiben und daher sollten sie auch schwer zu lesen sein.

 
28. Oktober 2005: La finta giardiniera

Stiftung SeeauNach dem Erleben der Sommerlandschaften und des Charmes der Plätze und Straßen ferner Städte beginnt nun wieder die Zeit der Einkehr in Cafés und Salons. Nach den Badefreuden und dem Frischluftsport beginnt nun wieder der Besuch von Theater, Kinopalästen und Museen. Großartige Neuinszenierungen und Premieren haben die Theaterhäuser und Medien gefüllt und die durchtrainierten Bergsteiger und sonnenhungrigen Badegäste verwandeln sich nun wieder in elegante Bildungsbürger.

Den Abschied vom Sommer will ich heute mit La finta giardiniera in der Wiener Kammeroper begehen. Eine jener frühen Opern Wolfgang Amadeus Mozarts, die Josef Anton Graf Seeau von Mühlleuten im Sommer 1774 für den Karneval 1775 in München beauftragt hatte.

Der Besuch der Aufführung in der Kammeroper hat sich gewiss gelohnt, ein eindrucksvoll ersprießlicher Eindruck. Gleich am Anfang zirpt es zierlich aus dem zarten Orchestergraben. Die Begebenheiten betören in bildschöner barocker Gartenarchitektur. Die Charaktere werden in heiteren hellen Bildern hergezeigt und deren Wollen und Wettstreit gedeihlich gezeichnet. Sandrinas liebliches Leid gibt der gräflichen Gärtnerin mit sopraner silbriger Stimme vokale Schönheit. Der glanzvolle Graf José Aparicio agiert als draufgängerischer Dandy (*). Dieser Mozart ist ein sicherer sinnlich sonorer Start in die Saison.

(*) Ein Dandy ist ein ästhetischer Spättyp, der zu der sich nivellierenden, materialistischen Gesellschaft im Widerspruch steht.

24. Oktober 2004: Tamara de Lempicka

Das Kunstforum Wien zeigt eine reiche Auswahl der kraftvollen Gemälde von Tamara de Lempicka - schwelgerische Figuren in klaren Farben. Die aus bürgerlichen Verhältnissen stammende Polin verbringt ihre Kindheit in Warschau und wird ab 1912 in einem Schweizer Internat in Lausanne erzogen. Sie heiratet 1916 als 18-Jährige den erfolgreichen polnischen Anwalt Tadeuz Lempicki mit dem sie in St. Petersburg lebt. Nach der Oktoberrevolution 1917 wird ihr Ehemann verhaftet, Tamara flüchtet nach Kopenhagen wohin er ihr nach seiner Freilassung folgt. Gemeinsam gehen sie 1918 nach Paris ins Exil. Dem Grafen gelingt es in der fremden Umgebung nicht, seinem Beruf nachzugehen und seine Frau zu erhalten und so beschließt sie aus wirtschaftlicher Notwendigkeit - wie sie immer wieder selber sagt - ihre Passion für die Malerei zum Beruf zu machen. Sie wird in der Folge zur Salonlöwin und Femme Fatale des Art Déco und erlebt zahlreiche Affären, gleichermaßen mit Männern und Frauen aus der gleißenden Zwischenwelt von Großbürgern, Adel und Aufsteigern.

1925, mit der ersten Art Déco-Ausstellung in Paris, wird der "Style moderne" zur beherrschenden Tendenz in Kunst, Mode und Industriedesign und Tamara de Lempicka berühmt und anerkannt. Sie verkörpert mit ihren klinisch sauberen Stillleben in Person und Werk in den 1920-er Jahren Life Style und Flair des Art Déco auf eine unverwechselbare Weise. Die elegant-plumpe Formensprache der Lempicka verschmilzt im Bild die dekorativen Idealfiguren mit einer sachlichen Umgebung.

Was mich als Adelsforscher besonders interessiert sind die Aufklärung der verwirrenden Angaben über den Adelsstand von Tamaras beiden Ehemännern. Die Adelstitel sind in wirren Variationen auf den Wänden der Ausstellung zu lesen. Rechtschreibfehler in diesen Wandschriften geben zusätzlich Zeugnis von einer lieblosen Vorbereitung der Ausstellung.

Hier die ersten Ergebnisse meiner genealogischen Untersuchung:

Der Anwalt Tadeuz Lempicki stammt offensichtlich aus einer polnischen Adelsfamilie, die der Schlachta [niedriger Polnischer Adel von mhd. geslaht, Geschlecht] angehört. Wobei Prädikate wie "von" oder "de" bei polnischen Adelsnamen nicht geschrieben werden. Das Geschlecht der Lempicki hat (im Gegensatz zu den Wandschriften der Ausstellung) weder Freiherrn (Barone) noch Grafen hervor gebracht. Es gibt aber auch zahlreiche polnische Familien mit dem Namen Lempicki, die nicht dem Adelsstand angehören, was zu (oft gewollten) Verwechslungen Anlass gibt.

Bei der Familie ihres zweiten Mannes Raul Kuffner sieht es ähnlich aus, es gibt im Geschlecht der Kuffner weder Barone noch Grafen. Als 1933 Tamara und Raul Kuffner heiraten ist er kein "von" mehr, denn inzwischen sind alle Adelsprädikate auf dem ehemaligen Gebiet der k.u.k. Monarchie längst abgeschafft. 1939 fliehen Tamara und Raul Kuffner, wegen seiner jüdischen Abstammung, vor den Nazis in die USA. Dort kann sie als Malerin nicht mehr Fuß fassen. 1980 verstirbt die Diva, zurückgezogen im mexikanischen Ferienort Cuernavaca.

Auf jeden Fall handelt es sich bei der Familie Kuffner um eine steinreiche Industriellenfamilie. Die jüdische Bierbrauerdynastie ist in Lundenvurg (Breclav) beheimateten, erwirbt 1850 aus einer Konkursmasse die Ottakringer Brauerei und wird damit reich. Moritz Kuffner gründet 1884 die nach im benannte Sternwarte, 1900 wird er in den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens gewählt und später von Kaiser Franz Joseph mit einem "Edler von" nobilitiert. 1938 wird der umfangreiche Besitz der Familie von der GESTAPO beschlagnahmt und der "Arisierung" zugeführt. Moritz Kuffner emigriert mit seine Familie nach Zürich und stirbt dort ein Jahr später.

20. Oktober 2004: Interaktives Lernen

GoetheDie Entwicklung einer geschlossene Methodensammlung ist abgeschlossen, mit der man einen voll automatischen Trainer für Rechtschreibung und andere Bildungsaufgaben entwickeln kann. Im Zentrum steht dabei das Lernen mit neuen Medien unter Anwendung ihrer dynamischen Interaktivität.

Wie bei jedem WBT (Web Based Training) kann auch dieses Lernsystem vom Lernenden zeitlich und räumlich flexibel genutzt werden. Er steht nicht in persönlichem Kontakt mit dem Lehrenden, kann sich mit ihm aber jederzeit über E-Mail in Verbindung setzen. Die Lerneinheiten werden nicht auf einem Datenträger verfügbar gemacht, sondern von einem Webserver über das Internets abgerufen. Änderungen an den Lerninhalten oder Erweiterungen können von allen Lernenden bei ihrer nächsten Sitzung benutzt werden.

Derzeit stehen drei Methodenklassen zur Verfügung:
Der E-Lochtext ist ein Lernsystem das Prüfungstexte mit Lochmasken aufbereitet, zum Test anbietet und auflöst. Es ist praktisch für alle Gegenstände einsetzbar.
Der E-Beistrich ist ein Lernsystem, mit dem Beistriche gesetzt, die Lösung eingeblendet und Regeln abgerufen werden können.
Der E-Flying-Text ist ein dynamisches Lernsystem, das die Zuordnung von Begriffen mit der Maus ermöglicht und einen integrierten Tester besitzt.
Unser Avatar ist eine künstliche Person - der grafische Stellvertreter eines freundlichen Tutors in der virtuellen Lernwelt. Er ist ein bewegter, dreidimensionaler Kopf, der den persönlichen Mutmacher des Lernenden dargestellt.

Die Ergänzung durch einen Vokabeltrainer für die Sprachen Deutsch-Englisch-Französisch-Spanisch und Lerneinheiten für Gotisch-Deutsch stehen noch aus und die Dynamic-HTML Software dafür ist in Entwicklung.

14. Oktober 2004: Computervirologie

MedizinprojektIn systematischen Tests mit fehlerhaften HTML-Seiten stellt man fest, dass man praktisch mit allen Browsern Buffer Overflows, Speicherzugriffsverletzungen und Abstürze produzieren kann. Ausgenommen von diesem Fehlverhalten ist lediglich der Internet Explorer. Offensichtlich ist der Microsoft-Browser immer wieder Infektionen durch Viren, Würmer und Trojanische Pferde ausgesetzt, weshalb er ein besseres Immunsystem besitzt und diesen Angriffen gewachsen ist.

Ein von Michael Zalewski entwickeltes Werkzeug erzeugt einen HTML-Code, der dann mit verschiedenen Browsern darzustellen ist. Diese Online-Demo verwendete dazu einfache HTML Codes, ohne Scripte und Stylesheets.

Während der Microsofts Internet Explorer diese Tests ohne gesundheitliche Schäden übersteht, haben die Alternativ-Browser wie Mozilla, Netscape, Firefox, Opera, Lynx und Links ihre liebe Not mit dem tückischen Code. Sie zeigen pathologische Symptome wie Buffer Overflow, Speicherzugriffsverletzungen, minutenlanges Koma oder begehen gleich Selbstmord. Wer das selbst testen will, für den stehen Codes wie Mozilla-Killer, Firefox-Shocks und Opera-Murderer bereit.

Diese Probleme verstärken sich noch erheblich, wenn etwa JavaScript zur Dynamisierung eingesetzt werden soll. Die Verarbeitungszeiten liegen bei den Exoten oft über dem Fünffachen und im gleichen Ausmaß steigt auch die Selbstmordrate der Browser.

Firefox geht bei verschiedenen Virentest in Punkto als klarer Sieger hervor. Allerdings liegt dies weniger an den fehlenden Sicherheitslücken, sondern an der geringeren Verbreitung dieses Browsers, weshalb er aus virologischer Sicht derzeit nicht zum Träger einer Seuche werden kann. Diese Tests sagen allerdings nichts über die tatsächliche Sicherheit der Browser aus, sondern nur etwas über die Infektionsgefahr. Und jeder, der zum Firefox flüchtet nimmt, entsprechend den Gesetzmäßigkeiten der Computervirologie, ein bisschen vom Pesthauch mit hinüber.

Seuchen werden auch im Internet kaskadenförmig verbreitet, dass hier Spezies mit mehr als 90 Prozent Anteil (Internet Explorer) an der Gesamtpopulation mehr betroffen sind als solche von unter drei Prozent liegt auf der Hand. Allein dieser Aspekt verhindert (derzeit!) den Ausbruch von Seuchenzügen für Mozilla, Firefox, Opera & Co.

Sollte der Marktanteil dieser Browser-Exoten erheblich anwachsen, dann ergibt sich durch deren klägliche Sicherheit und geringe Virenresistenz ein düsteres Bild für deren wahren Erfolg. Microsoft wird sicher auch in Zukunft weder die beste noch die innovativste Software haben, hat aber jetzt schon die in der Alltagspraxis am besten getestete.

7. Oktober 2004

Projektgestaltung als HerausforderungElfriede Jelinek wurde heute der Nobelpreis für Literatur verliehen. Die von Hass gegen ihr Heimatland zerfressene Frau empfindet angeblich ob ihrer Auszeichnung "mehr Verzweiflung als Freude" und fühlt sich außerdem bedroht.

Ihr mit Feindseligkeit erfüllter Populismus gegen die Zustände in Österreich versteht es durch Dramatisierung der Lage die Gunst der Literaturindustrie und des Nobelkomitees zu gewinnen. Sie unterwirft ihre großartige Sprache der brutalen Hetze gegen das heimatliche Establishment und ist dadurch zur Nobelpreisträgerin und folglich selbst zur absoluten Ikone des Establishments vereinnahmt worden.

Zur eigentlichen Verleihung wird die Verbitterte nicht nach Stockholm fahren, da sie sich "im Moment Menschen nicht aussetzen" kann.

Heute bekennt sich auch der Chor der (bundesdeutschen) Ministerpräsidenten nach einigem Hin und Her doch zur aktuellen (deutschen) Rechtschreibung, fordert aber Verbesserung und meint Verwässerung. Eine herbe Enttäuschung für Elfriede Jelinek, die sich aufgebracht für die veraltete Form der Verschriftlichung unserer Sprache einsetzt.

4. Oktober 2004: Bella Napoli

Reise zu den UrsprüngenMeine Pilgerreise zu den Hängen des Vesuvs war eine kurze Flucht aus dem Oktoberwetter Mitteleuropas und führte mich hinein in das Getümmel von Neapel. Heute bin ich wieder zurück gekommen und beginne damit, die Tagebucheinträge auszuformulieren.

27. September 2004: Silentium

Actoids PilgerreisenHeute die neueste Wolfgang Haas Verfilmung Silentium gesehen: Zwei Ehrfurcht gebietende Institutionen infiltrieren die Stadt Salzburg mit dem Bösen: Die katholische Kirche und die Salzburger Festspiele. Privatdetektiv Brenner - gespielt von Josef Hader - bekämpft mit stoischer Miene alle Finsterlinge bis die sich schließlich selbst zur Strecke bringen, soweit sie nicht im Schutz der Obrigkeit ihr schändliches Tun fortsetzen können. Das abstruse Spiel von Leben, Lust und Leichen findet sich in einem zur Düsternis abgedunkelten Salzburg. Der Undank aller Befreiten ist dem Brenner sicher und er entkommt im Sonnenschein über grüne Wiesen nach Linz.

26. September 2004: Steinalm

Am Morgen breche ich von Saalfelden zur Steinalm auf, um die Natur zu genießen und ein wenig Volksmusik zu hören.

Ein Güterweg führt von Bachwinkel am Schloss Lichtenberg (950m) vorbei zu einer Brücke, wo man das Auto abstellen kann. Von hier aus geht es steil über den Fuß des Steinernen Meeres auf einem gut ausgebauten Weg hinauf zur Steinalm. Es öffnen sich herrliche Fernblicke hinunter ins Tal und auf die weiß überzuckerten Gipfel rund herum. Schnell aber schweißtreibend bin ich in weniger als einer Stunde auf der Steinalm (1268m). Irgendwie habe ich mich verschätzt und bin viel zu früh da, hole mir einen Kaffee und lege hin und wieder ein paar Scheite in den weißen Sparherd aus den 1960-er Jahren, der das Salettl wärmt. Als ich bereits ein gute Stunde da sitze, trifft auch der Gruber Zwoagsong ein, ein Südtiroler Schilehrer in Begleitung seiner Frau und beginnt uns mit Volksmusik und abgestanden Witzen zu unterhalten. In dem engen Holzhaus entsteht ein merkwürdiges Gemisch gutturaler Sprachsplitter durch ein Dutzend einheimische Pinzgauer, die beiden Südtiroler Musikanten und vier Holländer, die dann weiter auf die Wiechenthaler Hütte wollen.

Auch der Vorplatz zur Alm hat sich inzwischen mit Ausflüglern gefüllt, die zum "Musi losen" gekommen sind. Schließlich breche ich wieder auf, habe ich doch heute noch einiges auf dem Programm. Auf halbem Weg zweigt der Weg zur Felsen-Einsiedelei St. Georg ab. "Nur für Geübte" steht da und so steige ich auf einem steilen, mit Seilen versicherten Weg, hinunter zur "einzigen bewohnten Felsenklause Europas" - 1664 hatte sich dort der erste Eremit niedergelassen. Die weiß gekalkte Klause (1004m) schmiegt sich in eine Felsritze und ist vom ganzen Tal aus zu sehen. Ich bin hier ganz alleine, alle Türen stehen offen, doch vom Klausner keine Spur. Nach einer kurzen Besichtigung geht es weiter ins Tal, vorbei am abgeriegelten Schloss Lichtenberg zur Bundesstraße, wo ich abgeholt werde.

24. September 2004: Saalfelden

Reise zu den UrsprüngenUnterbringung in einem Gasthof direkt im Stadtzentrum von Saalfelden, den es seit 1656 gibt. Unser kleines Zimmer ist mit Bauermöbel einrichtet und hat eine reizende Holzveranda. Also besorge ich eine Flasche Rotwein und eine Kerze, um hier die wenigen Tage aufs Angenehmste verbringen zu können.

20. September 2004: Burg Kreuzenstein

Ein Besuch auf der romantischen Burg Kreuzenstein, nordwestlich von Wien. Eine interessante Führung durch Kitsch und Kunst eines gräflichen Kohlegrubenmillionärs und Tausendsassas, der das Gemäuer im 19. Jahrhundert aus einer Ruine wieder aufgebaut und mit seinem Sammelsurium von alten Bauelementen, Möbel, Küchengeräten und Waffen angefüllt hat. Dann in dem einfachen Gasthaus am Eingang zur Burg in der Sonne, die grünen Wälder unter uns und das silberne Band der Donau in der Ferne. Hin und zurück mit einem nostalgischen Autobus aus den 1960er Jahren - erstaunlich, was man den Fahrgästen damals zugemutet hat. In Wien Mitte gibt es eine Buchhandlung die auch am Sonntag geöffnet hat, in der besorgen wir noch einige Romane.

18. September 2004: HTML Methoden

ActoidStrukturiere die Einbindung der inzwischen über 120 DHTML Methoden und lektoriere die Kurzbeschreibungen. Die Scripts habe ich in sieben Gruppen eingeteilt: Grafik, Passwort, Shopping, System, Tabelle, Text und Werkbank. (Dazu kommen noch einmal weit über 100 nicht katalogisierte Methoden der zweiten Art und einige Codeschnipsel.) Alle Implementierungen sind auf den verschiedenen Browsern getestet und es bleibt dabei: einige der wichtigsten Implementierungen (praktisch alle Tabellen-Filter) nur auf dem Internet Explorer zum Ablauf zu bringen und nicht auf Netscape, Mozilla, Firefox und Opera. Opera begeht bei der Ausführung von JavaScripts sogar hin und wieder einen Selbstmord.

13. September 2004: Der Datums-Rotor

ZeitläufeHeute früh den Datums-Rotor samt Testumgebung gebaut, noch im Morgenmantel von meinem Scriptorium, dem Arbeitspult mit dem Notebook. Eine gute Stunde Entwicklungs- und Testzeit und am Ende gerade fünf Zeilen JavaScript sind genug dafür. Der Datums-Rotor schaltet alle jene Angebote automatisch um, die einer zeitlichen Beschränkung unterliegen. So gibt es Angebote, die nur während eines bestimmten Kalendermonats gelten: Betritt man die Seite eine Minute vor Ultimo, dann sind andere Angebote vorhanden als einige Minuten nach Mitternacht.

10. September 2004: Automatisierung von Geschäftsmodellen über das Internet

Na so was!Es geht heute immer mehr darum, betriebliche Geschäftsmodelle geeignet über Internet-Applikationen abzubilden. Gerade das Re-Design bietet dafür eine entscheidende Chance.

Die Grundlage der Automatisierung der Geschäftsprozesse bildet eine Datenbasis, die sämtliche relevanten Informationen wie Aufgaben, Aufgabenträger, Daten und Prozessmodelle enthält. Aufbauend darauf kann man bestimmte Aufgaben unkomplizierte und verständlich automatisieren.

Geschäftsprozesse wie Bestellung und Auskunftssystem in Form von Filterung und Sortierung der Produktkataloge sind gerade über Kunden orientierte Internet-Lösungen ohne weiteres automatisierbar.

7. September 2004: Re-Design

KunstprojektRe-Design oder eigentlich Re-Engineering ist ein Entwicklungsprozess bei dem aus einem bestehendem System heraus ein neues geschaffen wird. Eine Vorgehensweise, die etwa in der Autoindustrie mit Erfolg angewandt wird: Mit vorhandenen Basistechniken wie Motoren, Lenktechnik und Innenausstattung wird ein Produkt mit neuem Zuschnitt gestaltet. Ähnlich ist das auch in der Informationstechnologie: Mit vorhandenen Inhalten, Datenbanksystemen und Darstellungstechniken können funktionelle Informationssysteme neu gestaltet werden.

Softwaresysteme verlieren leider mit zunehmendem Alter ihre Form, wirken abgelebt und werden immer schlechter wartbar. Dieses Senilitätsprinzip gilt natürlich auch für Homepages. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass Implementierungen im Laufe der Zeit zunehmend degenerieren, da es schwierig ist, während des gesamten Lebenszyklus Änderungen vorzunehmen und dabei nicht von der ursprünglich vorgegebenen Architektur abzuweichen.

Modernere Informationskonzepte, neue Technologien, geänderte Laufzeitumgebungen und wechselnde Personen in der Entwicklung sind die Hauptgründe dafür, dass Informationssystem mit der Zeit vergreisen.

Daher müssen auch Informationssysteme von Zeit zu Zeit erneuert werden. Besonders gilt das, wenn sie die Schnittstellen zum Kunden herstellen, wie etwa bei betrieblichen Homepages. Daher geht es beim Re-Design nicht (oder zumindest nicht nur) um die Neugestaltung an sich, sondern ganzheitlicher um die verbesserte Unterstützung der Geschäftsprozesse.

5. September 2004: Die Liturgie des Weines

WeinbergeIn der katholischen Kirche ist Wein seit zwei Jahrtausenden Teil der Liturgie. Und seit alters her wird Wein nur in katholischen Ländern kultiviert. Im 20. Jahrhundert haben sich die Weinanbaugebiete auch in protestantische und muslimische Länder ausgebreitet, denn der Wein ist durch moderne Transportsysteme zu einer Ware geworden (manchmal auch dazu verkommen), die nicht mehr dort erzeugt werden muss, wo sie verbraucht wird.

In den katholischen Ländern hat Wein für alle Zeiten ein Stück Liturgie an sich gezogen. Als Kulturgut ist Wein kein eindimensionales Lebens- oder Genussmittel. Er muss in der ganzen Komplexität seiner räumlichen Verbreitung, seiner funktionalen Vielfalt und seiner Verwurzelung in der Geschichte des Landes verstanden werden.

Bei kollektiven Ritualen fungiert der Wein als Instrument einer religiösen und profanen Liturgie. Unzählige Gedächtnisriten - religiöse Feierlichkeiten, geschäftliche Abschlüsse, Familienfeste, aber auch stille Abende - werden mit Wein vollzogen.

Das Fundament der liturgische Darbietung gilt auch bei der Ausstellung und dem Angebot von Wein im Internet. Die edle Herkunft des Weins richtet sich nach Sorte, Jahrgang und Herkunft. Im Internet neben dem Preis die wichtigste Auskunft. Geruchs- und Geschmacks- und Farbproben sind im Internet nicht möglich.

2. September 2004: Die Methodenbibliothek

MediendesignEine der brisantesten Lücken in meiner Bibliothek von Dynamic HTML Scripts konnte ich nunmehr schließen: Eine Sammlung von Lösungen zur Textverarbeitung ist fertig gestellt. Es geht hier um auf- und wegklappen von Textpassagen in einer Site, um das Suchen nach Wörtern und Wortgruppen auf einer Site und das Markieren von Textelementen. Außerdem um die Erstellung von Inhaltsverzeichnissen on-the-fly.

Die in der Methodenbibliothek vorhandenen Funktionen senken nicht nur den Entwicklungsaufwand für die Projekte, sondern auch deren Risiko. Damit verfüge ich eine Entwicklungsumgebung, die sich an den Bedürfnissen der Projekte orientiert. Diese Methoden sind für die Dynamik hinter den Kulissen verantwortlich. Sie ermöglichen beispielsweise, dass die Daten einer Tabelle gefiltert oder sortiert werden können oder Bestellvorgänge automatisiert ablaufen. Das Alles ist nur dank komplexer Technologie im Hintergrund möglich. Denn diese Internet-Lösungen erfordern Datenbankabfragen, Regel basierte Systeme, die dynamische Ausgabe von Inhalten und eine integrierte Benutzerverwaltung. DHTML ist genau für diesen verborgenen Teil des Webs konzipiert.

1. September 2004

Actoids PilgerreisenIch sitze seit kurz nach sechs Uhr früh in der Veranda bei einer Schale Tee und lese in den spärlich notieren Memoiren der sozialistischen Architektin Schütte-Lihotzky. Um sieben läutet es an der Gartentüre und der Briefträger bringt ein dickes Bücherpaket mit den vor zwei Tagen bestellten Romanen und der neuesten Ausgabe des Duden. Als Erstes beginne ich mit dem dottergelben Buch, das trotz der Aufpäppelung durch tausende Austriazismen immer noch ziemlich bundesdeutsch geblieben ist. Der Anspruch dieses klassische Nachschlagewerk "benutzerfreundlich" (also angenehm benutzbar und freundlich) zu gestalten muss man ehrlich als gelungen anerkennen, er ist zweckmäßig und konsequent umgesetzt.

Ein herrlicher Spätsommertag kündigt sich an. Der erste der Zwetschgenbäume in unserem Garten ist bereits abgeerntet und ich genieße seine letzen Früchte. Die Sommerblüher in der Veranda haben in den letzen Monaten ihr Bestes gegeben, sind nun abgeblüht und müssen erneuert werden.

Endlich komme ich dazu, die Ereignisse der beiden letzen Monate aus meinem Tagebuch in das Werkbuch zu übertragen und ins Netz zu stellen.

 

30. August 2004: Der Zebrasort

    Das JavaScript für den Zebrasort heute fertig geworden. Es haucht wie die Filtermaschine einer ganz gewöhnliche HTML-Tabelle Leben ein. Erst einmal wird die Kopfzeile in einer besonderen Farbe dargestellt. Die Zeilen werden dann abwechseln hell/dunkel gefärbt wie ein Zebra. Klickt man eine der Spaltenüberschriften an, dann wird die Tabelle nach den Wörtern oder Zahlen in dieser Spalte lexikalisch gereiht. Und das alles voll automatisch, ohne irgend etwas in oder für diese Tabelle in HTML zusätzlich angeben zu müssen.

28. August 2004

Schi fahrenEine Fete Blanche im Restaurant S'Gwölb in Ebreichsdorf. An den Tischen nur weiß gekleidete Gäste, wie auf einem Foto von einem Sommerfest aus einer längst vergangenen Zeit. Sabine und Flo begleiten den Abend mit ihrer Musik. Zum zum 1000-sten Mal von Sabines "Son of a preacherman" begeistert.

25. August 2004

WebdesignWiederum den ganzen Tag mit den DHTML Algorithmen experimentiert. Ich bin immer mehr fasziniert von den ungeahnten Möglichkeiten der dynamischen Umformung von HTML Dokumenten. Die Verbindung von der Gestaltbarkeit von klarem Layout und der (fast) unbegrenzten Funktionalität sind einfach faszinierend.

21. August 2004: AktiveX

MediendesignIch habe die wichtigsten Sortier- und Filterprogrammen probehalber in ActiveX re-implementiert und in wenigen Tagen eine geschlossene Methodenbibliothek unter dieser Technologie zum Laufen gebracht. Auch wenn ActiveX™ ein proprietäres Microsoft-Produkt ist und unter den so genannten Insidern einen noch schlechteren Ruf hat als JavaScript: Funktionalität und Effizienz sind berauschend.

18. August 2004: Dynamic HTML

Auge blauLerne nochmals JavaScript, diesmal systematisch im Zusammenspiel mit DHTML (Dynamic HTML). Ich sehe JavaScript nicht mehr als 08/15 Programmiersprache die man durch Trial & Error erlernen sollte. Außerdem habe ich meinen Studierplatz in der Sonne im Stadtbad auf meiner mit blauen Tüchern belegten Pritsche unter einer der dürftigen Palmen eingerichtet.

Besonders die Verbindung von DOM (Document Object Model), JavaScript und CSS mit dem guten alten HTML bringt eine unglaubliche Belebung in die Web-Sites. Mit DHTML Technik kann man mehr als nur Zappelbilder auf den Bildschirm bringen. Sie ist auch die unverzichtbare Basis für dynamische Web-Produkte im Bereich von betrieblichen oder lehrhaften Informationssystemen. Die Effizienz solcher Lösungen beruht nicht zuletzt darauf, dass alle Auswertungen alleine auf dem Client durchgeführt werden, ohne Netz oder Server. Dadurch lassen sich Übertragungszeiten und -volumina in erheblichem Ausmaß einsparen.

DHTML liefert innovative Eigenschaften für Browser wie dem Internet Explorer, die Inhalte in HTML-Dokumenten dynamisch wechseln und mit dem Benutzer interagieren können. Durch DHTML können Spezialeffekte auf Web-Sites bereit gestellt, ohne immer wieder auf Programme auf dem Server zurückgreifen zu müssen.

Besonders der Objekt-Begriff und die Ereignissteuerung in diesem Umfeld haben es mit angetan, gibt es doch in meiner Muttersprache FORTRAN keines dieser Konstrukte. Bei Objekten (objects) heißen die Variablen "Eigenschaften" und die Funktionen "Methoden", eine "Klasse" ist der Bauplan für ein Objekt. Der Vorgang der Objekterstellung heißt "Instanzierung". Ein "Konstruktor" ist die Funktion, die für die Konstruktion des Objekts zuständig ist.

Ereignisse (events) aus der Umwelt Website können über bestimmte Sinnesorgane erfasst werden und eine fast beliebige Betriebsamkeit auslösen. Typische Web-Ereignisse sind die Bewegung der Maus, das Anklicken eines Element, das Drücken einer Taste auf der Tastatur, die Fertigmeldung des Ladevorgangs eines Bildes oder ein das Auftreten eines JavaScript-Fehlers. Alles das sind Ereignisse, die eine JavaScript Verarbeitung auszulösen vermögen.

Ereignis-Behandler (event handler) sind das Nervensystem einer Website. Sie benachrichtigen Funktionen, was um um die Site herum vorgeht, so dass sie darauf mehr oder weniger sinnvoll reagieren kann. Mit der Ereignis-Steuerung von DHTML steht ein flexibles Instrument für die Interaktion mit dem Benutzer und für die Steuerung von Prozessen zur Verfügung. Durch sie können benutzerfreundliche Oberflächen von Web-Produkten gestaltet werden. Ereignisse (events) mit ...

Ad-hoc (on-the-fly) Techniken steuern die Abänderung von Sites in Gestalt und/oder Inhalt. Sie erlaubt das direkte Erzeugen und Schreiben der Daten auf den Bildschirm ohne jegliche Zwischenspeicherung. Dadurch können automatisch Inhaltsverzeichnisse ergänzt, untergeordneten Artikel oder Tabellenzeilen weggeklappt, Bilder oder Tabellendaten verändert werden.

15. August 2004

WeinbergeMittags in die Wachau, um an der Donau zu picknicken und den Sommertag zu genießen. Bei Melk findet sich ein idealer Platz am Ufer, um all die Köstlichkeiten auf einer Steinplatte aufzubauen, die wir mitgebracht haben. Den Abschluss bildet ein Glas Rotwein, schließlich ist es bereits nach 15h. Anschließend besuchen wird die packende Ausstellung über Pyramiden in der herrlichen Schallaburg. Am Abend sind wird bei Freunden in Haitzendorf bei Krems zum Sommerfest eingeladen.

13. August 2004

Die Lust des HerunterlesensAus Deutschland gibt es endlich wieder einmal eine positiv Meldung. Für einen Wort-Wettbewerb wurde das Wort Mösenstövchen eingereicht. Ein Mösenstövchen meint die Sitzheizung eines Autos, das von einer Frau gelenkt wird.

11. August 2004

Reise zu den UrsprüngenDie Heimreise aus dem Salzkammergut ist eine Fahrt durch die geliebte Landschaft des Alpenvorlands. Es geht ohne einen Kilometer Autobahn durch die Täler der Krems, Steyr, Enns und Ybbs. Ein kurzer Halt am Hauptplatz von Weyer und etwas Zeit in den romantischen Gassen von Waidhofen an der Ybbs. 

10. August 2004

Actoids PilgerreisenPauli wurde heute Morgen tot im Bett aufgefunden. Er hatte in dem Erholungsheim eine seiner Herzattacken erlitten und ist noch nicht einmal 40-jährig daran gestorben. Letzten Sommer hatte ihn Christina reanimiert, als er nach einer Herzattacke am Frühstückstisch zusammengebrochen war. Zu seinem Glück, war er damals mit einer Ärztin liiert.

Genau vor einer Woche habe ich das letzte SMS von ihm bekommen:
"Du das darf wirklich nicht wahr sein! Jetzt habe ich total hübsche Frau und eine geile Schlampe nach der anderen spricht mich an! Schönen Urlaub. L. G. Pauli"

9. August 2004

Reise zu den UrsprüngenVormittags in Gmunden bummeln, Kleinigkeiten einkaufen, Kaffee trinken, eine Rundfahrt mit dem Schiff machen. Nachmittags baden und faulenzen an "Der Riviera vom Traunsee", direkt vor unserem Gasthof. Das Abendessen nehmen wir in unserem Gastgarten ein und dann noch auf zwei kleine Bier in die Nobelbar zum Blauen Affen in der Stadt.

8. August 2004

Am Vormittag besteige ich den Loser mit einer bockigen Begleiterin einige hundert Meter hinter mir. Doch nach einigen psychologischen Hürden ist endlich der Gipfel erreicht. Nun liegen Altaussee und der dunkle See mit seinen grünen Ufern haben wir nun zu unseren Füßen.

Nach der kleinen Tour erfolgt die Übersiedlung nach Gmunden, zum Glück gibt es nun doch im Gasthof Ramsau ein Zimmer - geräumig und mit einer riesigen Terrasse zum See hin. Der Urlaub kann nun seinen angenehmen Abschluss finden.

7. August 2004

Wir verbringen einen bezaubernden Tag in Bad Ischl. Beim Zauner auf der Esplanade essen wir wundervolle Eisbecher, treffen eine Bekannte aus Mödling, die in Bad Aussee ein Holzhaus besitzt. Anschließend kaufe ich mir auf dem Flohmarkt eine alte weiße Leinenjacke, die genau zu einer Hose pass, die ich seit Jahren besitze. Schließlich bummeln wir noch den ganzen Nachmittag durch Läden und Buchhandlungen.

6. August 2004

Auge rotHerrliches Sommerwetter. Nach einem reichlichen Frühstück den Grundlsee entlang nach Gössl und zu Fuß zur Fischerhütte, mit der motorisierten Zille über den Toplitzsee zum Kammersee und zum so genannten Traun-Ursprung, einem Wasserfall aus einer steiler Felsenklippe. Beim Friseur in Bad Aussee so wenig bezahlt wie noch nie, im Café Lewandofsky. Nach einigen Umwegen zum Sommersbergsee und ein Stück Fußweg in Richtung Sarstein, nach der Rückkehr noch ein Sonnenbad am Grundlsee bis es zu regnen beginnt. Um 17h ins Hotel duschen und zum Konzert umziehen.

Abends haben wird dann Schwierigkeiten ein passendes Lokal zu finden. Entweder das Lokal ist enorm teuer oder, wenn der Preis stimmt, ist das Lokal grindig bis unappetitlich. Schließlich entscheiden wir uns für ein Paar Würstel und ein kleines Eis mit Schlag als Ersatz für das Abendessen.

Anschließend besuchen wir das Konzert im Kurhaus. Der erste Teil wird von der Singerd Tanzlmusi bestritten, die Volksmusik grandios darbietet. Die Höhepunkte sind Irish Steirisch (sprich: eirisch-steirisch) und die Stücke mit Synkopen paschen.

Den zweiten Teil bestreitet die Mozartband aus Wien, die einige Mozartthemen- und Arien fast unerkennbar in ihr Rock-Gedudel eingebaut hat. Das Akkordeon verdrängt mit seiner Lautstärke und Aufdringlichkeit alles andere.

Anschließend noch in Heikes Bierlokal, wo wir mit leerem Magen zwei köstliche Gläser Trumer-Bier genießen.

5. August 2004

Wir sind für das herrliche Wetter und das Frühstück viel zu spät aufgestanden und gibt nur noch Reste. Als Erstes nach Altaussee den Wiesenweg den See entlang und die Villen am See bewundern, Kaffee trinken im Café Maislinger. Weiter nach Goisern um ein Dirndl in kaufen und grüne Socken für mich, am Marktplatz Cola trinken und Leute beobachten.

Endlich zum Baden im Hallstätter See und weiter über den Gosauzwang nach Gosau, um den Gosausee wandern, Baumstümpfe bewundern die 1910 abgefault sind, als hier das erste Kraftwerk gebaut wurde.

Beim Steegwirt ein köstliches Abendessen auf der neuen Holzterrasse direkt neben der Traun. Wieder zurück durch Hallstatt, Obertraun und den unglaublich (23 %) steilen Koppenpass nach Bad Aussee einem Alfa Romeo (und dem Alphamännchen im Cockpit) davongefahren. Zum Umziehen kurz ins Hotel und weiter nach Grundlsee zum ländlichen Kurkonzert im Seepavillon. Fast alle Besucher sind in Dirndl und Lederhose, doch die meisten von ihnen sind perfekt verkleidete Bundesdeutsche.

4. August 2004

Reise zu den UrsprüngenEndlich scheint das Wetter schön zu werden, eineinhalb Urlaubswochen haben wir auf den Start ins Salzkammergut gewartet. Gegen Mittag fahren wir dann endlich los zu den Flüssen und Seen zwischen den Bergen. Es geht bei herrlichem Sonnenschein über den Semmering und die S6 nach Bad Aussee.

Unsere Unterkunft ist in einem einfachen Gasthof, zwischen Traun und der Straße nach Grundlsee. Direkt neben dem Gasthof ist ein Campingplatz, dessen Bewohner den Schanigarten vor der Wirtsstube bevölkern. Nach dem Ausräumen einen Bummel in Bad Aussee, das schon bessere Zeiten gesehen hat und im Grunde mehr ärmlich als abgelegen wirkt und gar nicht den Eindruck einer Bezirkshauptstadt machen will.

Dann rasch noch am Grundlsee vorbei nach Gössl, wo wir ein Stück im See das Ufer entlang gehen. Abendessen in den Grillstuben, einer Kaschemme an der Traun in der vor allem Arbeiter verkehren, die hier in der Gegend eingesetzt sind.

3. August 2004

FarbkreisDas gesamte Farbkonzept für den Internetauftritt den aktuellen Projekts nochmals überarbeitet und alle Bedienelemente für die dynamischen Objekte auf dunkeltürkis umgestellt, da man darauf schwarze und weiße Texte fast gleich gut lesen kann. 

 

31. Juli 2004

Schreiben als LeidenschaftSchreibe einen kritischen Leserbrief an die Herausgeber der deutschen Übersetzungen der Jakob Nielsens Alertbox. Thema ist, dass die veröffentlichten Übersetzungen zwar dem Deutschen sehr ähnlich sind, doch oft sie keinen Sinn ergeben. Ich frage was zum Beispiel soll der folgende Satz aussagen soll: "Große Computer können zwar entfremdend sein, aber im Allgemeinen führt ihre Entwicklung zu einer besseren Benutzerpraxis." Die inhaltsleere Antwort erhalte ich einige Tage später.

25. Juli 2004

KontaktWie jedes Jahr begehen wir am 25. Juli den Festtag unseres Namenspatrons, des heiligen Jakob des Älteren. Dieses Jahr fällt der Sankt Jakobstag auf einen Sonntag, deshalb ist das Jahr 2004 wieder ein Heiliges Jahr. Am Abend koche und grille ich ich für über 20 Gäste.

Am Vortag auf dem Naschmarkt um Jakobsmuscheln zu kaufen, doch der Laden hat zu. Kaufe dann in einem Gastronomie Supermarkt die drei Kilo Jakobsmuscheln für das Fest.

23. Juli 2004

Actoids MuseumGenieße am Abend im Römersteinbruch von St. Margarethen mit 4200 anderen Besuchern das Opernspektakel Aida. Aufwändige Inszenierung, gigantische Bühnenbilder, vierhundert Darsteller, behäbige Elefanten, riesige Wagengespanne und flitzende Streitwagen, ein grandioses Feuerwerk leitet die Pause ein.

Zum Schluss dann ein Parkplatz in einer riesige Staubwolke gehüllt, Hustenanfälle und in eine Automasse eingeklemmt durch die engen Ortsdurchfahrten.

21. Juli 2004: Die Filtermaschine

MediendesignStelle die DHTML Implementierung der Filtermaschine und den zentralen Sortieralgorithmus fertig und baue sie in den Prototyp des aktuellen Projekts ein. Das Ziel der Filtermaschine ist es, ein sicheres, schnelles, schlankes und einfach zu benutzendes Filtersystem zu entwickeln, das am Client abläuft und interaktiv bedient werden kann.

Durch die Faltung einer ganz normalen HTML-Tabelle können Gruppen von Objekten durch den Benutzer aus- und wieder eingeblendet werden. Die Faltung der Tabelle bezieht sich auf die wechselnde Sichtbarkeit der einzelnen Tabellenzeilen.

Mit der Filtermaschine steht eine besondere Datentechnik zur Verfügung, die es dem Benutzer erlaubt in Windeseile über beliebige Kriterien eine Datensammlung zu selektieren. Dabei können neben fest eingestellten Suchabläufen auch individuelle Filterstrategien benutzt werden.

Bei der Entwicklung der Filtermaschine wurde äußerste Sorgfalt auf eine einfache Einsetzbarkeit in der Praxis ohne Notwendigkeit der Einarbeitung des Benutzers gelegt. Die Einfachheit der Bedienung und die Effizienz sind erstaunlich.

Somit ist die Möglichkeit gegeben, die in der Praxis immer wieder anfallende Datenselektionen ad hoc und schrittweise auszuführen, aber auch komplexe Abfragen auf einen gegebenen Datenbestand anzuwenden. Durch den Benutzer können Formulare mit Abfragebedingungen zur Selektion ohne jegliche Programmierkenntnisse in wenigen Augenblicken ausgewertet werden. Diese Selektionsformulare sind harmonisch in die HTML-Oberfläche eingebunden und stehen direkt per Mausklick zur Verfügung.

Das dynamische System funktioniert zufrieden stellend, nur der Sort arbeitet noch zu langsam. Werde das Problem in den nächsten Tagen optimieren. Mache mir keine Gedanken mehr, dass das JavaScript Filter nur mit dem Internet Explorer funktioniert. Allgemeiner kann man eine so umfassende dynamische Lösung für den Client nicht implementieren, jeder Browser har seinen Tick und den muss ich nicht ertragen.

20. Juli 2004

Stiftung SeeauIch bekomme die Benachrichtigung, dass die Stiftung Seeau den Award der Computergenealogie gewonnen hat. Ich freuen mich sehr über Ihre Auszeichnung und nehme diese gerne an.

19. Juli 2004

Reise in den SüdenEndlich ist der Sommer ausgebrochen und es herrscht brüllende Hitze. Nachmittags mit Literatur beladen ins Stadtbad um unter den etwas zu kurz geratenen Palmen zu lesen, Musik zu hören und zu schlafen.

17. Juli 2004

Actoids MuseumAbends im Open Air Kino Schloss Neugebäude - Das geheime Fenster. Eine fabelhafte Mordgeschichte mit Jonny Depp.
 

16. Juli 2004

Stiftung SeeauDer Stammbaum Editor ist fertig implementiert und ins Netz gestellt, die Applikation beruht auf dem dynamischen JavaScript Tabelleneditor. Damit ist eigentlich bereits das Plansoll für August erfüllt und ich kann mich bei der Stiftung Seeau für einige Wochen beurlauben.

14. Juli 2004

Actoids Museum20h Premiere Nestroyspiele Maria Enzersdorf. Diesmal gibt es zwei Einakter von Johann Nestroy mit Elfriede Ott, Fritz Muliar, Anita Ammersfeld, Peter Moucka, Irene Budischowsky und andere so genannte Volksschauspieler und Kleindarsteller. In Szene gesetzt wurde die Stücke: Frühere Verhältnisse / Der gutmütige Teufel.

9. Juli 2004

MedizinprojektDie Wellness Kalkulatoren um neue Berechnungsverfahren ergänzt. Die da sind: Heat Index und den Körperfettanteil aus der Fettfaltendicke berechnen.
 

6. Juli 2004

Projektgestaltung als HerausforderungAm Abend alleine beim Heurigen Lupo um auszuspannen. Sitze in der kühlen Nachtluft alleine an einem der einfachen Holztische und höre mit, was die drei Frauen am Nebentisch über ihre Berufe und Männer von sich geben. Eine dunkelhaarige sehr junge Porzellanbildhauerin, eine blonde Meinungsforscherin und eine wuchtige bereits ältere Frau, die promoviert zu sein scheint. Nach zwei ¼ Rotwein spaziere wieder nach Hause. Gleite ins Bett und stehe um vier Uhr früh bereits wieder an meinem Schreibpult, um an den dynamischen HTML Codes und JavaScripts für den Prototyp des aktuellen Projekts zu arbeiten.

5. Juli 2004

Stiftung SeeauDie Genealogie Kalkulatoren des Stiftung Seeau sind mit dem Einbau des Ewigen Kalenders erst einmal abgeschlossen.
 

3. Juli 2004: Die Steinwandklamm

Reise zu den UrsprüngenDie Steinwandklamm ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Klettersteiggeher, die das Besondere suchen - so wie heute für uns. Der Weg durch die wildromantische Klamm führt über perfekt instand gehaltene Stege und Brücken durch den tiefen Einschnitt, der von senkrechten Felswänden begrenzt ist. Die steil aufragenden Felsen und das in Kolken und Öfen brodelnde Wasser geben der geheimnisvoll dunklen Schlucht ihr archaisches Gesicht.

Am oberen Ende der seit 1865 durch eine Steiganlage erschlossenen Klamm kommt man auf dem Normalweg durch das Türkenloch in dem es dunkel, oft glitschig und nass ist. In und hinter dieser Durchgangshöhle suchten im Jahr 1683 Hunderte Menschen vor den Osmanen Zuflucht. Man entdeckte sie und an die 300 von ihnen wurden umgebracht oder verschleppt. Oberhalb des finsteren Türkenlochs ist ein Aussichtsfelsen, von dem man auf eine grüne Welt hinunter sieht, aus der immer wieder hohe weiße Felsentürme auftragen.

1. Juli 2004

Stiftung SeeauDie Sammlung von Methoden und Rechenverfahren für genealogische Anwendungen gehen auf der Site der Stiftung Seeau online: Wie z.B. ein Datums-Konverter zwischen Julianischem und Gregorianischem Kalendersystem oder ein Verfahren zur Bestimmung des Verwandtschaftsverhältnisses von zwei Personen mit gleichen Vorfahren. 

Die Entwicklung der Genealogie Kalkulatoren macht mir große Freude. Dem Genealogen bieten diese Verfahren der Computergenealogie eine wertvolle Unterstützung bei seiner Arbeit. Besonders die Diskontinuität des Datums führt bei dieser Arbeit immer wieder zu fast unlösbaren Problemen. Aber mit dieser Sammlung von Berechnungsmethoden lassen sich viele dieser Hürden überwinden sowie Fehler und Ungenauigkeiten vermeiden.

 

29. Juni 2004

WellnessMeine Beschäftigung mit den verschiedenen Berechnungsverfahren für den optimalen Trainingspuls und die Maximalfrequenz der Herzschlags beim Laufen führen zu einem Verfahren, mit dem die verschiedenen Pulszonen berechnet werden können.

18. Juni 2004

Na so was!Einen Suchdienst in die Lexika integriert, mit dem von einer beliebigen Textstelle aus nach einem Wort oder einer Wortgruppe gesucht werden kann, ohne den Text in eine Suchzeile eintragen zu müssen. Dieser Suchdienst ist besonders gut geeignet für die umfangreichen Lexika der Stiftung Seeau.

14. Juni 2004: Im Thermenklinikum

Projektgestaltung als HerausforderungLiege seit gestern im Krankenhaus und warte den ganzen Tag auf der Station auf die Operation zur Entfernung der Verplattung in meinem rechten Unterarm.

Nach Mittag geht mein Operateur nach 38 Stunden Dienst heim - verständlich. Ein anderer Oberarzt soll mir nun die Platten aus dem Arm und den Draht aus dem Schlüsselbein nehmen - unerfreulich. Der übergibt die Aufgabe jedoch an einen dritten Unfallchirurgen.

Als ich dann am Nachmittag den Roman "Auf dem schwarzen Berg" von Bruce Chatwin bereits fast ausgelesen habe, werde ich zur Tomographie geschickt. Sollte der geneigte Leser nun an Computertomographie und eine mannshohe Röhre denken, dann muss ich den Gedankenfluss unterbrechen. Denn es geht hier um eine Technologie bei der dieses "Klinikum" neben Spitälern in der Ukraine und Albanien Technologieführer ist, denn Tomographie geht so: Patient auf den Röntgentisch, Kassette unter die zu untersuchende Körperregion einschieben, Röntgenassistentin ins Nebenzimmer, Tür zu, Röntgenarm schwenkt um 15 ° über ihm, Röntgenassistentin kommt wieder herein, Kassette wechseln, Tisch um einen Millimeter höher stellen, Röntgenassistentin ins Nebenzimmer, Tür zu, Röntgenarm schwenkt 15 ° zurück, Röntgenassistentin herein, Kassette wechseln, Tisch höher stellen, Röntgenassistentin ins Nebenzimmer, Tür zu, Röntgenarm schwenkt 15 ° zurück - und das Ganze 20 Mal.

Schließlich werde ich gegen 18h ohne jedes vorbereitende Medikament direkt in den OP geschoben. Der Dienst habende Operateur pfeift aber auf alles was ausgemacht ist und erklärt mir, die Entfernung des Materials in meinem Arm zahle sich nicht aus. Die Platten und Schrauben bleiben in meinem Arm, herausgezogen wird nur den Titandraht aus dem Schlüsselbein - selbstherrlich.

Bin nach dem Aufwachen aus der Narkose wegen dieser unzureichenden Operation ziemlich selbstquälerisch und verzagt, da ich praktisch nun das Ganze in zwei drei Wochen noch einmal durchmachen muss. Schließlich habe ich Schmerzen im Arm und das Zeug muss irgendwann heraus - barbarisch.

Das Krankenhaus mit diesem Service trägt den klangvollen Namen "Thermenklinikum Mödling".

6. Juni 2004

MedizinprojektGesundheit lässt sich zwar nicht berechnen, aber bestimmte Faktoren können durch Modelle dargestellt werden und die Wellness Kalkulatoren sind derartige Lösungen. Die Computeranalyse des Körpers mit diesen Werkzeugen liefert wichtige persönliche Kennzahlen für die Optimierung der Wellness.

4. Juni 2004

WellnessAls es zu regnen aufhört, jogge ich von Mattighofen über Unterlochen den wundervoll grünen Siedelberg hinauf zum Golfplatz, dann hinunter nach Pischelsdorf und über Engelschärding weiter den Engelbach entlang nach Wagenham und noch einmal über den Siedelberg nach Hause. Das Ganze schaffe ich in 85 Minuten, der Himmel ist bedeckt und es hat 15 °C. Ein traumhaftes Naturerlebnis, die feuchten Straßen durch den dunklen Wald und zwischen den saftiggrünen Wiesen zu laufen. Die Steilrampen, die im Wald des Siedelbergs hinauf führen sind atemberaubend - im wahrsten Sinn des Wortes. Damit habe ich für diese Woche meine 42 Kilometermarke erreicht.

 

26. Mai 2004: Die Philharmoniker & Bobby McFerrin vor Schönbrunn

ZeitläufeDie Wiener Philharmoniker und die Jazzlegende Bobby McFerrin haben gestern vor der prachtvollen Kulisse von Schloss Schönbrunn ein Konzert gegeben und ich war mitten drin in den 90.000 Zuschauern. Das Wetter war tragbar, doch die Video- und Tontechnik waren grausam stümperhaft. Was Bobby McFerrin gemacht hat war klar - er hat versucht zu seinem Lied "Don't worry be happy" die Philharmoniker zu dirigieren, wenn er nicht gerade eine Solo-Jodler hinlegen musste. Zum Glück hat keiner von den Musikern beim Dirigieren zugesehen, sonst wären sie ganz schön aus dem Konzept gekommen. Denn auf dem Programm standen eigentlich Kompositionen von Mozart, Smetana, Johann Strauß, Brahms, Ravel, Chopin und Beethoven.

20. Mai 2004: Mein Geburtstag

ActoidImmer wenn man mit einem Geburtstag ein neues Lebensjahrzehnt beginnt, ist er Auslöser für eine bestimmte innere Unruhe und eine gewisse Angst vor dem was man als Alter empfindet. Ein erwartetes Ereignis in dem beständig fortschreitenden Prozess des Alterns löst einen Alarm aus.

Jedenfalls ist mein Geburtstag von schönem Wetter eingerahmt. Am Morgen bereits ein einstündiger Lauf in der urwaldartigen Au entlang des Baches. Dann der Brunch in der Veranda, Kaffeetrinken im Schanigarten des Café Posthof, ein kleines Mittagessen zu dritt, ein Plausch auf der Terrasse hoch über den Dächern der Stadt bei Freunden und schließlich die Feier mit all meinen Lieben. Dazwischen immer wieder die freundlichen Stimmen der Gratulanten am Telefon.

Schon als Kind und als junger Mann hatte ich mir ausgemalt, wie gerade dieser runde Geburtstag sein würde. Doch konnte ich damals weder seine Wesenheit noch meine Lage erahnen, die mir mein Leben bis dahin zuteilen würde.

15. Mai 2004: Unsere Veranda

Reise zu den UrsprüngenNun ist unsere Veranda endlich bewohnbar. Dieses so wohlklingende Wort kommt aus dem Portugiesischen und meint eben jenen gedeckten und an den Seitenwänden verglasten Anbau an einer Villa mit der räumlichen Trennung zum Haus. Bei uns liegt das grüne Zimmerchen im Halbstock, auf halbem Weg zwischen Erdgeschoß und unserer Wohnung.

Die Veranda ist eine botanische Welt, ein zarter Wohnraum mit besonderem Flair, halb zum Haus gehörend halb über dem Garten schwebend. Eingerichtet mit Bambus- und Weichholzmöbeln, vielen Spiegeln und Sitzgelegenheiten, eine Wohnung für die Pflanzen und die Menschen als Gäste.

Die verglasten Seitenwände lassen das durch die Bäume gefilterte Licht in die Veranda. An heißen Tagen spendet ein großer Nussbaum angenehmen Schatten. Dadurch fühlen sich in diesem Anbau nicht nur Pflanzen wohl, sondern auch die Hausbewohner lieben die Veranda als Lieblingsplatz für einen Plausch, um zu lesen, zu träumen, am Nachmittag eine Tasse Tee zu genießen oder einem ausgedehnten Brunch zu frönen.

3. Mai 2004: In der In-Bar

Projektgestaltung als HerausforderungAbends wieder einmal im Kleibensturz - das uralte Kellergewölbe ist ausgefüllt vom gleichnamigen Besitzer und seinen Gästen. Übergewichtige Männer stellen das Gros der Gäste: Vorarbeiter, Verwaltungsangestellte und Kleingewerbetreibende. Der Großteil im Alter über Fünfzig und beim Bauchumfang jenseits der Hundert. Dazwischen einige Frauen, die entweder mit so einem Mann gerne zusammen sind oder auf der Suche nach einem derartigen Exemplar.

Der Wirt rät uns gleich als Erstes von seinem Hauswein ab, da er von dessen Qualität selbst nicht überzeugt ist [sic!]. Ausführlich beschreibt er sich dann als Anstand in Person und lobt ausdauernd seine Weinpreise. Er wettert gegen all die ausbeuterischen Wirte, die für den gleichen Wein mehr verlangen als er, schließlich nimmt er von seinen Gästen nur drei Euro je Achtelliter seines 08/15 Rotweins. Trinkgeld nicht mitgerechnet.

1. Mai 2004

BübchenDer erste Mai ist ein guter Tag, um die Geschichte der Jugend meines Vaters ins Netz zu stellen. Hatte er doch nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit seinen sozialistischen Freunden an jedem Maiaufmarsch teilgenommen.

Bis zum Ende seiner Kriegsgefangenschaft soll auch diese Geschichte erzählen. Erst dann kann er sein Leben selbst bestimmen und sich seiner Berufung als Lehrer, seinen Freunden, dem Austromarxismus und seiner Familie widmen.

 

30. April 2004: High Heels für Läufer

Die Entscheidung ist gefallen, meine neuen Laufschuhe nennen sich Nike Air Diffuse, es sind weiß-silberne High Heels für den Fuß des Läufers.

WellnessDer Oberschuh besteht aus einem skelettartigen Stützkäfig in Metallic-Zink, ausgefüllt mit schneeweißem durchscheinendem Maschen-Material. Das außen liegende Fersenstück unterstützt die Kontrolle im Bereich des Hinterfußes. Die Mittelsohle ist ein von einem stützendem Kunststoff-Käfig umgebener Schaumkern im Auftrittbereich der Ferse, der die Aufprallkräfte absorbiert und komplettiert im Fersenbereich durch eine gekapselte Air-Sohle den Aufprallschutz. Den Mittelfußbereich stützt eine durchgehende Mittelsohle mit Stützleiste. Die Außensohle besteht aus einer besonderen Gummimischung im Fersenbereich und am Vorfuß, deren Kerben den optimalen Bewegungsablauf sicher stellen ohne die Beweglichkeit am Vorfuß einzuschränken.
 

29. April 2004: Die urbane Nachtigall

ZeitläufeDie Vögel in der Stadt müssen mit ihrem Gesang täglich gegen den vom Mensch erzeugten Lärm antreten und diesen durch erhöhten Pegel und gesteigerte Ausdauer übertönen. Für Vögel ist der Gesang ein existenzielle Notwendigkeit, denn Vogelmännchen bezirzen mit ihrem Gesang die Vogeldamen und vertreiben damit Rivalen aus ihrem Revier. Dabei müssen sie immer lauter gegen den Verkehrslärm der Städte trillern, um sich das nötige Gehör zu verschaffen.

Tiere müssen sich dem durch den Menschen veränderten Lebensraum anpassen, das gilt auch für den vom Menschen produzierten Lärm. So etwa erhöht die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) in urbaner Umgebung ihre Lautstärke bemerkenswert.

Die Bilanz einer brandneuen Studie ist eindeutig: Die Vögel zwitschern in der Stadt werktags lauter als am Wochenende und in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder Eisenbahntrassen singen sie bis zu 14 Dezibel lauter als in ruhigeren Gebieten. Sie geben alles, was ihr kleiner Vogelbrustkorb hergibt und steigern den Schalldruck ihres Gesangs bis zum Fünffachen, dann ist allerdings Schluss: Neben einem Güterzug hat selbst die kräftigste Nachtigall keine Chance, dann siegt der Lärm.

Jetzt frage ich mich natürlich, warum unsere beiden Wellensittiche (Melopsittacus undulatus schreihalsii) solche Schreihälse sind, kommen sie doch aus der Wohnung nie hinaus und kennen Bahndamm und Autobahn nicht.

26. April 2004: Das Naturwunder Fuß

MedizinprojektHabe mich letzte Woche schweren Herzens von meinen zusammengetretenen Nike-Air getrennt und brauche nun neue Laufschuhe, die meinem Fuß angepasst sind. Das Naturwunder Fuß ist ein komplexer Mechanismus mit über hundert Sehnen, drei Dutzend Gelenken, zwei Dutzend Knochen und fast eben so vielen Muskeln. Diese Einzelelemente müssen bei jeder Belastung reibungslos und fehlerlos zusammenarbeiten, dabei gilt es die Stoßkraft zu bewältigen die auf den Fuß einwirkt, Seitwärtsbewegungen abzufangen und die Rollbewegung abzuwickeln.

Der biomechanische Aufbaus des Fußes der Primaten unterscheidet sich von den aller anderen Säugetiere, ähnlich wie das Farbsehen beim Menschen ist auch der aufrechte Gang für Säugetiere einzigartig. Die Greiffunktion der Füße des Primaten ist beim Menschen in der Evolution bei der Optimierung der Tragefunktion verloren gegangen.

Biomechanisch gesehen ist der Fuß ein komplexes System vieler kleiner Gelenke, die zum Teil völlig unterschiedliche Bewegungsebenen und -dimensionen haben. Zusammen bilden sie eine funktionelle Einheit, die es ermöglicht, das Gewicht des gesamten Körpers bei aufrechtem Gang problemlos zu balancieren.

Der Fuß besteht aus der Fußwurzel, dem Mittelfuß und den Zehen mit den Zehengrundgelenken. Das untere Sprunggelenk verbindet das Sprung- und Fersenbein mit dem Kahn- und Würfelbein. Das obere Sprunggelenk verbindet das Sprungbein mit dem Unterschenkel. Die Plantarfaszie ist ein kräftiger Bindegewebsstrang der sich von der Fersenbeinunterfläche zu den Zehen zieht und das Längsgewölbe mitstabilisiert.

Dieser schlechthin geniale Biomechanismus des Fußes kann aber unglaublich wirksam durch geeignete Sportschuhe verbessert werden, durch sie können die Stoßdämpfung im Fersenbereich, der Vortriebsimpuls beim Abrollen des Fußes und die Stützung gegen Überpronation wesentlich verbessert werden. Vom Schuh wird das gleiche wie von Fuß gefordert: Einerseits hohe Stabilität und andererseits eine möglichst elastische Anpassung an den Untergrund. Der normale Abrollvorgang beginnt im äußeren Fersenbereich und sollte hauptsächlich über den ersten Strahl der Großzehe abgeschlossen werden.

24. April 2004

KunstprojektHeute nachmittags war ich wieder einmal in den Gedärmen des Elchs und habe nach Verwertbarem gesucht und es gefunden. Nicht das, was ich brauche und kaufen wollte - das findet sich selten bei IKEA -, dafür aber um 60 Euro Kleinigkeiten, die mir bisher nicht abgegangen waren und nun die Wohnung zieren.

23. April 2004

Reise zu den UrsprüngenDrei Mal früher aufstehen heißt, ein ganzen Tag gewinnen. Und gerade heute kann ich einen zusätzlichen Tag gebrauchen. Also um 5h30 aus dem Bett und gleich ans Scriptorium. Plan für Heute: Werkbuch schreiben, Joggen, Verpackungsdummys fotografieren und diese Bilder in das Webdesign einbauen, nachher Fisch, Cola, Bier und Wein einkaufen, schließlich die Wohnung für das Beamen umbauen und für 20 Leute kochen.

Heute werden wir uns gegen 21h mit 15-20 Freunden nach Kanada beamen (d.h. Fotos mit dem Beamer an die Wand werfen), natürlich mit Essen, Trinken, Insiderinformationen und so weiter. Dazu wird die Wohnung umgebaut, sieht dann zwar nicht aus wie das Raumschiff Enterprise, aber das mit dem Beamen, Essen, Trinken und Plaudern geht prima im adaptierten Ambiente. Als Hauptspeise bereite ich original Kanadische Fischterrine zu und nachher gibt es eine Adaption des Ahornsirup-Pie.

22. April 2004

MediendesignDas Farbfernsehen wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Die dafür verwendete Technologie beruht auf einer (fast) perfekten Sinnestäuschung des menschlichen Sehapparats. 1954 wird das Farbfernsehen in den USA eingeführt, bei uns dauert es noch 15 (in Worten fünfzehn) Jahre bis man farbige Bilder empfangen kann, 1969 gibt es die erste Farbübertragung als Eurovision: das traditionelle Neujahrskonzert aus dem Wiener Musikverein.

21. April 2004

WellnessEndlich ist die JavaScript Applikation für den internen Kalender so weit, dass ich sie einbauen kann. Dann fröne ich der Lust des Gehens und mache einen zweistündigen Ausflug durch die Weinberge nach Baden. Ich jogge alle Wegstücke, die bergauf gehen, damit der Frühlingsspaziergang etwas sportlicher wird und mein Kreislauf in Schwung kommt.

Seit letzter Woche ist das Grün auf Wiesenstücken, Büschen und Bäumen geradezu explodiert, dazwischen viele farbenprächtige Blumen, einige bunte Schmetterlinge und dicke Käfer.

19. April 2004

BübchenAls Nachruf habe ich nun die Geschichte der Jugend meiner Mutter ins Netz gestellt. Sie umfasst die Zeitspanne vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, also bis zu ihrem 30 Lebensjahr. 

16. April 2004

WebdesignHabe den WYSIWYG HTML-Editor Nvu (gesprochen "N-View", für "New View") von lindows.com auf meinem Notebook installiert. Dieses komplette Web Autoren System soll laut Lindows bewährten Produkten wie Microsoft FrontPage oder Macromedia Dreamweaver gleichwertig  sein. So wie ich das sehe, gibt es bei der Erfüllung dieses Anspruches noch eine ziemliche Distanz zu überwinden, die derzeit sicher auch durch mich selber verursacht wird. Werde mich aber in den äußerst interessanten Webeditor einarbeiten.
 

14. April 2004

ZeitläufeMicrosoft warnt in einem heute veröffentlichten Bulletin vor insgesamt 20 Sicherheitslücken in Windows und Outlook-Express. Ich beginne diese gefährlichen Eintrittsöffnungen für Computerviren sofort zu stopfen indem ich die 55 MBytes Updates aus dem Netz lade und installiere.

13. April 2004

Schreiben als LeidenschaftRedigiere die Geschichte meiner Eltern. Nehme alle Erinnerungen wieder heraus, die nach dem September 1945 spielen. Das Bild von Vatis Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft ist damit das vorläufige Ende der Geschichte meiner Eltern. Die erste Fassung der Geschichte über die Jugend meiner Eltern scheint nun endlich, endlich fertig zu sein. Die Schreibschwiele am Rechten Handballen jedenfalls schmerzt wieder. Stelle die Texte aber noch nicht ins Netz, denn ich muss noch ein paar Nächte darüber schlafen.

8. April 2004

MediendesignGegen Mittag sitze in einem IC nach Linz. Zum Glück Stromanschluss, aber der Zug ist ziemlich voll. Arbeite seit gestern an einer modernisierten JavaScript Implementierung ELIZA & BETH abgeleitet von der ELIZA-Implementierung von Weizenbaum. Die Arbeit am Chatterbot macht schön langsam Fortschritte, der Themenkatalog ist zeitgemäß umgestaltet und die Formulierungen der ausgegebenen deutschen Sätze sind nun nicht mehr so hölzern.

5. April 2004

Die Lust des HerunterlesensHabe zwei neue Buchbesprechungen veröffentlicht, eine über die Kindheitserinnerungen der Marion Gräfin Dönhoff und ein verunglücktes Kalorien ABC. Subjektiv wie die Meinung an einem Wirtshaustisch hingekritzelt und ungerecht wie das Leben.

2. April 2004: Wanderung durch die Weinberge

WeinbergeKurz nach 10h trete ich aus dem Haus und gehe die wenigen Gassen bis an den Hang des Eichkogels. Schließlich ergehe ich mich in der Lust des Gehens auf asphaltierten Wegen unter dem Eichkogel nach Gumpoldskirchen, dann weiter über den Wasserleitungsweg in über zwei Stunden nach Baden. Immer zwischen den Weinbergen. Links unten die Südbahn, mit hurtig dahin gleitenden rot oder blau gebänderte Zügen in Abständen wie Straßenbahnen. Die Weinberge am Beginn der Vegetation mit gepflegten Rebstöcken, angebunden an verschiedenste Arten von Rankhilfen, nach denen sich die Weingüter unterscheiden lassen. Vereinzelt arbeiten in den Weingärten einige dick vermummte Gestalten an den Rebstöcken, ihren Traktor oder das Altauto daneben abgestellt.

Die Sonne versteckt sich immer wieder hinter Wolkenschleiern, Falken schweben niedrig über den Weingärten und lassen sich vom ruppigen Wind tragen. Eine große Eidechse flüchtet, als ich an ihrem Sonnenplatz vorbei komme. Der Weg durch die Weingärten geht ab Gumpoldskirchen immer mehr bergan und bergab und die mit frischem Weiß getünchten Grenzsteine der Hochquellenwasserleitung verschwinden immer öfter am Horizont.

In Baden eine kurze Rast am Hauptplatz, nach den Leuen gaffen, eine Kleinigkeit essen um den Glykeminspiegel zu normalisieren, die Schaufenster der Buchhandlung nach Lesbarem durchforsten, schließlich zum Bahnhof und mit dem Zug in läppischen 12 Minuten mit der Schnellbahn den ganzen Weg wieder zurück.

 

29. März 2004: Kalorien, BMI und BMR

MedizinprojektWaschbrettbauch oder Waschbärbauch, das ist hier die Frage. Wenn der Bauchumfang sich auf über 100 cm ausdehnt, sollte man zu wiegen und zu rechen anfangen. Alles über 100 cm ist zu viel, sagt man. "Ein Zentimeter ist ein Kilo" meint der Inhaber des Herrenmodengeschäfts in der Fußgängerzone, wenn er mir beim Probieren zusieht.

Das Angebot an todsicheren Diäten ist so groß wie nie: Mischkost versus Trennkost, Fasten versus Programmessen, Askese versus Wonnefressen, Ohrnadel versus Hypnose, Aufbruch versus Bequemlichkeit. Doch sich erst einmal zu wiegen und zu rechen schadet sicher nicht, bevor man sich für "seine" Methode entschließt.

Heute habe ich einen Rechner zur Ermittlung des kalorischen Grundumsatzes und des Gesamt-Energieumsatzes in JavaScript implementiert. Um 2h30 früh ist es endlich so weit, dass er online gehen kann. Um 11h vormittags ist der JavaScript-Rechner für den Kalorienbedarf bei verschiedenen Aktivitäten im Netz.

Implementiert wird das wie üblich nach der Formel zur Berechnung des Grundumsatzes (in kcal/Tag) von Harris-Benedict. Diese Schätzmethode für die BMR (Basic Metabolic Rate) wird durch eine einfache Polynom-Gleichung für den Ruheenergieverbrauch nachgebildet, die aber das Verhältnis von Muskelmasse zu Fettanteil unberücksichtigt lässt.

Geschlecht Formeln der Harris-Benedict Schätzmethode
männlich BMR =   66.5 + (13.75 x kg) + (5.003 x cm) - (6.775 x Alter)
weiblich  BMR = 655.1 + (9.563 x kg) + (1.850 x cm) - (4.676 x Alter)

Dazu können noch verschieden Faktoren für die Art der durchschnittlichen Tagesaktivität berücksichtigt werden, um den gesamten Tagesenergiebedarf zu ermitteln.

Aktivitätsgrad Aktivitätsfaktor Fallbeispiele
sehr leicht BMR x 1.2 kein Sport
liegend oder sitzend ohne Tätigkeit
normal BMR x 1.3 kaum Sport
sitzende Tätigkeit
mäßig aktiv BMR x 1.4 leichter Sport 3-4 Std/Woche
Büroarbeit, Laborant, Feinmechaniker, Verkäufer
aktiv BMR x 1.6 viel Sport 4-5 Std/Woche
überwiegend stehend/gehend: Automechaniker, Maler
stark aktiv BMR x 1.9 Extremsport
körperliche Arbeit: Masseur, Maurer, Tischler, Dachdecker

Bei erheblichem Unter- oder Übergewicht bringt die Schätzung des BMR mit der Harris-Benedict-Formel grob falsche Ergebnisse. Bei adipösen Menschen bringt das deshalb falsche Ergebnisse, weil ein großer Teil des Körpergewichts aus Fettzellen besteht. Diese Fettmasse ist aber metabolisch nur wenig aktiv, geht aber in die Berechnung des Grundumsatzes mit ein. Normalerweise sind die Ergebnisse der Berechnung über die Harris-Benedict-Formel bei Fettsüchtigen etwa 10% höher als die direkt gemessenen Werte.

Eine alte Faustformel für den Energie-Grundumsatz bei bei Männern ist:
BMR = 24 kcal/Tag und kg Körpergewicht, also eine kcal je kg und Stunde.

28. März 2004

WortbilderÜberlegungen zu Wortbildern und Wahrnehmung mit dem Hang zum Gestalten leuchtender Oberflächen von Monitoren als die Symbiose von Bilder aus Halbleitern mit der Informationsgestaltung. Als Entwickler von Onlinemedien und Onlineapplikationen ist man mit dieser Thematik zwar vertraut, behandelt sie aber meist auf der emotionalen Ebene. Doch muss die Regeln des Gestaltens erst auf eine verstandesmäßige Ebene bringen um sie brauchbar analysieren zu könne.

26. März 2004: Meine Stereomaus

ZeitläufeHeute habe ich endlich für mich das Parallel-Mousing eingeführt: Für jede Hand eine eigene Maus. Erfahrungsgemäß geht zu zweit alles besser und mit einem Mauspaar statt einer Singlemaus lässt sich eine ganze Menge an Ergonomie dazu gewinnen; genau wie das beim Umstieg von der durch Apple-Gläubige radikal verfochtenen Eintastenmaus zur profanen Viertastenmaus mit Rad war.

Dank Mauspaar kann ich nun lockerer an meinem Scriptorium stehen. Ein wenig Praxis und die neu dazu gekommene Maus lässt sich mühelos zu benutzen (meist hilft es, manchmal die Rechte auf den Rücken zu legen). Beim genusssüchtigen Arbeiten oder Spielen am PC bildet sich eine lästige Schwiele genau dort, wo die Maus-Hand auf der Tischfläche aufliegt. Dieser Schreibschwiele am Handballen und die Verspannungen im Rücken können durch den Einsatz der Stereomaus gelindert werden.

24. März 2004

BübchenBeginne mit dem Redigieren der Kindheitserinnerungen meiner Mutter [die Texte können allerdings erst in den nächsten Wochen veröffentlicht werden]. Diese Geschichten sind aus dem wirklichen Leben und ich bin die Erinnerungen einige Monate vor ihrem Tod noch einmal mit ihr durchgegangen. Es gilt nun ihre Lebenserinnerungen in wohlgesetzte Worte zu kleiden, denn auch Worte sind etwas Reales und diese Realität soll Bestand haben.

22. März 2004: Die Drei-Wochen-Askese

Actoids PilgerreisenIch bin seit drei Wochen in einer sanften Form der Askese, esse wenig und fast fettfrei, außerdem trinke ich keinerlei Alkohol - keinen mit zwei Ausnahmen: jeweils zwei Seitel Bier bei Einladungen zu Frühlingsfesten in den drei Wochen. Der völlige Verzicht auf die üblichen Ess- und Trinklaster fällt mir nicht besonders schwer. Statt Alkohol vier Liter Tee und Magermilch und zwei Eiweißshakes täglich, kaum Fleisch, dafür aber jede Mengen Obst und Gemüse dazwischen Fastensuppe - insgesamt nie mehr als 1000 kcal am Tag.

Der Kühlschrank ist fast geleert und wenn ich hinein sehe, gibt es keinerlei Versuchungen. Amtliche Kalorienwerte einiger ausgewählter Lebensmittel und Getränke lehren, dass eine einzige Bratwurst so viel Kalorien hat wie 25 Karotten, 200 Erdbeeren oder 240 Radieschen.

Eigentlich ist es auch sonst nie nie der physische Hunger, der mich treibt zu essen, sondern eher ein Erlebnisgusto oder ein Ablenkungsbedürfnis. Essen ist ansonsten das Selbstverständlichste, die bequeme Lösung gegen Langeweile und Frustrationen aller Art: dagegen gönne ich mir nun eine Karotte, einen Apfel oder eine Orange. Das ist eine angenehme Art, sich selbst zu streicheln und zu belohnen, es braucht dazu keine Pizza und kein Wienerschnitzel, keine Konzentration und nicht einmal größere Achtsamkeit.

Das Gefühl der Macht ist schön. Bei dieser Pilgerreise nach innen beherrscht man schließlich seinen Körper, lebt die Askese wie in alter christlicher Tradition. Man sagt, dass in einem geschundenen Körper die Seele doch von ganz besonderer Reinheit und Klarheit sei: Der Triumph des Geistes über das schwache Fleisch.

Die 32 Zoll Jeans passen schon fast wieder und ich schätze, dass mir bereits fünf Kilo dauerhaft fehlen. Mein Bauch ist natürlich immer noch da und bekämpfenswert groß. Mein Ziel sind 72 Kilo und dafür fehlen noch einige Wochen Askese.

21. März 2004

WebdesignActoids Favoriten sind endlich im Netz als kommentierte Linklist veröffentlicht. Links zu Arbeitsmitteln, Literaturseiten, Medienpartnern, Freunden und verwandten Seelen.
 

20. März 2004

ProjektDas Team Omega war bei Geburtstagsfeiern, Buchpräsentationen und Ordenverleihungen - nun steht das Ganze im Netz.
 

20. März 2004: Dieses Werkbuch

WeblogMit diesm Werkbuch wird eine Site ins Netz gestellt, auf der Actoids Tätigkeiten und Ereignisse protokolliert und kommentiert sind. Dieses Werkbuch ist aber noch mehr: Ein Fahrtenbuch durch die virtuelle Welt, damit man später Kilometergenau abrechnen kann. Eine thematisch strukturierte Linklist, damit sich die Reisen in die Welt da draußen immer wiederholt werden können. Früher ein Teil meines Tagebuchs, ab nun ein eigenständiger Reisebericht mit den Stationen und Ausblicke von meinen Streifzügen durch das Internet als Weblog.

Dieses Werkbuch ist eine Internetseite mit praktisch täglicher Aktualisierung. Der Inhalt bezieht sich auf Persönliches, Technisches, Fundstücke im Netz und was auch immer.

19. März 2004

Stiftung SeeauDer Entwurf des Kapitels über Medienmethodik in der Genealogie ist endlich fertig gestellt. Moderne mathematische Methoden machen die genealogischen Ordnungspläne durchschaubarer. Trotzdem bleibt jedes genealogische Klassifikationssystem ein Kompromiss. Mehr von Genen und Graphen in der Monografie über Graphentheorie in der Genealogie.

18. März 2004

Stiftung SeeauJoseph Anton Graf von Seeau in den Mozartbriefen um einige Fundstellen über den Grafen Seeau ergänzt. Der junge Mozart schreibt an seine Mutter über den Grafen von Seeau: "Er ist gewiss ein lieber, höflicher Herr und hat mehr Lebensart als viele von seinesgleichen in Salzburg."

16. März 2004: Schi fahren am Unterberg

Schi fahrenDer vierte und letzte Tag in Folge bei herrlichem Sonnenschein am Unterberg. Dieser Schiberg hält seine steileren Abfahrt ganz oben unter der Kuppe des Berges bereit, die sanfteren beginnen ab der Mitte. Alle Pisten liegen eingebettet in einen Bergwald, von oben bis unten übersichtlich und keine Bolzstrecke. Der Reiz des Berges liegt in der Gespanntheit seiner Pisten und der Beschaulichkeit seiner Hütten - obwohl es nur Schlepplifte gibt. Geruhsam ist auch der Start des Schitages: Es geht hinauf mit einem der altersschwachen Autobusse zur Mittelstation, hinauf in den Wald, der die weißen Pisten umschließt.

1300 Höhenmeter, brillantes Panorama: In der Tiefe schlängeln sich weiße Täler im Schatten des Waldlandes. Gegenüber der verschneiten Ötscher, gleichsam einem Kilimandscharo oder Fudschijama. Dann aber hinein in den frischen Schnee auf dem Haushang, es hat die letzten Tage geschneit und das frische Weiß ist nun zu kleinen Buckeln zusammen geschoben, die Sonne taut den Schnee am Nachmittag frühlingsnass und er ist dann schwerer zu schieben. Keinerlei Problem mit meiner drei Jahre alten Hardware an den Füßen und ich gleite Schwung um Schwung hinunter. Am Sattel dann zwei Tourengeher, die neben dem Holzkirchlein aus dem prächtigen Wald in das glitzernde Schneeweiß treten.

Samstag und Sonntag quillt der Berg über von Schibegeisterten, doch Montag und Dienstag haben wir den gesamten Berg fast alleine für uns. Sportlich gebräunte Pensionisten und einige Mütter mit Volksschulkindern lassen sich hin und wieder im Sonnenlicht der Pisten sehen. Was aber auf diesem Berg immer fehlt, ist dieser gewisse Wintersport-Machismo, auf der Piste wie beim Warten auf die Aufstiegshilfe. Auf diesen Piste kehren die sanft schwingenden Carver ein, die abgehackt tänzelnden Kurzschwinger, die Altherren-Weitschwinger. Neben der Piste, vor der Hütte die Ausflügler, Hungrigen, Durstigen, Erschöpften. Wenn es auf vier Uhr zu geht, verschwindet die Märzsonne hinter den dunklen Baumspitzen der Wälder, der Schnee bekommt nun eine zarte Harschschicht und eine halbe Stunde später stehen die Lifte still. Zum Schluss die Abfahrt durch die Klüfte der Rieß und zwischen den Felswänden hinunter zum Auto.

16. März 2004

MediendesignÜberarbeite unser quietschfideles Internet Lexikon mit Begriffserklärungen rund um Internetgeschwafel, Windowsärger, Virenplage, Sicherheitslücken, verworrene Anwendungen und Vieles mehr.

11. März 2004

Projekt ArtDie Karikaturen von Peter Rapp, Werner Fasslabend und Bank Austria Boss Karl Samstag sind ausgearbeitet und auf Reini Buchachers Homepage auf die Site Karikaturen Prominent gestellt.

7. März 2004

ActoidSchreibe die Kleine Selbstbiographie über mein Herkommen, mein Hingehen und meine Träume auf dieser Reise.
 

6. März 2004

Stiftung SeeauErgänze und überarbeite die Lexika der Stiftung Seeau, werden sie doch auf einer Reihe von Homepages zitiert. Sie scheinen das wichtigste Aushängeschild der Stiftung zu sein. In diesem Zusammenhang ist mir leider eine Gestaltungsidee bei der Umsetzung grundsätzlich misslungen. Seit Tagen sammle ich Initialen aus der Buchkunst, um damit meine Lexika mit Anfangsbuchstaben ausstatten und dadurch optisch verbessern zu können. Doch das Ergebnis ist enttäuschend, aber vielleicht es gibt später noch eine Lösung.

3. März 2004: Beruf(ung)

WeblogIch hätte mich verbogen, wenn ich weiter in der Softwareentwicklung gearbeitet hätte - 25 Jahre sind genug. Ich musste mein Leben ändern, um mir selbst treu zu bleiben. Schon von früh an bin ich für ein Leben als Autor bestimmt gewesen und musste vermutlich diese für mich richtige Lebensform nur entdecken. Ein Verhalten, das nicht belohnt wird, verkümmert irgendwann und darum heißt es Verhalten zu retten.

 

29. Februar 2004

Projekt MedDas Ernährungs- und Diätprogramm ins Netz gestellt, mit einem BMI-Rechner in JavaScript mit bezeichnenden Bildern von dünnen bis adipösen Frauenleibern.
 

27. Februar 2004

MediendesignDie Ergonomie des Quellcodes ist ebenso wichtig wie das Fingerspitzengefühl und das technische Know-how des Designers. Nur so können die Kosten für die Entwicklung und die Pflege einer Site reduziert und Portabilität und Lebensdauer verbessert werden.

24. Februar 2004

MediendesignPubliziere die letzten Denkübungen über E-Ergonomie als psychologische Grundlage und Erfahrung aus der Praxis und der Erkenntnisse über Medienkompetenz und Informationsverschmutzung.

9. Februar 2004

ProjektDiese Zeit ist für mich zwar erfüllt von Abschieden, zerstörten Träumen und schweren Verlusten, die Rastlosigkeit des Schreibens scheint vorbei. Doch bekommt Das Freie Literaturprojekt Literotik ein neues Layout verpasst, um da neue Texte präsentieren zu können.

6.Februar 2004

Salon ActoidProsaminiatur der Betrachtungen und Erinnerungen aus meinem Leben. Es geht um eine Selbstbiographie en Miniature, Herkunft, Entwicklung, Freunde und Frauen, Wanderschaften und die Muttergottes.

3. Februar 2004

WeblogDas Schreiben stockt, es fehlen einfach die entscheidenden Auslöser des knallbunten Lebens. Ich freue mich schon wieder auf die Zeit, wenn ich meine Schreibschwielen habe und mich die Schulter vom vielen Schreiben schmerzt.

 

Mediendesign30. Jänner 2004

Arbeite intensiv über Goethes Farbenlehre. Über zwei Jahrzehnte entwickelt Goethe seine Farbenlehre. Schon damals ein Werk gegen die Erkenntnisse der Naturwissenschaft.

Projekt27. Jänner 2004

Rettungsaktion für die Homepage einer Interieurgeschäft. Der Code der Site ist völlig unnötig mit Javascripts angereichert und merkwürdig kompliziert für so ein simples Layout. Das zentrale Logo ist ein Balken, der wie der Wegweiser zu einer Almhütte aussieht - völlig unpassend bei einem so eleganten Innenstadtgeschäft für edles Interieur. Die Sites sind sehr tief auf irgendeinem Server gespeichert und werden sehr kompliziert über Javascript adressiert. Ich baue die geretteten Texte und Bilder gleich in ein neues Layout ein, am Abend ist der Probelauf für den neuen Internetauftritt fertig.

Weblog20. Jänner 2004

Einige der Interviews von Actoid sind nunmehr auch hier veröffentlicht. Es geht dabei um das Schreiben fürs Internet, um das Design neuer Medien, die Raumplanung im Cyberspace und lebenslanges Lernen.

Stiftung Seeau14. Jänner 2004

Die Monografie über Salzkultur ist fertig und ich lege den Grundstein der Monografie über Salztherapie.

Mediendesign12. Jänner 2004

Erarbeite mir die Grundlagen zu Goethes Farbenlehre, seine problematischste naturwissenschaftliche Arbeit.

Mediendesign9. Jänner 2004

Neupräsentation der Übersicht über die Projekte. Bei der Partnerwahl sind Frauen besonders kritisch: Auch bei Partnern für Media-Consulting und Media-Design.

Mediendesign6. Jänner 2004

Neubewertung der Überlegungen zu den Aufgaben eines Internetauftritts. Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance und heutzutage ist die Homepage die Visitenkarte jedes Unternehmens.